"Konsequent und richtig"

Kultusminister Ludwig Spaenle sprach in Schongau über das derzeitige Bildungssystem in Bayern.. Foto: Jungwirth

Ein differenziertes Bildungswesen sei der Anspruch jedes einzelnen Bürgers, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle. Dieser war auf Einladung der Schongauer CSU zu einem Vortrag ins Ballenhaus gekommen.

„Wir möchten mit unterschiedlichen Bildungsangeboten aufwarten“, proklamierte der Minister vor etwa 150 Zuhörern. Und es sei nur konsequent und richtig, dass Bayern am dreistufigen Schulsystem festhalte. In seinem Vortrag streifte Spaenle zahlreiche Brennpunkte aktueller Schulpolitik. Lob fand er für die Umsetzung des G8. „Das war die größte Bildungsreform der letzten 30 Jahre“, erklärte der Politiker. Natürlich, so räumte er ein, sei es ein Kraftakt gewesen. Doch nun reiche es, nur noch kleinere Stellschrauben zu justieren. Für die Grundschulen Bayerns, die aufgrund des demographischen Wandels über zunehmenden Schülermangel klagen, gab der Minister eine Art Bestandsgarantie ab: Man wolle dem Slogan „Kurze Beine – kurze Wege“ treu bleiben, versicherte Spaenle und sprach sich für den Erhalt der 2500 Grundschulen in Bayern aus. „Dass die Grundschulen im Ort bleiben, ist für uns eine Kernfrage“, so der Kultusminister. Gleichzeitig solle eine neue Mindestgröße der Grundschulen definiert werden. In Zeiten sinkender Schülerzahlen könne eine Grundschule, die in den ersten vier Jahrgangsstufen lediglich noch 30 Kinder habe, weiterhin existieren. Geplant sei allerdings, die Grundschule flexibler zu gestalten. Derzeit laufe hier ein Versuch an mehreren Grundschulen. Dieser sieht jahrgangs-kombinierte Klassen vor, bei denen auf die Lernfähigkeit der Kinder verstärkt eingegangen wird. Somit können manche Kinder länger in einer Jahrgangsstufe verweilen, andere eine sogar überspringen. Auch das Thema Stundenausfall sprach der CSU-Politiker an. „Jede Stunde, die nicht gehalten werden kann, ist eine Stunde zu viel“, räumte Spaenle ein und folgerte: „Wir müssen uns dem Phänomen des Unterrichtsausfalls stellen und diesen deutlich reduzieren“. Eine Untersuchung soll endgültige Klarheit darüber schaffen, an welchen Schularten wie viele Schulstunden ausfallen. Spaenle sprach sich in dieser Angelegenheit für eine „mobile Reserve“ an Lehrkräften aus, die im Zweifelsfalle, wenn die Schule den Unterricht durch Vertretungsstunden nicht mehr sicherstellen kann, einspringen können. In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem die noch immer zu hohe Klassenstärke zur Sprache gebracht. Doch Spaenle widersprach und verwies auf inzwischen gesunkene Zahlen. Auch dem Eindruck einer Mutter, dass das Gymnasium mehr Unterstützung erfahre als die Realschule, erteilte der Minister eine Absage. „Ich kann mich vor der Realschule nur verbeugen“. Zahlreiche Realschulabsolventen würden inzwischen das Fachabitur nachholen und anschließend eine Fachhochschule besuchen, erklärte der Kultusminister.

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