Offen für alle

Kleiderkammer Schongau mit neuem Helferteam wieder am Start

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Sie werden ab sofort miteinander dafür sorgen, dass die Erfolgsgeschichte „Kleiderkammer“ weiter geschrieben wird, von links: Lissy Straif, Nicole Kuhnig, Gabi Mayer, Christine Venturi, Doris Wölfle, Karin Toth, Barbara Dulisch und Sonja Zeug. Mit dabei aber nicht auf dem Foto: Anni Brugger und Angelika Uhlmann.

Schongau – Eine erfreuliche und tolle Nachricht: Die Geschichte, die sich innerhalb von vier Jahren zu einer Erfolgsstory in der Lechstadt gemausert hat, kann weiter geschrieben werden. Die bekannte Kleiderkammer, die im Köhlerstadl untergebracht ist und nur von ehrenamtlichem Personal geführt wird, bleibt weiterhin offen. Und zwar für alle Bürger, egal aus welchen sozialen Schichten kommend. Neu gefundene Helferinnen machen dies möglich.

Es ist ein richtiger Felsbrocken, der Sonja Zeug vom Herzen gefallen ist. Die Erleichterung ist ihr förmlich anzusehen. Zogen doch noch im vergangenen Jahr dunkle Wolken auf, die beliebte Kleiderkammer nach vier Jahren schließen zu müssen, herrscht jetzt wieder Sonnenschein rund um die Einrichtung im Köhlerstadl. Sonja Zeug und Karin Toth, die 2015 diese Einrichtung aufgebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte, waren im vergangenen Jahr an ihre gesundheitliche Grenzen gestoßen. Es hieß für beide „kürzer treten“, die Arbeit wuchs ihnen trotz mancher Helferin förmlich über den Kopf.

Sonja Zeug und Karin Toth sind von Anfang an dabei, gehörten eben zu den Initiatorinnen der ersten Stunde. Sie verfolgten damals den Zustrom von Asylbewerbern nach Schongau und die nahe Umgebung. „Wir wollten diesen Menschen einfach nur schnell und unbürokratisch helfen“, erinnern sich die beiden heute. Sie erkannten, dass es in Sachen Kleidung und Schuhwerk an allen Ecken fehlte. Die Sammelaktion der beiden kam ins rollen.

„Durch die großzügige Unterstützung der Stadt in Sachen Räumlichkeiten konnten wir uns im hinteren Bereich des Köhlerstadls einnisten“, erzählt Sonja Zeug. Regale und Kleiderständer wurden organisiert, Kleidungsstücke nach Teilen für Männer, Frauen und Kinder nach Größen eingeordnet. „Die Initiative kam bei den Asylbewerbern sehr gut an“, erinnert sich Karin Toth. Und machte die Runde in der breiten Öffentlichkeit. Deshalb wurde die Kleiderkammer ab Februar 2016 für die Allgemeinheit zugänglich gemacht. Jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr herrschte Hochbetrieb zwischen all den Regalen und Kleiderständern.

Doch es war für die ehrenamtlichen Kräfte nicht mit diesen beiden Stunden getan. Die Arbeit war fast ein Fulltimejob. Kleider mussten angenommen, begutachtet und einsortiert, unbrauchbare Ware entsorgt werden. „Das hielt uns immer auf Trab, hatten wir doch nur in den Ferien geschlossen“, sagt Zeug. Deshalb war bei den beiden Frauen nach vier Jahren irgendwie die Luft raus. Vor allem, weil sich keine neuen Helferinnen fanden. Deshalb erklärten beide Anfang September 2019, dass sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit beenden werden. Im Klartext: Das hätte das Aus für die beliebte Einrichtung bedeutet.

Ein Aufruf über verschiedene Medien und ein Hilferuf an den Bürgermeister Falk Sluyterman zeigten Wirkung. „Es meldeten sich überraschend viele Frauen aus Schongau und Umgebung, die ihre Hilfe anboten – ehrenamtlich. Und es konnte auch mit Christine Venturi eine neue Ansprechpartnerin gefunden werden, bei der ab jetzt alle Fäden zusammenlaufen. Sie setzt ihre Schaffenskraft schon seit einigen Monaten für die Kleiderkammer ein. Erleichterung bei Zeug und Toth, die jetzt unter diesen Umständen sogar weiter mithelfen werden.

„Unsere Besucher sind aus allen sozialen Schichten. Wir möchten all die Menschen erreichen, die mit wenig Geld ihr Leben meistern müssen.“ Dies liegt Christine Venturi vor allem am Herzen. Dabei erwähnt sie, dass sich niemand ausweisen muss. Auch an soziale Einrichtungen und Betreuungsstellen geht ihre Bitte, hinzuweisen, dass es die Kleiderkammer gibt. „Offen für alle“, so Venturis Ruf an die Öffentlichkeit. Also – hereinspaziert in die gute Stube.Öffnungszeit, während dieser auch Kleidungsstücke und Schuhwerk in gutem Zustand abgegeben werden können, ist jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr. Ausgenommen Schulferien. Bgm.-Lechenbauerstr. 2, Köhlerstadl, Schongau.

hh

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