Die ersten Posten sind vergeben

Zwei Vertreter für die Landrätin

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Der älteste Kreisrat Hans Schröfele vereidigte Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Anschließend gab’s den obligatorischen Blumenstrauß.

Schongau – Zum ersten Mal ist am vergangenen Freitag der neu gewählte Kreistag zusammengekommen. Im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung im Schongauer Ballenhaus stand neben der Vereidigung von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) und der neuen Kreisräte vor allem die Wahl des stellvertretenden Landrats.

In den Wochen seit der Kommunalwahl hatte es hinter den Kulissen eifrige Gespräche in den einzelnen Fraktionen darüber gegeben, wer für den Posten des stellvertretenden Landrats kandidieren könnte. Öffentlich gab man sich zurückhaltend, einzig der CSU-Kreisrat Peter Ostenrieder machte in den Tagen vor der Wahl keinen Hehl daraus, dass er seinen Hut in den Ring werfen würde. 

Am Freitag war der Birkländer allerdings erwartungsgemäß nicht der einzige, der um das Amt des Vize-Landrats kandidierte. Die Grünen schickten Karl-Heinz Grehl ins Rennen. Bei der Landratswahl hatte der Weilheimer gegen die CSU und Jochner-Weiß noch das Nachsehen gehabt, trotzdem habe er sich nach vielen Gesprächen und Verhandlungen entschlossen, für den Stellvertreterposten zu kandidieren, erklärte der 53-Jährige. 

Für sich ins Felde führte Grehl seine Bereitschaft, überparteilich zusammenarbeiten zu wollen. „Außerdem kennen wir uns gut“, sagte er zu Jochner-Weiß gewandt, „wir können uns gegenseitig einschätzen.“ Dass bislang immer entweder der Landrat oder sein Stellvertreter aus dem Altlandkreis Schongau kam, spielte für den Weilheimer keine Rolle. „Regionalproporz darf 40 Jahre nach der Zusammenlegung keine Rolle mehr spielen“, forderte er. 

Das sah Ostenrieder naturgemäß anders. Mit Weilheim, Penzberg und Schongau gebe es nach wie vor drei Regionen, die sich stark unterscheiden. Dem müsse man Rechnung tragen, betonte er. Dabei spielte der 42-Jährige auf den Antrag an, den die CSU zuvor gestellt und den das Gremium mit breiter Mehrheit angenommen hatte. Demnach wird es künftig zwei Stellvertreter der Landrätin geben. Je ein Posten für jede Region, „das wäre ein positives Signal“, erklärte Ostenrieder. „Das bedeutet nicht, den Landkreis in Frage zu stellen.“ Er forderte außerdem die Kreisräte auf, sich mehr inhaltlich miteinander zu beschäftigen. „Wir brauchen Lösungen auf breiter Basis.“ 

Das Ergebnis der geheimen Wahl fiel knapp zugunsten Grehls aus. 31 Kreisräte stimmten für den Grünen, 26 favorisierten Ostenrieder. Vier Stimmzettel waren ungültig. „Das freut mich natürlich“, kommentierte Grehl seinen Sieg. Sein Kontrahent, der ihm sofort gratulierte, ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken. „Es ist schade, aber dann konzentriere ich mich eben auf meine Arbeit als Kreisrat.“ 

Weil Ostenrieder auf eine Kandidatur für den zweiten Stellvertreterposten verzichtete und auch sonst niemand gegen die von der SPD vorgeschlagene Penzbergerin Regina Bartusch antreten wollte, wurde die SPD-Kreisrätin einstimmig per Handzeichen gewählt. 

Konstituierende Kreistagssitzung

Landrätin Andrea Jochner-Weiß nahm anschließend Grehl und Bartusch den Amtseid ab. Sie selbst war zuvor vom ältesten Kreisrat Hans Schröfele vereidigt worden. In ihrer Antrittsrede bedankte sich die Wielenbacherin noch einmal bei den Bürgern, die sie gewählt hatten. Sie habe Respekt vor der neuen Aufgabe, an die sie aber auch mit „großer Freude“ herangehe, betonte die Landrätin und kündigte an, Entscheidungen offen und transparent fällen zu wollen. „Wir sind den Bürgern schuldig, ihnen frühzeitig zu sagen, was auf sie zukommt.“ Sie verschwieg dabei nicht, dass in den nächsten Jahren viele schwierige Entscheidungen anstünden, die „nicht immer auf Zustimmung stoßen werden“. 

Regierungspräsident Christoph Hillenbrand, der es sich nicht hatte nehmen lassen, der konstituierenden Sitzung in Schongau beizuwohnen, gratulierte Jochner-Weiß zum neuen Amt. „Es ist eines der schönsten, die es in Bayern gibt.“ Gleichzeitig bedankte sich Hillenbrandt bei ihrem Vorgänger Friedrich Zeller für dessen „offene Worte und konstruktiven Beiträge“. 

Zeller, für den der Regierungspräsident ein Präsent in Form eines historischen Stadtplan von Schongau dabei hatte, stand anschließend noch einmal unfreiwillig im Mittelpunkt. Jochner-Weiß hatte ihn bei der Vereidigung der Kreisräte, zu denen der ehemalige Landrat nun zählt, schlichtweg vergessen. So leistete der Schongauer als letzter von 27 neuen Kreisräten den obligatorischen Eid. 

Wie sich der Kreisausschuss und die übrigen Gremien des Landkreises in Zukunft zusammensetzen, wurde am Freitag nicht entscheiden. Die Besetzung sei Thema der nächsten Sitzung, kündigte die Landrätin an. Gleiches gilt für die neue Geschäftsordnung, weshalb erst einmal die bisherige in Kraft bleibt. Ausnahme war die Wahl der Verbandsräte für den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberland. Dort dränge aufgrund des G8-Gipfels im kommenden Jahr die Zeit, erklärte Jochner-Weiß. Einstimmig gewählt wurden Ludwig Schmuck (CSU) und Gunnar Prielmeier (SPD).

Christoph Peters

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