Schongauer Kommunalunternehmen Plantsch 

Sauna-Erweiterung übertrifft alle Erwartungen

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Der Naturschwimmteich im Freien ist einer der Highlights der neuen Saunalandschaft.

Schongau – Es war eines der größten Projekte der vergangenen Jahre: Die Erweiterung des Saunalands im Schongauer Freizeitbad Plantsch, welche im März 2016 offiziell eingeweiht wurde. Angesichts von Baukosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro hatte es im Vorfeld freilich nicht nur Befürworter des Ausbaus gegeben. Die Wirtschaftszahlen des abgelaufenen Jahres dürften Kritikern allerdings endgültig den Wind aus den Segeln nehmen. Sie zeigen: Ohne die Investition in die Sauna würde das Kommunalunternehmen deutlich schlechter dastehen.

Wer diese Bilder betrachtet, der dürfte bei den derzeit herrschenden, frostigen Temperaturen sofort mit den Hauptdarstellern tauschen wollen. Der Imagefilm, mit dem das Plantsch seit kurzem für seine Sauna wirbt, zeigt ein junges Pärchen auf seinem Streifzug durch die Anlage. Alles wirkt modern, freundlich und einladend. Die Botschaft: Wer hierher kommt, der findet eine Wohlfühl-Oase vor. Nun kennt man ja die Tricks der Werbefilmer, deren Bilder oft mehr versprechen als die Realität halten kann. In diesem Fall haben die Macher den Film allerdings nur in einem Punkt ein wenig geschönt. Einen Aufguss für Zwei, wie ihn die beiden Protagonisten genießen, dürfte angesichts der Beliebtheit des Saunalands Seltenheitswert haben.

Tatsächlich ist die Zahl der Sauna-Gäste im vergangenen Jahr rasant geklettert. Fast 12 000 mehr Besucher als 2015 suchten im Saunaland Entspannung, was einer Steigerung von 33 Prozent entspricht. Das schlägt sich auch bei den Einnahmen nieder. Der Erlös stieg um 173 000 Euro auf 533 000 Euro, ein Plus von fast 50 Prozent. Angesetzt war nur die Hälfte. Beeindruckende Zahlen, die laut Badleiter Andreas Kosian noch besser ausgefallen wären, wäre die Erweiterung nicht erst im März, also nach den traditionell besuchsstarken Monaten zu Jahresbeginn, eröffnet worden. „Dann wären es vermutlich 230 000 Euro Mehrerlöse gewesen“, rechnete er in der jüngsten Stadtratssitzung vor, als er den Erfolgsplan des Kommunalunternehmens vorstellte.

Das Zahlenwerk zeigt auf, dass das Kommunalunternehmen die Mehreinnahmen gut gebrauchen kann. So soll das Betriebskostendefizit in diesem Jahr mit 378 000 Euro erstmals seit 2011 wieder unter die 400 000er-Marke sinken – und das trotz steigender Ausgaben.Allein beim Personal sind Mehrkosten von 120 000 Euro eingeplant. Nur ein Teil davon ist laut Kosian auf die Erweiterung der Sauna zurückzuführen, wegen der das Kassen- Aufsichts- und Putzteam verstärkt werden musste. „Viel gravierender wirken sich der Mindestlohn und mehrere Tarifrunden im öffentlichen Dienst aus.“ Hinzu komme, dass auf dem Stellenmarkt kaum Fachkräfte zu bekommen seien. „Daher musste teilweise ein hoher Preis bezahlt werden, um Ersatz zu bekommen.“ Künftig will man deshalb wieder verstärkt selbst ausbilden.

Auch, was die Instandhaltung des mittlerweile 15 Jahre alten Bades betrifft, rechnet Kosian in den nächsten Jahren mit steigenden Kosten, die sich zum Teil schon in der erhöhten Pachtzahlung an die Stadt wiederfinden. (604 000 Euro statt bisher rund 500 000 Euro). Erst im vergangenen Jahr musste bekanntlich das Familienbecken erneuert sowie die Brandschutzanlage modernisiert werden.

Diese Mehrkosten, die hauptsächlich den Badbetrieb betreffen, allein auf die Eintrittspreise umzulegen, sei unmöglich. Sie ließen sich nur durch Zusatzerlöse auffangen, betont Kosian. „Deshalb ist mir der Ausbau der Sauna auch so wichtig gewesen.“ Die Rechnung, die Kosian im Vorfeld der Erweiterung immer wieder aufgestellt hatte, sie scheint aufzugehen.

Die Sauna-Gäste sorgen übrigens auch an anderer Stelle für ein willkommenes Plus. Mit 320 000 Euro hat die Gastronomie 2016 rund 20 000 Euro mehr erlöst als angesetzt waren. „Es hat sich in den ersten neun Monaten seit der Eröffnung gezeigt, dass die Sauna-Besucher viel mehr konsumieren als die Badegäste“, erklärt Kosian. Hinzu komme, dass das Hoigaata-Konzept des Kiosks generell sehr gut angenommen werde.

Die gute Entwicklung dürfte so manche Bedenken hinsichtlich der Millionen-Investition endgültig zerstreut haben. Im Stadtrat jedenfalls, der sich in der Vergangenheit beim Thema Sauna-Erweiterung nicht immer einig gewesen war, blieb diesmal eine Diskussion aus.

Christoph Peters

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