Rein in neue Amtsperiode

Konstituierende Gemeinderatssitzung in Altenstadt mit sieben Neuen

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Die neuen Gesichter im Gemeinderat: Michael Haslach, Anita Vosta, Tobias Schedel, Kathrin Herz, Matthias Helmer, Dr. Michael Wiedemann und Christoph Zidek mit Bürgermeister Andreas Kögl (v. links).

Altenstadt – Der neue Bürgermeister von Altenstadt heißt Andreas Kögl. Nach seinem deutlichen Wahlerfolg wurde er am 1. Mai bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats vom ältesten Gremiumsmitglied Michael Dulisch vereidigt. Er trat damit ganz offiziell die Nachfolge von Albert Hadersbeck an, der das Amt zuvor 18 Jahre innehatte.

Der neue Bürgermeister ist 51 Jahre alt und gehört wie sein Vorgänger der CSU an. Teil des Gemeinderats ist Kögl seit 2008. Er ist somit mit den Aufgaben und Projekten der Gemeinde bereits bestens vertraut. Entsprechend couragiert ging er in der Turnhalle des Schulareals den weiteren Sitzungsverlauf an. Denn genau an diesem Ort, wo der Corona-Situation geschuldet bereits am 21. ­April die letzte Sitzung des alten Gemeinderats durchgeführt wurde, fand auch die konstituierende Sitzung des neuen Rates statt.

Noch bevor Kögl sich der Tagesordnung widmete, gab er zu verstehen, wie außergewöhnlich die jetzige Zeit sei. In über 30 Jahren als Bankkaufmann habe er noch nie erlebt, dass eine Bank während der regulären Geschäftszeiten geschlossen wurde. Auch habe er noch nie Ausgangsbeschränkungen und so viel anderes aktuell Gehandhabtes erlebt. Auch, wenn viele Menschen neuartige Schwierigkeiten, Risiken und Probleme erleben: „Dennoch leben wir immer noch mit bester Versorgung und Vorsorge“. Er hoffe, dass die Krise vielleicht dabei hilft zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Erste Amtshandlungen

Seine erste Maßnahme im neuen Amt bestand danach darin, die sieben neugewählten Gemeinderäte zu vereidigen. Im Einzelnen sind dies Michael Haslach, Ulrich Schleich, Tobias Schedel und Anita Vosta (CSU), Christoph Zidek (SPD), Mathias Helmer (Wählergemeinschaft Schwabniederhofen), Dr. Michael Wiedemann und Katrin Herz (UWV/FW).

Bereits dem letzten Gemeinderat gehörten Michael Dulisch, Johann Deschler, Andreas Nuscheler (CSU), Konstantinos Papamichail (SPD), Peter Schießl (Wählergemeinschaft Schwabniederhofen) sowie Katharina Högg, Helmut Horner und Bernhard Schöner (UWV/FW) an.

Trotz der sieben neuen Gesichter hat sich an der Mandatsverteilung bei den vier auch schon vorher vertretenen Parteien und Gruppierungen in der neuen Amtsperiode nichts im Vergleich zur vorherigen Zeit verändert.

Sach- statt Parteipolitik

Die Neuen forderte Kögl bei der obligatorischen Übergabe der Krawatten- und Anstecknadeln mit dem Wappen der Gemeinde dazu auf, keine Partei-, sondern Sachpolitik zu betreiben und stets einen offenen, res­pektvollen und partnerschaftlichen Umgang zu pflegen.

Hernach wurde einstimmig beschlossen, wie bisher lediglich einen weiteren Bürgermeister zu bestimmen. Michael Dulisch schlug Katharina Högg vor. Sie wurde mit 16 Stimmen und einer ungültigen Stimmabgabe zur zweiten Bürgermeisterin gewählt und ist in Altenstadt die erste Frau in diesem Amt. Insgesamt war schon bei der Wahl des Gemeinderats der Frauenanteil gestiegen: Waren es bislang zwei Frauen, so gehören dem Gremium nunmehr immerhin deren drei an. Als weiterer Stellvertreter für die Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des Bürgermeisters wurde wie auch in der Vergangenheit das älteste oder dienstälteste Gremiumsmitglied bestimmt.

Die künftigen vier Vertreter für die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt werden Michael Dulisch, Kathrin Högg, Matthias Helmer und Konstantin Papamichail sein. Deren Stellvertreter sind Peter Schießl, Helmut Horner, Ulrich Schleich und Christoph Zidek. Damit werden wie auch bisher alle vier Parteien und Gruppierungen in dieser Versammlung mitwirken.

Kögls Vorschlag, für den weiteren Geschäftsgang die bisherige Geschäftsordnung mit Ausnahme weniger namensbezogener Inhalte bis zum Erlass einer neuen Geschäftsordnung in nächster Sitzung am 19. Mai zu verlängern, wurde einstimmig gebilligt.

Urkunden zum Abschied

Als letzter Tagesordnungspunkt stand die Verabschiedung der vollzählig unter den insgesamt wenigen Besuchern versammelten ausgeschiedenen Gemeinderäte Walter Bertl, Peter Filser, Edda Jaud, Willi Ostler, Sepp Reich und Sebastian Stegherr an. Sie erhielten Ehrenurkunden.

Kögl betonte, dass die vier Gruppierungen, die sich seit vielen Jahrzehnten zur Wahl stellen, den Bürgern eine gute Auswahlmöglichkeit bieten. Nach der Wahl aber wurde bislang immer die Parteipolitik begraben, damit die Arbeit vollauf zum Wohl der Gemeinde erfolgen konnte.

Der oft einstimmige, aber auch mal kontroverse Umgang sei immer konstruktiv, gesellig und wertvoll gewesen. Und das gemeinsame Bier danach habe den Zusammenhalt, die Offenheit und die gegenseitige Wertschätzung gestärkt.

Dank an den Vorgänger

Obgleich die abschließende Verabschiedung von Albert Hadersbeck als Bürgermeister nach Beschlussfassung durch den neuen Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, nutzte Andreas Kögl die Sitzung auch dazu, seinem Vorgänger für die „bestmögliche Übergabe“ zu danken. Dabei hob er Hadersbecks hohe Anstrengungen hervor und resümierte: „Du bist voll im Einsatz bis zur letzten Minute“. Als Dank gab es „Wein für Albert“ und einen Chefplaner – letzteren aber für Hadersbecks Ehefrau Gabi.

Findige Blaskapelle

Da das obligatorische Aufspielen der Blaskapelle Altenstadt momentan nicht erlaubt ist, folgte nach Sitzungsende im Foyer der Turnhalle ein „virtuelles Ständle“. Laptop, Beamer, Leinwand und Lautsprecher machten es möglich, diesen Brauch so gut es eben ging zu bewahren.

Auch Kögls Ehefrau Doris, seine Schwester Emma Hafenmair sowie seine 91 und 88 Jahre alten Eltern Richard und Resi Kögl durften als Gäste eine trotz allen Umständen feierliche und kurzweilige konstituierende Sitzung miterleben. Mit ihrer Anwesenheit dokumentierten für die Bundeswehr auch der Standortälteste und Kommandeur des Feldwebel-/Unteroffizier-anwärter-Bataillons 3 Oberstleutnant Robert Badstübner sowie der Leiter des Ausbildungsstützpunktes Luftlande und Lufttransport, Oberstleutnant Udo Francke die Verbundenheit mit ihrer Garnisonsgemeinde.

mel

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