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Köhlerstadel soll Raumnot an der Staufer Grundschule lindern

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Von: Astrid Neumann

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Die schnellste Lösung: Der Köhlerstadel könnte künftig von der Grundschule genutzt werden.
Die schnellste Lösung: Der Köhlerstadel könnte künftig von der Grundschule genutzt werden. © Neumann

Schongau – Mit maximal 400 Schülern hatte man bei der Planung der neuen Staufer Grundschule damals gerechnet. Aktuell sind es jedoch bereits über 500 Grundschüler, der Platzmangel ist jetzt schon akut. Eine Erleichterung der Situation soll nun der Köhlerstadel bringen.

„Wir haben definitiv Handlungsbedarf“, machte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich im Stadtrat am Dienstag deutlich. Geplant war die Staufer Grundschule damals zunächst mit 17 Klassenzimmern. Aufgrund der Flüchtlingskrise ab 2015 stockte man noch auf 19 Klassenzimmer auf, so Dietrich. Die Tendenz habe sich in der Folge fortgesetzt. So war und ist Schongau von dem Flüchtlingszustrom betroffen, hinzu komme die Trendwende bei den Geburtenzahlen. Im Moment habe man zwei weitere Räume provisorisch als Klassenzimmer in Benutzung, somit sind es derzeit 21.

In Kooperation mit dem Landratsamt war in mehreren Gesprächen eine Lösung für die Raumnot an der Grundschule ab diesem Schuljahr über die Anmietung von Räumen der Realschule und des Gymnasiums erarbeitet worden. Allerdings war dies wegen einer kurzfristigen Änderung der Vorgaben für die Klassenbildung von Seiten des Kultusministeriums nicht möglich. Das Schuljahr musste ohne Anmietung zusätzlicher Räume begonnen werden. Hinzu kommt noch, dass ab dem Schuljahr 2026 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung besteht.

Langfristig müsse wohl der früher geplante und dann zurückgestellte Erweiterungsbau der Mittelschule realisiert werden, machte Dietrich dem Gremium klar. Jedoch könne dies erst nach der Generalsanierung dieser in Angriff genommen werden. Damit ist jedoch vor 2025 nicht zu rechnen. Auch eine Neuaufteilung des Schulsprengels in Kooperation mit der Gemeinde Altenstadt scheitert am Platzmangel an der dortigen Grundschule.

Eine naheliegende Lösung im wahrsten Sinne des Wortes sieht der Stadtbaumeister im benachbarten Köhlerstadel. Dieser werde zwar von Juze und Stadtkapelle genutzt, verfüge aber dennoch über eine gewisse ungenutzte Fläche. Das erste Obergeschoss und das Dachgeschoss werden derzeit nur als Lagerräume verwendet. Insgesamt stünden hier rund 580 Quadratmeter zur Verfügung, so Dietrichs Einschätzung. Zudem sei einiges an Infrastruktur bereits vorhanden und das Gebäude zudem in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule. „Es wäre eine kurzfristig mögliche Lösung“, fasste Dietrich in der Sitzung zusammen.

„Es bleibt uns schlussendlich ja nichts anderes übrig“, ergriff Ilona Böse (SPD) das Wort. Sie bat darum, die Räume möglichst multifunktional zu gestalten, so dass nicht nur Klassenzimmer, sondern auch eine andere Nutzung möglich sei. Hauptamtsleiterin Bettina Schade verwies hier auch auf die Kindergärten. „Es werden nicht deutlich weniger Kinder werden und die Grundschule reicht uns jetzt schon nicht“, so Schade.

Man werde den Köhlerstadel brauchen und in Zukunft auch den Erweiterungsbau an der Mittelschule, war Gregor Schuppe (ALS), selbst Lehrer an der Grundschule, überzeugt.

Ob das alles wirklich bis 2026 realisierbar sei, wollte Kornelia Funke (CSU) erfahren. „Es wird sehr sportlich“, machte der Stadtbaumeister deutlich, hält es aber für möglich. „Eine schnellere Lösung gibt es nicht.“ Vorübergehende Mietcontainer kämen wegen der Kosten nicht in Frage. Das sei Geld, das verpufft, so Dietrich. Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht dafür ins Planungsverfahren am Köhlerstadel einzusteigen.

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