Keltisches Handwerk geübt – Erste "Keltenwoche" begeistert Teilnehmer – Ausstellung in Bernbeuren

Vom „Brettchenweben“ konnten die Teilnehmer der ersten Keltenwoche gar nicht genug kriegen. Fotos (5): Privat

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KREISBOTE, Bernbeuren – Vor 2000 Jahren haben die Kelten die Ankunft der Römer auf dem Auerberg erlebt. Die Römersiedlung wird nächstes Jahr 2000 Jahre alt. Auf die Spuren der Kelten begaben sich in den Sommerferien 24 Kinder und Erwachsene am Fuße des Auerbergs. Die erste Keltenwoche klang mit einem fröhlichen Abschlussfest aus. Bund Naturschutz, Auerbergmuseum Bernbeuren und IG Auerberg boten ein besonderes Familienferienprogramm in Bernbeuren an: In der Freiluftwerkstatt der Archäologin Karin Sieber-Seitz und unter Leitung von Miriam Gerhardt und Barbara Zach, Diplom-Biologinnen und zertifizierte Umweltpädagoginnen, lernten die Teilnehmer an fünf Tagen keltisches Handwerk kennen. Was bei dieser Beschäftigung mit ungenormten Naturmaterialen, wie Getreidekörnern, Schafwolle, Weidenruten, Lehm und Stroh für die „mediengeprägten Menschen von heute“ herausgekommen ist, wurde beim Abschlussfest stolz hergezeigt. Bei selbstgebackenen Semmeln aus dem Lehmbackofen und vielgelobten Keltenwürst- chen präsentierten die Teilnehmer den Gästen ihre „Keltenprodukte“. „Das Brettchenweben hat mir am besten gefal- len“, antwortete nicht nur Filumena bei der Fragerunde an alle Teilnehmer. Johannes begeisterte „die Kräuterwanderung in die Feuersteinschlucht“, während Marius vom Schnitzen schwärmte. Was ihnen gefehlt hat? „Tomatensoße“, lautete Julius‘ Antwort. Denn Tomaten gab es zur Zeit der Kelten ebenso wenig wie Kartoffeln, Kaffee und Zucker. Gewürze wie Pfeffer oder Koriander haben erst die Römer aus dem Süden mitgebracht. Kein Wunder also, dass die Zusammensetzung des täglichen Mittagessens für viele ungewohnt war. Um sich die Zeitabstände vorstellen zu können, hatten sie sich entlang eines Zeitstrahls aufgestellt: Von der Gegenwart mit einem Schritt in die Zeit von Omas Kindheit, fünf Schritte bis Kolumbus‘ Entdeckung von Amerika,15 Schritte bis Christi Geburt und nochmals fünf bis zu den frühen Kelten waren es dann 15 Schritte. Die getöpferten Keltenbecher waren in eine 70 cm tief gegrabene Grube gelegt und mit Feuer umgeben worden. Am letzten Tag fand in Anwesenheit von Bürgermeister Heimo Schmid und Peter Ernst, dem Vorsitzenden des Museumsvereins, die feierliche Eröffnung statt. Leider waren einige Becher zersprungen. Auch eine Metzgerei aus Lechbruck war mit einem Experiment beteiligt und hatte keltische Würste nach Vorgaben der Archäologin hergestellt: ohne konventionelle Gewürzmischungen, nur auf die aus keltischer Zeit bekannten Gewürze beschränkt. Heraus kam eine Geschmackserfahrung, die alle begeisterte. Das Projekt wurde vom Bayerischen Umweltministerium gefördert und und trägt das Siegel „Umweltbildung.bayern“. Die Produkte aus der Keltenwerkstatt sind bis Sonntag, 4. September, im Auerbergmuseum in Bernbeuren ausgestellt. Geöffnet hat das Museum Samstag von 15 bis 17 Uhr, Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Führungen außerhalb dieser Zeiten bietet Zach an. Terminvereinbarung unter Tel. 08860/921452.

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