Eineinhalbstündige Sitzung

Gemeinderat Hohenfurch segnet Haushaltsplan 2018 ab

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Viel investiert wurde für den Kindergarten Sonnenblick in der Römerstraße. Nun muss noch einmal für die Instandsetzung der Terrasse Geld in die Hand genommen werden.

Hohenfurch – In rund eineinhalb Stunden war alles getan: Einmütig – und mit nur einer Gegenstimme bei der Abstimmung für den Finanzplan 2018 – segnete der Hohenfurcher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Haushaltsplan 2018 ab, der einen Gesamthaushalt in Höhe von 4.036.600 Euro beinhaltet. Der Schuldenstand der rund 1.567 Einwohner starken Gemeinde beläuft sich aktuell auf 846.685,73 Euro. Pro Kopf steht damit jeder Hohenfurcher mit 540,32 Euro in der Kreide.

In unaufgeregten, sachlichen Worten führte Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder die anwesenden Gemeinderäte samt Bürgermeister Guntram Vogelsgesang durch den rund 180 Seiten starken Haushaltsplan für 2018, nicht ohne die prägnantesten Punkte noch einmal explizit hervorzuheben. So erklärte er, dass aus der derzeitigen allgemeinen Rücklage der Gemeinde in Höhe von 695.508,34 Euro knapp 303.350 Euro entnommen werden, um eine Kreditaufnahme für die geplanten Investitionen in Höhe von 1.114.210 Euro zu vermeiden. Es mache ja keinen Sinn, wenn die Gemeinde für Vermögen auf der Bank Strafzinsen zahlen müsse, legte er dar. Für das Haushaltsjahr 2019 werde allerdings wieder eine Summe von 30.000 Euro der Rücklage zugeführt. Rückgeführt würden außerdem Entnahmen derjenigen Investitionen, die aus irgendeinem Grund für 2018 nicht durchgeführt werden konnten.

Bei der Grundsteuer A hat die Gemeinde Einnahmen zu erwarten in Höhe von 13.300 Euro, bei der Grundsteuer B knapp 126.100 Euro. Auch die zu erwartende Gewerbesteuer spült Geld in die Kasse Hohenfurchs und liegt für 2018 bei rund 195.000 Euro. Dass es sich hierbei um den geschätzten Realabsatz handele, erklärte der Geschäftsstellenleiter auf Nachfrage von Gemeinderat Josef Schmidbauer (SPD). Dieser hatte die Diskrepanz zum Vorjahreswert hinterfragt, konnte doch für 2017 Gewerbesteuer in Höhe von 280.779 Euro eingenommen werden. Erwähnenswert für Sebastian Ostenrieder war noch der Hinweis, dass die Hebesätze sowohl für Grundsteuer A und B als auch für die Gewerbesteuer unverändert bleiben werden. Eine Erhöhung ist also nicht vorgesehen.

Mit rund 900.000 Euro Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung darf ebenfalls gerechnet werden. Da Hohenfurch mit einer sogenannten Steuerkraftzahl von 671,53 Euro unter dem Landesdurchschnitt liegt, erhält die Gemeinde auch für das kommende Haushaltsjahr Schlüsselzuweisungen. 2018 fallen 451.880 Euro der Kommune zu. Interessant ist auch der Blick auf die Einnahmen durch Verwarnungsgelder, die vom Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland überlassen werden: Voraussichtlich 50.000 Euro können für 2018 angesetzt werden. Viel mag dazu auch die Verkehrssituation rund um Hohenfurch beitragen. So bemängelte im Anschluss an die Haushaltsberatung ebenso Gemeinderat Josef Schmidbauer (SPD), dass es durch die derzeitigen Sperrungen bei Kinsau zu teils drastischen Szenen, verursacht durch zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer, an den eigentlich für den fließenden Verkehr nicht freigegebenen aber beliebten Ausweichsstrecken Richtung Hohenfurch komme.

Ausgaben gibt es natürlich auch für die Gemeinde Hohenfurch. So werden für die Gewerbesteuerumlage rund 50.000 Euro veranschlagt, für die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft 188.825 Euro. Die Kreis­umlage wurde für 2018 mit 754.660 Euro umgesetzt.

Einen Ausblick auf die geplanten Investitionen für 2018 gab es ebenfalls durch Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder. Den Löwenanteil daran nehmen die Posten für Straßen- und Feldwegebau ein; hier fließen knapp die Hälfte der Investitionskosten hinein (rund 500.000 Euro). Auch der Grunderwerb, unter anderem für den geplanten Bauhof, schlägt darin deutlich zu Buche. Für den Kindergarten sind Investitionen in Höhe von 20.500 Euro veranschlagt; neben der Beschaffung von Ausstattungsgegenständen (5.000 Euro) und Beiträgen zur Wasserversorgung (3.000 Euro) und Kanalherstellung (5.000 Euro) kommen noch einmal Kosten für die Holzterrasse hinzu (7.500 Euro). So tragen die Glasscheiben des Kindergartens an sommerlichen Tagen derart zur Aufheizung des Holzbodens bei, dass das eigentlich zum Schutz aufgebrachte Wachs aus den Fasern austritt und das Betreten der Außenterrasse unmöglich macht, wie Bürgermeister Guntram Vogelsgesang den Anwesenden berichtete. Weitere Investitionen fließen Richtung Feuerwehr, darunter 50.000 Euro für Ausrüstungsgegenstände, wozu vorhandene Schutzanzüge zählen, die „weit über ihrer geplanten Lebensdauer liegen“, wie Vogelsgesang insistierte; das werde jedoch im Gemeinderat noch zur Beratung kommen. Die Umrüstung auf Digitalfunk wird mit 25.000 Euro bezuschusst, Hydranten mit knapp 2.000 Euro.

Knapp 132.000 Euro fallen abschließend noch im Zuge des Breitbandausbaus an. Anfang Juni sei die Schlussrechnung zu erwarten, erklärte Geschäftsstellenleiter Sebastian Ostenrieder, dann wisse man mehr. Doch könne mit knapp 80.000 Euro an Zuschüssen dafür gerechnet werden. 

Regine Pätz

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