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Kein Peitinger „Christbaumverbot“

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Von: Rasso Schorer

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Weihnachtsbaum Christbaum Peiting
Erneut wird in Peiting ein Weihnachtsbaum am Hauptplatz funkeln, verkündete Bürgermeister Peter Ostenrieder am Donnerstag nach anderslautenden Meldungen. © Ostenrieder

Peiting – Lebkuchen im Supermarkt reichen heuer nicht als Aufreger: Dass Peiting in diesem Jahr womöglich keinen beleuchteten Weihnachtsbaum aufstellen, sondern diese Energie einsparen könnte, schlug dieser Tage hohe Wellen, schildert Bürgermeister Peter Ostenrieder. Am Donnerstagnachmittag gab er Entwarnung. Die Marktgemeinde bekommt einen funkelnden Baum, von dem sogar eine besondere Signalwirkung ausgehen soll.

Plötzlich stand Peiting im Mittelpunkt nationalen Interesses: „Bayerische Gemeinde schafft Weihnachtsbaum ab“, hieß es da sinngemäß. Da habe eine Presseagentur aber lose Gedanken vorschnell als beschlossene Sache gedeutet, teilt der Bürgermeister seine Sicht mit.

Tatsächlich sei es in einem Pressegespräch über die seit Monatsbeginn gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen für Kommunen zur Energieeinsparung gegangen. Anstrahlung öffentlicher Gebäude, Reduzierung von Heizungs- und Warmwassertemperaturen in öffentlichen Gebäuden und dergleichen sind die Stichworte. Auch schon beschäftigt habe man sich im Rathaus mit dem Thema Weihnachtsbeleuchtung, bestätigt Ostenrieder.

Peitinger Christbaum: Geschichte kommt ins Rollen

Diese umfasst in Peiting die Beleuchtung entlang der Straßen, die direkt an die Straßenbeleuchtung gekoppelt ist, und den großen Weihnachtsbaum in der Ortsmitte. „Es wurde darauf hingewiesen, dass man schon gerne ein Zeichen setzen möchte und dies sich evtl. beim Christbaum machen ließe“, fasst Ostenrieder das Gespräch zusammen. Das sei – immerhin rund ein Vierteljahr vor der Adventszeit – in einem Artikel auch so dargestellt worden. Doch dann kam die Geschichte ins Rollen.

Beschlossen sei da noch nichts gewesen, unterstreicht der Bürgermeister, von einem von ihm verhängten „Christbaumverbot“, wie es ihm deutschlandweit zugeschrieben worden sei, könne gar keine Rede sein. „Die Wellen kochten jedoch hoch.“

Engagement zweier Peitinger Firmen

Im Laufe des Donnerstags löste sich aber dank des Zutuns zweier Peitinger Firmen vieles in Wohlgefallen auf: Tannen-Geiß spendet einen Baum, auch Markus Stöger Elektrotechnik bringt sich ein und wird eine entsprechende Solaranlage mit Akku am Hauptplatz installieren. Die Beleuchtungsteppiche an beiden Rathäusern bleiben heuer zwar aus, der Baum aber werde also „erstrahlen wie eh und je“, freut sich der Bürgermeister – Sonnenschein vorausgesetzt.

Das sei ein vorweihnachtliches Signal der Zuversicht, aber auch für die Energiewende. Denn der „solarbetriebene Christbaum“ sende ein Zeichen, „zum Nachdenken über mögliche alternative Energien“. Peiting mache mit dem Christbaum einen kleinen Anfang. „Die aktuelle Lage wird uns aber auch in den nächsten Jahren immer wieder vor Herausforderungen stellen, bei denen man auch über kleine Insellösungen nachdenken kann und sollte.“

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