Am 30. März heißt es SPD gegen Karl-Heinz Rumgedisse

Kalbitzer in Stichwahl

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Tobias Kalbitzer (re.) hat allen Grund zum Strahlen. Er schaffte es in die Stichwahl. Am 30. März müssen die Schongauer nun zwischen ihm und Falk Sluyterman entscheiden

Schongau – Jetzt ist es amtlich: Tobias Kalbitzer, der Kandidat der unorganisierten Wählergruppe Karl-Heinz Rumgedisse, hat es tatsächlich geschafft. In zwei Wochen kommt es zwischen ihm und dem SPD-Kandidaten Falk Sluyterman zur Stichwahl ums Bürgermeisteramt.

Es war klar, dass die diesjährige Bürgermeisterwahl eine spannende sein wird. Vier Kandidaten stellten sich dem Votum der Bürger. Eine Stichwahl schien relativ wahrscheinlich. Und doch war die Überraschung allen ins Gesicht geschrieben, als kurz nach 18 Uhr die ersten Hochrechnungen an die Wand des Schongauer Ratssaals projiziert wurden.

Mit versteinerten Mienen nahmen Robert Stöhr (CSU) und Ralf Schnabel von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) ihre Ergebnisse zur Kenntnis. Um die 20 Prozent für Stöhr, lediglich 15 für Schnabel, das schien schon fast unterirdisch. Zu diesem Zeitpunkt lag der Außenseiter Kalbitzer sogar vor SPD-Mann Sluyterman in Führung. Mit den Minuten pendelten sich die Zahlen dann auf stabile Werte ein. 22,3 Prozent für Stöhr, 14,6 Prozent für Schnabel, 28,8 Prozent für Kalbitzer und stolze 34,3 Prozent für Sluyterman lautete schließlich das amtliche Endergebnis um 18.30 Uhr.

„Verkehrt haben wir nichts gemacht, das ist nun einmal die Entscheidung des Wählers“, kommentierte ein wortkarger Robert Stöhr im Anschluss das Ergebnis. Auch Schnabel war sichtbar enttäuscht. „Ich hatte mir natürlich mehr erhofft“, gestand er. Vor der Wahl habe er einen deutlichen Parteienverdruss unter den Bürgern gespürt. Diese Stimmung sei jedoch offensichtlich nicht ihm, sondern Kalbitzer zugutegekommen, resümierte Schnabel sein schwaches Abschneiden. Ob er dennoch als Stadtrat lokalpolitisch aktiv werden würde, wollte er sich zu diesem Zeitpunkt noch offenhalten.

Für Sluyterman ruft indes der Alltag wieder, ehe er in zwei Wochen zur Stichwahl antritt. Für den Wahlkampf hatte er sich drei Wochen Urlaub genommen und sei sehr viel unterwegs gewesen, um mit den Bürgern in Dialog zu treten, berichtete Sluyterman. Von Entspannung könne aber keine Rede sein. Er habe Kalbitzer immer für einen ernstzunehmenden Konkurrenten gehalten, gab Sluyterman zu. Die Bürger hätten den politischen Stillstand der vergangenen Jahre satt, deshalb setzten sie große Hoffnungen in den unverbrauchten und sympathischen jungen Kandidaten. 

Kalbitzer selbst zeigte sich ob seines fulminanten Ergebnisses überwältigt. Auch wenn er insgeheim darauf gehofft hatte, in die Stichwahl zu kommen, habe er nicht wirklich damit gerechnet. Das Ergebnis zeige aber auch, dass sein Stil bei den Bürgern ankäme. Sein Wahlkampf sei eben „cool“ und „witzig“ gewesen. Und auch für die kommenden Wochen werden sich die Jungs und Mädels von Karl-Heinz Rumgedisse auf jeden Fall was einfallen lassen, ließ Kalbitzer wissen. Die Stichwahl sieht er jetzt sportlich. „Es ist wie Elfmeterschießen“, sagte er. „Es ist alles möglich.“

Von Moritz Fink

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