Auszeit für alle

Kinderheim St. Hedwig in Böbing eröffnet Snoezelen-Raum

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Spender und Beschäftigte freuen sich über den neuen Snoezelen-Raum im Böbinger Kinderheim St. Hedwig: Sabine Seel (Heimleitung), Kinder der Grundschule Steingaden mit Maria Greinwald, Max Bertl (Sparkasse), Conny Leibig (Heimerer), Heike Herrmann (pädagogische Fachkraft), Monika Steiner (Heimerer) sowie Jürgen Jahrsdörfer und Julia Wanner (Grundschule) (v. links).

Böbing – Im Böbinger Kinderheim St. Hedwig halten sich viele seit Anfang September in einem bestimmten Zimmer auf. Seitdem gibt es im Untergeschoss nämlich einen Snoezelen-Raum. Das Fazit von Heimleitung Sabine Seel bei der feierlichen Eröffnung vergangene Woche: „Alle lieben es.“

Bunte Lichtpunkte wandern über den Boden und die Wände, eine Wassersäule blubbert leise vor sich hin, in der Ecke steht ein riesiges Wasserbett. Ursprünglich kommt das Snoezelen – der Begriff setzt sich aus den niederländischen Wörtern „snuffelen“ (kuscheln, schnuffeln) und „doezelen“ (dösen) zusammen – aus der Behindertenhilfe, erklärt die internationale pädagogische Fachkraft für Snoezelen Heike Herrmann den anwesenden Gästen und Spendern.

Was sich dahinter genau verbirgt ist gar nicht so leicht zu erklären. „Alle hier haben ein Päckchen zu tragen“, sagt Heimleiterin Sabine Seel. Und sie alle brauchen eine Auszeit, die sie wieder zu sich bringt. Genau dafür wurde der neue Raum geschaffen.

Ran ans Wasserbett

Und die Gäste – darunter eine Schulklasse der Grundschule Steingaden, die mit einem Spendenlauf für den Raum gesammelt hat – dürfen das Snoezelen auch gleich ausprobieren. Zusammen mit Heike Herrmann setzen sie sich auf den Boden um eine Decke herum, auf der Gegenstände liegen, die mit Erntedank zu tun haben. Sie erzählen, was sie mit Kastanie, Kürbis oder Apfel verbinden.

Danach dürfen sich die Gäste einen gemütlichen Platz im Raum suchen. Die Kinder stürzen sich auf das Wasserbett, das zudem vibriert, die Erwachsenen müssen mit den weichen Polstern vorlieb nehmen. Herrmann entführt alle auf eine Gedankenreise rund um einen Regenbogen.

Eingesetzt werden solche Räume in Kliniken, Reha-Einrichtungen, Kindergärten oder Altersheimen. „Es gibt keine Altersgrenzen“, so die pädagogische Fachkraft. Beispielsweise sei Snoezelen auch für gestresste Manager geeignet, ergänzt Seel. Durch die verschiedenen Reize in dem Raum, werden auch verschiedene Sinne angeregt.

Bei der Einrichtung des großen Raumes habe man viel Augenmerk auf hochwertige und haltbare Materialien gelegt, so die Heimleiterin. Die Kosten dafür lagen bei rund 20.000 Euro. „Wir waren da natürlich auf Spenden angewiesen“, sagt Sabine Seel.

Die kamen zu einem großen Teil von der Steingadener Grundschule. Insgesamt kam bei ihrem Spendenlauf, den vor allem die damalige FSJlerin Julia Wanner initiierte, 6.663 Euro zusammen. Außerdem beteiligte sich die Sparkasse Oberland sowie die Heimerer Schulen an dem Projekt. 

asn

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