Baum wurde zur Gefahr:

Linde am Frauentor gefällt

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Wie alt die Linde am Frauentor war, ist nur schwer nachzuvollziehen. Seit vergangenem Samstag ist der alte Baum gefällt.

Schongau – Wie viele Jahre die alte Linde am Frauentor auf dem Buckel hat, kann keiner so recht nachvollziehen. Auf alle Fälle hat der Baum viele Wetterkapriolen erlebt und überstanden. Aber bei den letzten Stürmen mehrten sich die Fälle, dass Äste von dem kranken Baum abbrachen und nach unten krachten. Auf den Weg, auf dem viele Kinder in Richtung Schule und Spaziergänger in die Altstadt gehen. Das Fazit: Der Baum stellt eine große Gefahr dar und muss gefällt werden.

Für das Fällen des Baumes wurde der vergangene Samstagvormittag gewählt. Ein Zeitpunkt, an dem möglichst wenig Fußgänger- und Radfahrer das Frauentor passieren. Drei Stunden hatte Konrad Gruber der gleichnamigen Firma aus Peiting für das Fällen und den Abtransport veranschlagt. Mit im Schlepptau seine beiden Mitstreiter Michael Brey und Thomas Welz, beides erfahrene Männer in Sachen Baumfällung.

Dass er Weihnachts- oder Maibäume aufstellen kann, hat Konrad Gruber schon oft unter Beweis gestellt. Aber hier geht es um das Fällen in nicht gerade einfachem Terrain. Die Linde steht in einem Grundstück ganz nah an der Stadtmauer, daneben ragt ein weiterer gewaltiger Baum in die Höhe. Viel Fingerspitzengefühl und ein gutes Auge sind Voraussetzung. Und das alles unter den wachsamen Augen der steinernen Marien­skulptur.

Glockenschlag 9 Uhr. Autokran und Hebebühne werden in Position gefahren. Hölzer müssen unterlegt werden, damit der Kran auf der steilen Auffahrt in die Horizontale gebracht wird. Absperrgitter werden aufgestellt, Gruber selbst legt die Sicherheitsgurte an. Letzte Überprüfung seiner Motorsäge und ab geht‘s mit der Hebebühne einige Etagen nach oben.

Parallel fährt Thomas Welz den Autokran aus, um die Halteketten nach oben zu bringen. Mit diesen soll Gruber den ersten der drei dicken Äste sichern, um ihn dann mit der Säge vom Stamm zu trennen. Schon um 10 Uhr liegt der zweite große Ast auf der Straße und wird von Michael Brey zerkleinert. Eine Viertelstunde später ist der dritte Ast Geschichte.

Es geht Schlag auf Schlag weiter. Kurz nach 11 Uhr ist der letzte Teil des Stammes durchsägt. Grubers Zeitrechnung haut genau hin. Um die Mittagszeit ist Schicht im Schacht. Alles abgebaut, alles verladen, die Straße gekehrt.

Hans-Helmut Herold

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