Die Kraft der Sonne aktiv nutzen

Sie schießen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden, die Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Auch der Landkreis möchte an den Vorteilen, die bei der Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom entstehen, teilhaben. Das Dach der Pfaffenwinkel-Realschule soll noch in diesem Jahr mit einer entsprechenden Anlage ausgestattet werden und als vorbereitende Maßnahme schlossen Landrat Dr. Friedrich Zeller und PV-Anlagen-Initiator Fritz Raab einen Dachnutzungsvertrag.

Es ist nicht nur das ökologische Image, das sich der Landkreis, vertreten durch Landrat Dr. Friedrich Zeller, auf seine Fahnen schreiben möchte. Es sind auch knallharte wirtschaftliche Argumente, die ins Feld geführt werden: Denn zum Einen kassiert der Kreis für das Vermieten der Dachflächen Miete und zum Anderen sinkt ab dem kommenden Jahr die Rückvergütung für eine Kilowattstunde erzeugten Öko-Stroms um acht Prozent von 46 Cent auf 42 Cent, so dass in diesem Jahr einspeisende Anlagen einen höheren Gewinn erwirtschaften. „Wenn wir noch in diesem Jahr ans Netz gehen, sind uns die höheren Vergütungen auf 20 Jahre sicher“, weiß Fritz Raab. Der Geschäftsführer der EVA in Erben- schwang ist der Initiator solcher auf öffentlichen Gebäuden angebrachten Photovoltaikanlagen und die EVA sei, so unterstreicht Raab, bei den öffentlichen Gebäuden der größte PV-Anlagen-Betreiber im ganzen Landkreis. Die nun auf der Realschule angedachte Anlage soll ein weiterer Baustein in dieser Entwicklungsreihe werden. Die geplante Anlage, die auf dem sich nach Südosten neigenden Dach der Pfaffenwinkel-Realschule angebracht werden soll, wird eine Fläche von 590 Quadratmetern haben. Die Investitionskosten liegen bei 250000 Euro. Raab hofft, dass sich in einer noch zu gründenden Gesellschaft des bürgerlichen Rechts genügend Mitstreiter finden werden, damit das Projekt rasch verwirklicht werden kann. „Die Gesellschaft lebt vom Dach“, erklärt Raab, dessen Mindesthoffnung darin besteht, dass sich für die kleine Version der Anlage – also rund 1125000 Euro – etwa 20 bis 25 Gesellschafter finden werden. 2500 Euro muss ein Gesellschafter für einen Anteil beisteuern. Natürlich können auch mehrere Anteile daran erworben werden. Im Gegensatz zum hohen Norden, wo die Windkraft einen höheren Stellenwert – sprich Wirkungsgrad – hat, sei in im Süden Deutschlands die Solarenergie die zukunftsweisende ökologische Energieform, erklärt Raab. Davon ausgehend, dass die Sonne weiterhin im bisherigen Umfang scheint und keine größeren Schäden an der Anlage auftreten, wird diese nach zehn Jahren die Investitionskosten eingefahren haben. „In den darauf folgenden zehn Jahre rechnen wir mit einem Ertrag von jährlich acht bis zehn Prozent“, klärt Raab auf. Er hofft nun darauf, dass sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger finden werden, damit das anvisierte Projekt verwirklicht werden kann. Ende August soll die GbR gegründet werden. Bereits in diesen Tagen holt sich Raab Angebote einschlägiger Firmen ein. Anfang September erfolgt der Vertragsabschluss, so dass bereits Ende September mit dem Bau begonnen werden kann. „Dies ist ein guter Schritt vom Pfaffenwinkel zum Sonnenwinkel und deshalb brauchen wir die Bürgerkraftwerke auf den Dächern der Landkreisgebäude“, meint Dr. Zeller hierzu. / agj

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