Zu geringe Nachfrage

Kein Ganztagsunterricht an der Pfaffenwinkel-Realschule

+
Das Leben im ländlichen Raum könnte ein Grund für den überschaubaren Bedarf sein.

Landkreis – Es war eine der erstrebenswerten Neuerungen, die der neue Anbau mit sich bringen sollte: Zum Schuljahr 2018/19 wollte die Pfaffenwinkel-Realschule endlich eine Ganztagsklasse anbieten. Doch wie jetzt feststeht, kommt das nicht zustande. Es fehlt an der Nachfrage.

Seit Jahren hatte der Landkreis als Sachaufwandsträger den Wunsch an die Realschule herangetragen, eine gebundene Ganztagsklasse zu realisieren. Zum kommenden Schuljahr sind nun die Kapazitäten da – insbesondere räumlich. „Ich hätte das gut gefunden“, sagt Schulleiter Armin Eder. Doch eine Abfrage ergab: Gerade einmal fünf Kinder wollen davon Gebrauch machen. Das sind zu wenige.

Über die Gründe ließe sich nur spekulieren, so Eder. Einen Faktor sieht er in den noch traditionelleren Familienstrukturen im ländlich geprägten Einzugsgebiet. Oftmals sei nur ein Elternteil nachmittags berufstätig, die Kinder auf einem landwirtschaftlichen Betrieb daheim oder die Verwandtschaft in so naher Entfernung erreichbar, dass der Nachwuchs versorgt sei.

Eine Einschätzung, die Amtskollege Bernhard O‘Connor vom Welfen-Gymnasium teilt. Wobei er gespannt ist, inwieweit die ab dem kommenden Schuljahr vollzogene Abkehr vom G9 den Betreuungsbedarf am Nachmittag verändere. Denn aktuell sei dieser auch am WGS sehr überschaubar. Zwar gibt es noch ein offenes Ganztagsangebot – also eines, bei dem Kinder aus verschiedenen Klassen nachmittags betreut werden. Doch im kommenden Schuljahr wird dieses mangels Nachfrage eingefroren. Nur drei der insgesamt 124 angehenden Fünftklässler seien angemeldet worden.

Anders sieht es an der Mittelschule aus. Schon seit Jahren gibt es dort einen gebundenen Ganztagszug für die fünfte bis siebte Klasse. „Der Bedarf ist relativ konstant“, weiß Schulleiter Frank Pfaffenberger. Erhöhe er sich, ließe sich auch darauf noch entsprechend reagieren.

Ob und wie groß die Nachfrage derweil an der Staufer Grundschule ist, das kommt erst zum Schuljahr 2019/20 auf. Eine offene Form – eine Mittagsbetreuung und einen Hort – gibt es hier schon länger. Ob eine Ganztagsklasse zustande kommt, gilt es erstmals abzuklopfen. „Ich kann mir schon vorstellen, dass der Bedarf da ist“, sagt Konrektorin Petra Schelle, die kommissarisch die Schulleitung inne hat. Zuerst ist aber der Umzug in den Teilneubau zu meistern.

Dieser gehe planmäßig über die Bühne, ist Stadtbaumeister Sebastian Dietrich zuversichtlich. Die Arbeiten liegen ihm zufolge im Soll, werden im Frühjahr 2019 abgeschlossen. Dann ist auch die neue Grundschul-Mensa fertig. Gekocht wird dort aber erst zum Schuljahr 2019/20. Für die hungrigen Grundschüler und auch für die Ganztagsklasse der Realschule – insofern diese dann im nächsten Anlauf zustande kommt. 

ras

Auch interessant

Meistgelesen

"Maximale Herausforderung und professionelle Zusammenarbeit"
"Maximale Herausforderung und professionelle Zusammenarbeit"
Sprachlos in München
Sprachlos in München
Über 300 Beteiligte proben in Schongau den Ernstfall
Über 300 Beteiligte proben in Schongau den Ernstfall
Bauernhofbrunch mit Landtagskandidaten
Bauernhofbrunch mit Landtagskandidaten

Kommentare