Weniger steile Alternative

"Bypass" für Barrierefreiheit auf dem Weg zum Münzgebäude

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Mit einer Ausbuchtung soll der Weg zum Münzgebäude hinauf für ältere Menschen oder Personen mit Kinderwagen „entschärft“ werden.

Schongau – Erneut war der Zugang zum Münzgebäude von der Hangseite her Thema im Stadtrat. Im März hatte man nach einer kontroversen Diskussion die pragmatische, direkte Lösung einem barrierefreien Ausbau vorgezogen (wir berichteten). Nun hat sich der Behinderten- und der Seniorenbeirat für eine weitere Variante ausgesprochen, die den Weg zumindest zum Teil ein wenig flacher macht.

Der Hauptweg, wie er im März beschlossen wurde, soll eine Steigung von 14 Prozent aufweisen – zumindest eine kleine Verbesserung zu den jetzigen 16 Prozent. Damals wurde heftig im Stadtrat diskutiert. Das Argument der Seite, die für die pragmatische Lösung stimmte: Die restliche Stadt sei auch nicht rollstuhlgerecht erreichbar. Für die andere Seite, die sich für die barrierefreie Variante aussprach, eine „beschämende“ Diskussion (Gregor Schuppe, ALS). Mit 18:5 Stimmen entschied sich das Gremium für die direkte, steilere Variante.

In der jüngsten Sitzung am vergangenen Dienstag hatte Robert Thomas vom Stadtbauamt nun zwei weitere Untervarianten im Gepäck, welche zur Verbesserung der Barrierefreiheit im Steigungsbereich führen könnten, den beschlossenen Entwurf aber auch nicht wesentlich verändern würden. Diese wurden mit dem Senioren- und dem Behindertenbeirat diskutiert, wie Thomas erklärte.

Zum einen handelt es sich dabei um eine Art Rastnische: Auf etwa der Hälfte des Anstiegs würde eine kleine Ausbuchtung mit einer Bank errichtet werden – ähnlich wie am Bahnberg. Die andere Variante wäre ein sogenannter „Bypass“ ebenfalls mit einer Rastbank (siehe Abbildung), der ein geringeres Gefälle von acht Prozent aufweist – bei sechs Prozent kann man von barrierefrei sprechen. Ein Geländer an beiden Seiten des Weges soll zudem angebracht werden. Diese Variante werde von den Beiräten präferiert, so Thomas.

Die Kosten für die Grundplanung liegen laut Berechnung bei rund 918.000 Euro brutto. Darin enthalten sind neben dem Weg die Außenanlagen am Münzgebäude, Nebenkosten sowie ein Budget für Unvorhergesehenes. Die Variante „Rastnische“ läge bei rund 928.000 Euro, der „Bypass“ bei etwa 952.000 Euro.

Sie sei froh, dass man eine Lösung gefunden habe, die mit einem Rollstuhl „annähernd schaffbar“ sei, so Ilona Böse (SPD), gab aber auch die Mehrkosten von rund 33.000 Euro zu bedenken. Die Herausforderung werde sein, wie es in der Folge in der Münz- und Weinstraße weitergehen wird. Die Räumung im Winter wollten Stefan Konrad (SPD) und Kornelia Funke (CSU) gesichert wissen.

Während der Großteil des Gremiums die Lösung als guten Kompromiss sah, könne er nicht zustimmen, äußerte Gregor Schuppe (ALS). „Wir haben es schlichtweg versäumt, hier einen komplett barrierefreien Weg herzustellen.“ Gegen seine Stimme wurde die Variante „Bypass“ am Ende beschlossen. 

asn

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