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Köpfinger Wiesen: Solarfeld mit zehn Hektar

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Von: Johannes Jais

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Die zwei orangen Teilflächen in der Flur auf den Köpfinger Wiesen sind für Module, Trafo und Wechselrichter bestimmt. Die Streifen drumherum sind für die Eingrünung vorgesehen. Zwischen den beiden Feldern ist eine Waldfläche.
Die zwei orangen Teilflächen in der Flur auf den Köpfinger Wiesen sind für Module, Trafo und Wechselrichter bestimmt. Die Streifen drumherum sind für die Eingrünung vorgesehen. Zwischen den beiden Feldern ist eine Waldfläche. © Marktbauamt

Peiting – Zehn Hektar groß sind die zwei Felder auf den Köpfinger Wiesen (zwischen den Weilern Kurzenried und Kreut), wo Module zur Freiflächenphotovoltaik aufgeständert werden. Eine Mehrheit der Räte billigte Ende September die Planung, wie sie das Ingenieurbüro Sing (Landsberg) für die 60 Gesellschafter der Bürgerwind Pfaffenwinkel ausgearbeitet hatte.

Wie schon beim ersten Beschluss im März 2022 mit dem Ja zu dem Vorhaben gab es nun ein halbes Jahr später, als die Planung vorgestellt wurde, wiederum kontroverse Stimmen zu dem Projekt mit der Freiflächenphotovoltaik. Nächstes Jahr sollen die Module auf den Köpfinger Wiesen, wo Windräder wegen Artenschutz (Rotmilan-Vorkommen), Radarfeld des Wetterdienstes und wegen Denkmalschutz (Nähe zum Weltkulturerbe Wieskirche) nicht genehmigt werden, installiert werden. Die Stromerzeugung soll Ende 2023 aufgenommen werden.

Sarah Spengler vom Ingenieurbüro Sing berichtete im Gemeinderat davon, dass es vor Ort einen Termin mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt gab. Die beiden Teilflächen auf den Köpfinger Wiesen sind zirka zehn Hektar groß. Als Ausgleichsfläche sind drei Hektar mit Magerwiese vorgesehen.

Die Felder, wo die Module aufgerichtet werden, sollen laut Sarah Spengler zweimal im Jahr gemäht werden. Der erste Schnitt soll nach dem 15. Juni erfolgen, der zweite im September. Der Abstand zwischen den Modulreihen beträgt drei Meter; die Unterkante der PV-Anlagen ist 80 Zentimeter über dem Boden.

Franz Seidel (Bürgervereinigung) fragte nach, ob bei diesem Projekt auch an Agri-PV-Anlagen gedacht worden sei. Solche werden im Westen von Schongau von einem Landwirt und einem Industriebetrieb realisiert. Dazu sagte Spengler, dass eine solche Ausrichtung bei dem Projekt auf den Köpfinger Wiesen nicht vorgesehen sei. Agri-PV ist die Bezeichnung für ein Verfahren, um Flächen für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion (Photosynthese) und darüber bzw. dazwischen für die PV-Stromproduktion (Photovoltaik) gleichzeitig zu nutzen.

Kontrovers diskutiert

Freiflächenphotovoltaik komme immer mehr, sagte Michael Deibler (CSU) in der Diskussion. Man müsse auch daran denken, was die künftige Bewirtschaftung dieser Flächen betrifft. Thomas Elste (Grüne) erkundigte sich zur Nutzung des Bodens unter den Modulen. Eine eingeschränkte Beweidung mit Schafen sei möglich. Das Gras soll aber zweimal im Jahr abgemäht werden, hieß es.

Freiflächen-Photovoltaik sei im ganzen Landkreis ein Thema, meldete sich Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) zu Wort. Wer das propagiere oder favo­risiere, der habe „von Ackerbau und Viehzucht keine Ahnung“. Für Landwirte, die Boden bewirtschaften, sei das gar „eine Katastrophe“, ergänzte Barnsteiner, der auf Dächern und Parkflächen den richtigen Platz für PV-Module sieht.

Barnsteiner – er ist der Ortsvorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes Peiting – war nicht der einzige im Gremium, der dem Thema kritisch gegenübersteht. Insgesamt gab es sechs Gegenstimmen. Die deutliche Mehrheit der Räte – aus den Reihen der SPD, Bürgervereinigung und Grünen waren alle dafür – billigte allerdings die Planung. Damit nimmt das baurechtliche Verfahren in den nächsten Wochen und Monaten seinen Gang.

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