Keinen Präzedenzfall schaffen:

Nein zu Mini-Häusern am Roten Berg

PantherMedia B11994776
+
Bis zu drei Personen auf 18 Quadratmetern? Die einen Gemeinderäte fanden es charmant, andere schüttelten den Kopf.

Peiting/Herzogsägmühle – Die Abstimmung endete mit 15:9 – eine Mehrheit sagt Nein zu Mini-Häusern im Baugebiet am Roten Berg in Herzogsägmühle. Der Antrag, den Bebauungsplan zu ändern, um zunächst vier Tiny Houses zu ermöglichen, wurde abgelehnt.

Damit folgte die Mehrheit Marktbaumeister Fabian Kreitl, der das Vorhaben städtebaulich „kritisch betrachtet“. Wenn man dort anfange mit Tiny Houses, dann seien es schnell mal acht, neun oder zehn solcher kleinen, meist noch fahrbaren Mini-Häuser. Das sehe dann aus wie auf einem Campingplatz.

Herauszuhören war, dass die meisten Marktgemeinderäte sich mit Mini-Häusern anfreunden könnten – aber nicht an diesem Standort. Als „unkritisch“ erachtete Christian Lory (Unabhängige) Tiny Houses am Roten Berg. Sie müssten halt an das Wasser- und Kanalnetz angeschlossen werden, meinte er ebenso wie Tobias Eding (SPD). Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne) bezeichnete sie als sozial wichtig, zumal sich für viele Menschen die finanzielle Situation verändere. Peiting sollte es mit Tiny Houses versuchen. Dr. Günter Franz (Grüne) gab zu bedenken, dass von Herzogsägmühle wohl ein Bedarf angemeldet worden sei. Man sollte das probieren.

Hermann Mödl (BVP) fand das prinzipiell eine „tolle Sache“. Auch ein ortsansässiger Schreiner baue solche Häuser. Michael Deibler (CSU) sah den Platz am Roten Berg als geeignet an. Man müsse auch sehen, für wen Herzogsägmühle solche Wohnmöglichkeiten schaffen wolle. „I find, des passt da nei“, sagte Claudia Immisch (CSU).

Marktbaumeister Kreitl entgegnete, wenn die Gemeinderäte dazu Ja sagen, dann sei das kein Probieren mehr, sondern ein Faktum geschaffen. Er sehe dann Anträge für Tiny Houses auch aus anderen Peitinger Wohngebieten kommen. Präzedenzfälle seien zu vermeiden. Wenn, dann sollten Tiny Houses in einem besonderen Gebiet aufgestellt werden.

Bis zu drei Personen auf 18 Quadratmetern – Andreas Barnsteiner (BVP) schüttelte da den Kopf. Außerdem habe man am Roten Berg einen Bebauungsplan, der vorwiegend Doppelhäuser und Reihenhäuser vorsieht. Herbert Salzmann (SPD) sah das Problem der Fluktuation. Darauf wies auch Alex Zila (Unabhängige) hin. Ein „ständiges Kommen und Gehen“ müsse vermieden werden; darum sollten Tiny Houses woanders in Peiting Platz finden.

Hinter Kreitl stellte sich Norbert Merk (CSU). „Ich kann die Bedenken des Marktbaumeisters voll und ganz teilen.“ Er sei dagegen, kleine Einheiten neben großen Häusern zuzulassen. Wenn, dann sollten Tiny Houses eine ganze Kette bilden. Bürgermeister Peter Ostenrieder fand das Thema „spannend“. Eine gewisse Ordnung im Baubereich müsse aber gewährleistet sein.

Alex Zila sprach zudem an, dass dort am Roten Berg keine Telefonleitung für einen Festnetzanschluss verlegt werde. Geschäftsleiter Stefan Kort vom Rathaus antwortete, dass die Gemeinde über ein Förderprogramm eine Leitung realisieren wolle. Aber bis so ein Breitbandanschluss kommt, werde es noch drei, vier Jahre dauern. Die Telekom verweise in solchen Bereichen darauf, dass der gesetzliche Auftrag auch erfüllt sei, wenn Mobilfunk möglich ist bzw. Daten per Richtfunk übertragen werden. 

jj

Auch der Schongauer Bauausschuss hat sich zuletzt immer wieder mit dem Thema Tiny House beschäftigt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauen am Hochweg in Peiting: Das soll auf dem Areal entstehen
Bauen am Hochweg in Peiting: Das soll auf dem Areal entstehen
27-Jähriger aus dem Raum Schongau bestellte Drogen im Darknet
27-Jähriger aus dem Raum Schongau bestellte Drogen im Darknet
Vorsitzende Claudia Steindorf über den SPD-Ortsverein und die Fraktion
Vorsitzende Claudia Steindorf über den SPD-Ortsverein und die Fraktion

Kommentare