Einstimmiger Beschluss

Kindergärten: Peiting dreht an der Gebührenschraube

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Die Nestschaukel ist dicht belagert – Foto mit Drei- bis Sechsjährigen vor dem Therese-Peter-Haus. Links Kinderpflegerin Carina Schleich. Rechts Lena Benedikt, die in die Heilerziehungspflegeschule geht und ihr Anerkennungsjahr macht.

Peiting – Zum September 2017 werden in Peiting die Gebühren für einen Platz im Kindergarten erneut leicht erhöht. Dies haben die Marktgemeinderäte in ihrer Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen. Sie folgen damit dem Vorschlag von Kämmerer Christian Hollrieder.

In Peiting besuchen 382 Buben und Mädchen einen Kindergarten. Birkland mitgerechnet. Die Steigerung orientiert sich an der Tariferhöhung im öffentlichen Dienst, die für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen maßgeblich ist. Darum gehen die Gebühren mit Beginn des neuen Kindergartenjahres um 2,4 Prozent nach oben. Die letzte Anhebung war im September vergangenen Jahres.

Eltern, die täglich vier bis fünf Stunden buchen, zahlen derzeit 95 Euro im Monat. Ab Herbst sind es 97. Bei sechs bis sieben Stunden sind es 120 Euro, drei mehr als bisher. Beibehalten wird, dass ab dem zweiten Kind aus einer Familie die Gebühr auf 50 Prozent ermäßigt wird.

Bei 96 Buben und Mädchen, die Vorschulkinder sind, wird die monatliche Gebühr vom Freistaat übernommen. Bei knapp einem Viertel der Kinder erhalten die Eltern einen Zuschuss vom Amt für Jugend und Familie.

Ein Vergleich mit der Stadt Schongau zeigt: Dort ist die Gebühr für einen Platz in der Regelgruppe etwas günstiger. Vier bis fünf Stunden pro Tag kosten 88 Euro. Bei sechs bis sieben Stunden sind es 104 Euro. Doch ist davon auszugehen, dass auch dort eine Anhebung zum Herbst folgen wird.

Für Kinder unter drei Jahren liegt die Gebühr künftig in Peiting bei 162 Euro für fünf bis sechs Stunden Buchung. In der Krippengruppe sind es zwischen 174 Euro (drei bis vier Stunden) und 304 Euro (neun bis zehn Stunden). Auch in diesem Bereich fallen die Gebühren in Schongau niedriger aus.

„Wir müssen dran bleiben“, sagte Marktkämmerer Hollrieder. Er verwies darauf, dass sich innerhalb der letzten zwölf Jahre der Betrag, den die Gemeinde für die Betreuung in Kindertagesstätten beisteuert, verdoppelt hat – von 600 000 Euro auf knapp 1,2 Millionen Euro. In Peiting gibt es die Einrichtungen im Therese-Peter-Haus, am Rathaus und in Birkland (alle drei gemeindlich). Der St. Michaels-Kindergarten der Caritas und die Kinderhilfe Oberland mit ihren Einrichtungen (Am Gumpen, Forsthaus, Kinderhaus Untereggstraße und Weiherhäusle) orientieren sich bei den Regelplätzen an den Sätzen der Gemeinde.

Gebühren noch höher?

Der Beschluss zur Anhebung fiel einstimmig. Doch die Bewertungen variierten. Thomas Elste (Grüne) plädierte vor dem Hintergrund, dass zwei neue Erzieherinnen eingestellt worden seien und die Qualität der Betreuung immer besser werde, für einen höheren Elternbeitrag. Das Argument, dass „hochwertige Arbeit“ ihren Preis habe, müsse mindestens so wiegen wie der Aspekt der familienfreundlichen Gemeinde. Eltern würden auch für Auto und Einkäufe einiges ausgeben.

Peter Ostenrieder (CSU) vertrat die Ansicht, „dass Peiting ein familienfreundlicher Ort sein will.“ Dafür müsse die Marktgemeinde was tun. Der Eltern­anteil bei der Kindergartengebühr betrage rund 50 Prozent. Dies sei „so nicht selbstverständlich“.

Herbert Salzmann (SPD) erklärte, eine deutliche Erhöhung des Elternanteiles passe kaum zur politischen Großwetterlage. Die Marktgemeinde habe in den letzten Jahren verschiedene Steuern erhöht; eine unter mehreren Begründungen dafür seien Aufwendungen für Kindergärten und Krippe gewesen.

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