Wird das "Haus für Kinder" teurer?

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Noch Baustelle, ab Herbst Kindergarten: Auf dem ehemaligen May-Gelände entsteht das „Haus für Kinder“.

Schongau – Fleißig gearbeitet wird derzeit am neuen „Haus für Kinder“ am ehemaligen May-Gelände. Kein Wunder, schließlich ist der Zeitplan eng getaktet. Schon im September soll der Kindergarten eröffnet werden. Für die Stadt könnte die neue Einrichtung derweil teurer werden als ursprünglich gedacht.

Robert Thomas hatte keine guten Nachrichten für die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Vier Gewerke für das „Haus für Kinder“ sollten vergeben werden, alle vier würden teurer werden als geplant, schickte der für den neuen Kindergarten zuständige Stadtbauamtsmitarbeiter vorweg. Das Problem: Zwar hatte die Stadt in allen Fällen mindestens acht Firmen um ein Angebot gebeten, doch angesichts voller Auftragsbücher fielen die Rückmeldungen überschaubar aus.

Für die Trockenbauarbeiten etwa gab nur eine Firma ein Angebot ab, das rund 8000 Euro über den geschätzten Kosten von 120 000 Euro lag. Prozentual fiel diese Überschreitung noch moderat aus, anders beim Gewerk Estrich: Weil hier vier von fünf Firmen, die sich an der Ausschreibung beteiligt hatten, wegen Verfahrensfehlern ausgeschlossen werden mussten, blieb auch hier nur ein Angebot übrig. Das lag mit 46 000 Euro jedoch gut 28 Prozent über der Planung (36 000 Euro). Von dem Vorschlag Michael Eberles (CSU), das Gewerk deshalb noch einmal auszuschreiben, riet Thomas ab. Dem Estrich komme eine Schlüsselrolle bei den Bauarbeiten zu, begründete er. Verzögerungen würden das ganze Projekt im Zeitplan zurückwerfen. Außerdem sei nicht sicher, ob eine neuerliche Ausschreibung ein günstigeres Ergebnis bringe. „Möglicherweise war auch der Ansatz zu niedrig.“

Das traf auf die vorgehängte, hinterlüftete Fassade zu. Weil sich hier Änderungen in der Planung ergeben hatten hinsichtlich der Dämmung, lag das günstigste von zwei Angeboten gleich um 39 000 Euro über dem Budget von 97 000 Euro. Es werde derzeit noch eine Alternativ­variante geprüft, erklärte Thomas. Möglicherweise ließe sich dadurch noch ein vierstelliger Betrag einsparen.

Rund 9000 Euro über der Kostenschätzung von rund 144 000 Euro lag auch das einzige gültige Angebot für die Spezial­innentüren. Mehr als die vergleichsweise moderate Steigerung sorgte die Gesamtsumme für Diskussionen im Gremium. Helmut Hunger (CSU) und Stephan Hild (UWV) hielten den Preis für viel zu hoch („5000 Euro pro Tür sind ein Wahnsinn“). Daran konnte auch Thomas‘ Hinweis nichts ändern, dass es sich bei der Mehrzahl der rund 30 Türen nicht um 08/15-Varianten handle. Beide Räte stimmten dagegen.

Mit den vier Gewerken sind nun rund 72 Prozent der veranschlagten Baukosten von 2,6 Millionen Euro vergeben. Ob diese Summe am Ende reicht, scheint derzeit fraglich. Aktuell liegt man bereits knapp fünf Prozent über dem Budget. 

chpe

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