"Es ist kein Geld da" – Erneut steht die schlechte Finanzsituation der Stadt im Mittelpunkt der Bürgerversammlung

„Mit diesem Haus hat Schongau früher einmal sehr viel Geld verdient. Das geht heute nicht mehr. Aber wir hoffen, dass die Stadt irgendwann wieder mehr Geld hat“, leitete Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl im Ballenhaus die Bürgerversammlung ein.

Erneut stand die miserable Haushaltssituation im Mittelpunkt der Ausführungen. Diese für die Stadt fatale Knappheit der zur Verfügung stehenden Mittel schwebt wie ein Damoklesschwert über sämtlichen Vorhaben. So auch über dem dringend notwendigen und von vielen ersehnten Kreisverkehr unterhalb des Krankenhausberges. Dass die jetzige Verkehrssituation schier unzumutbar ist, brachten in der Aussprache gleich mehrere Bürger zum Ausdruck. „Ich habe die dringende Bitte, dass da was getan wird“, forderte unter anderem Monika Schilcher, Mitglied des Elternbeirats des Kindergartens „Luftballon“, der sich in unmittelbarer Nähe besagter Kreuzung befindet. Hunderte von Berufsschülern und zahlreiche Kindergartenkinder kreuzten täglich diesen Unfallknotenpunkt, beklagte Schilcher, die wiederholt ein rasches Handeln seitens der Stadt forderte. Doch hier konnte ihr Gerbl kaum Hoffnungen machen. „Es ist kein Geld da“, lautete dessen Antwort. Auch die im Raum stehende Abgabe der Trägerschaft des Kindergartens „Regenbogen“, auf die Monika Schilcher verwies, konnte Gerbl nicht entkräften. „Die Verwaltung hat die Aufgabe, zu prüfen, wo Kosten eingespart werden können. Und hier wird auch geprüft, ob durch die Abgabe des städtischen Kindergartens an einen anderen Träger Kosteneinsparungen möglich sind“, sagte Gerbl, der aber auch darauf hinwies, dass die Überlegungen erst am Anfang einer längeren Prüfungskette stünden. Überhaupt hatten die anwesenden BürgerInnen einige Punkte, die sie geklärt haben wollten, wie zum Beispiel die anstehende Sanierung des Marienplatzes und die damit verbundene halbseitige Sperrung für den Verkehr. Bürgermeister Gerbl hatte in seinen Ausführungen auch einige statistische Zahlen in petto: „Der demographische Wandel wird auch bei uns zunehmend spürbar“, trug Gerbl vor, 133 Sterbefällen standen im vergangenen Jahr 83 Geburten gegenüber. „Das sind 50 Einwohner weniger. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, ist Schongau in 237 Jahren ausgestorben“, rechnete Gerbl vor. Sicherlich würde es so weit nicht kommen, aber die Einwohnerzahl der Lechstadt sei seit Jahren rückläufig und habe nun die magische Grenze von 12000 unterschritten, ergänzte der Bürgermeister. Überrascht zeigte sich Gerbl von den vielen Nationen, die in Schongau wohnen. Laut Stadtverwaltung gibt es in Schongau 64 verschiedene Nationalitäten. „Ich wusste, dass es viele sind, aber dass es so viele sind, hätte ich mir nicht träumen lassen“, erklärte Gerbl. Keinen Hehl machte er aus seiner Enttäuschung gegenüber der Nachbargemeinde Peiting, die sich gegen eine Sicherheitswacht ausgesprochen hatte. „Damit hätten wir uns viele Kosten gespart, denn dann wäre die Einwohnerzahl über 20000 gewesen“, betonte Gerbl, der aber dennoch frohen Mutes ist, dass die vom Stadtrat gewünschte Sicherheitswacht kommen wird.

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