Umbau Schongauer Schulzentrum

Korrekturen am Siegerentwurf

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An der Mittelschule (unterer roter Kreis) soll jetzt auch ein quaderförmiger Anbau wie an den übrigen Schulen (braun) entstehen. An der Grundschule (oberer roter Kreis) soll eine gemeinsame Mensa für Real- und Grundschüler eingerichtet werden.

Schongau – Den Wettbewerb für den Umbau des Schongauer Schulzentrums hat die Arbeitsgemeinschaft „keiner balda & Maier Neuberger Projekte GmbH“ bekanntlich mit großem Vorsprung gewonnen. Perfekt war der Entwurf dennoch nicht. In der jüngsten Stadtratssitzung präsentierten die Architekten nun erste Lösungen für den kritisierten Mittelschulen-Umbau und die fehlende Mensa.

Bevor Franz Balda und Maximilian Maier von der Arbeitsgemeinschaft das Wort erhielten, bekamen sie noch einmal eine gehörige Portion Lob zu hören. Stadtbaumeister Ulrich Knecht geriet regelrecht ins Schwärmen. Der Sieger des Wettbewerbs sei „ein Glücksfall“ für die Stadt, der Entwurf eine „hervorragende und zukunftsfähige Lösung“, jubelte er. Fast ging dabei unter, dass es durchaus auch Kritik am Entwurf der Arbeitsgemeinschaft gegeben hatte. Doch genau darauf gingen die beiden Architekten anschließend in ihrem Vortrag ein. Zuvor verschafften sie den Stadträten einen Überblick über ihre Büros. 

Diese beschäftigen demnach zusammen 55 Mitarbeiter, haben langjährige Erfahrung im Bau von Schulen. Für die Erweiterung des Gymnasiums in Wangen erhielt die Arbeitsgemeinschaft jüngst den Holzbaupreis 2013. „Sie sehen, wir sind mit der Aufgabe vertraut“, stellte Maier fest. Für das Schongauer Vorhaben werde es zwei Projektleiter geben. Einer kümmere sich um die Liegenschaften des Landkreises, also Gymnasium und Realschule, der andere sei für die städtische Seite und damit Grund- und Mittelschule zuständig. 

Dann kam sein Kollege Balda zum Kern des Vortrags. Wie sollen die Kritikpunkte gelöst werden, die die Preisjury geäußert hatte? Da war zum einen der geplante Anbau an der Mittelschule, der die ohnehin schon dunkle Aula weiter verschatten würde. Zum anderen vermisste das Gremium eine Mensa, die Grundvoraussetzung für eine künftige Ganztagsbetreuung ist. 

 Der Architekt gab zu, dass man sich bei dem Projekt durchaus schwer getan habe, denn die Aufgabe, verschiedene Schultypen zu vereinen, sei nicht einfach gewesen. Deshalb habe man sich letztendlich für quadratische Baukörper entschieden, die für einen einheitlichen Stil sorgen. Vier davon sollen an der Grundschule entstehen – die Sporthalle miteingerechnet –, drei am Gymnasium und einer an der Realschule. 

Bei der Mittelschule habe man auf einen derartigen Baustein verzichtet und sich stattdessen dafür entschieden, das Gebäude zu „glätten“ – mit dem erwähnten Nachteil für die Aula. „Da waren wir zu formenverliebt und haben nur von außen drauf geschaut“, räumte Balda ein. Nach einer Begehung mit Schulleiterin Rita Schuster soll nun auch die Mittelschule einen eigenständigen Kubus erhalten. „Das hatten wir ganz am Anfang schon einmal so geplant.“ Das ganze hat laut Balda noch einen weiteren Vorteil: Ein Aufzug für einen barrierefreien Zugang lasse sich so ohne Probleme realisieren, versprach der Architekt. 

Für den Pavillon der Mittelschule gilt das gleiche wie für die übrigen Neubauten. Sie sollen durch ihren effektiven Grundriss samt geringer Kubatur und Wärmedämmung besonders energieeffizient sein. gepaart mit robusten Werkstoffen wolle man so die Unterhalts- und Reinigungskosten besonders niedrig halten, betonte Maier. 

Vorbei ist in den modernen Bauten auch die klassische Aufteilung in Flur und Klassenzimmer. Durch bewegliche Wände ließe sich die Struktur individuell an die Anforderungen des Unterrichts anpassen, hob der Architekt hervor. 

Was die vermisste Mensa anging, präsentierten die beiden Architekten ebenfalls eine durchdachte Lösung. Sie könnte an der Grundschule entstehen und eine gemeinsame Küche die getrennten Aufenthaltsräume für Real- und Grundschüler versorgen. Dafür sei allerdings eine Absprache mit dem Landkreis als Träger der Realschule nötig, wies Maier hin. 

 Wann konkret mit den Bauarbeiten begonnen und in welchen Abschnitten sie erfolgen sollen, ist derzeit noch unklar. Im frühesten Fall wäre ein Start in zwölf Monaten möglich, sagte Balda, persönlich rechne er aber aufgrund der Vielzahl zu treffender Entscheidungen mit einem späteren Datum. 

Christoph Peters

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