Kabarettist Stephan Bauer in Schongau

Beziehungsdrama der komischen Sorte

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Witzig und frech: Stephan Bauer bei seinem Auftritt im Sparkassenforum.

Schongau – Mit seinem Programm „Warum heiraten – Leasing tut's auch“ begeisterte Stephan Bauer jüngst rund 140 Besuchern im Sparkassenforum. Zu der Vorstellung hatte die Schalander-Kleinkunstbühne geladen.

25 Jahre alt, Traummaße, und noch dazu klug und selbständig: Bauers neue Freundin scheint eine Granate zu sein. Allerdings nur auf den ersten Blick, wie sich im Laufe der Abends zeigt. Beziehungsdrama pur präsentierte Bauer in seinem spritzig-würzigen Kabarett: Die Besucher durften sich köstlich darüber amüsieren, wie der Künstler mehr schlecht als recht versucht, mit dem ausschweifenden Lebenswandel seiner deutlich jüngeren Freundin mitzuhalten – und dabei Tag für Tag immer mehr an seine Grenzen stößt. 

Mal sind es die Hüftschwünge, die bei ihm nicht so ganz rund laufen (O-Ton Bauer: „Da klemmt bei mir was!“), dann ist es die Digicam im Schlafzimmer oder der Typ, der seine 25-jährige Sina auf der Tanzfläche anmacht – und dann sind da auch noch Facebook, Twitter und die SMS-Sprache, die der 44-Jährige sowieso für „Zeichensprache auf primitivstem Niveau“ hält: Pleiten, Pannen und Generationskonflikte sind in der brandneuen Beziehung des Kabarettisten auf der Tagesordnung. 

Darüber freuen kann sich allerdings das Publikum im Sparkassenforum: Denn Bauer versteht es, mit seinem Mann-Frau-Drama eine Pointe nach der anderen zu landen, so dass sich die Zuhörer vor Lachen oft gar nicht mehr einkriegen. Seit er mit seiner blutjungen und noch dazu erfolgreichen Freundin zusammen ist, fühlt sich Bauer jedenfalls arm, alt, dick und hässlich. Dabei hat er sich anfangs alles so einfach vorgestellt – nach dem Motto: „Junge Frauen sind total unkompliziert: Die wollen ja nur, dass man ihre Schönheit bewundert.“ Zudem wäre er ja mit dem Model „älterer Mann – junge Frau“ in bester Gesellschaft – mit Joschka Fischer, Franz Beckenbauer, Reiner Calmund und Helmut Kohl. 

Doch wenn es darum geht, alte Jugenderinnerungen zu teilen, gestaltet sich dass bei Stephan Bauer und seiner Sina äußerst schwierig: Sie hat keine Ahnung, von wem der Song „Yesterday“ ist, hat keiner Schimmer von Depeche Mode, und hat noch nie was von Clementine oder dem Melitta-Mann gehört – geschweige denn von Sunkist, Tritop oder dem Duracell-Hasen. Von der ersten bis zu letzten Minute bot der Kabarettist in Schongau ein irrwitziges, pointenreiches Programm, bei dem kein Auge trocken blieb. 

Ein überaus gelungener Abschluss der Saison der Schalander-Kleinkunstbühne, die jetzt in die Sommerpause startet und sich dann im Oktober mit dem 30-jährigen Jubiläum wieder zurückmeldet. mas

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