"Krebs betrifft alle"

Krebsaktionstag im Krankenhaus

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Laden zum Weltkrebstag am kommenden Sonntag ins Schongauer Krankenhaus: Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Susanne Bogner von Blut e.V., Dr. Cornelia Kellermann von AKB, Steffi Dietl vom Betriebsrat, Schirmherrin Andrea Jochner-Weiß und Chefarzt für Innere Medizin Dr. med. Jochen Dresel (v. links).

Schongau – Schon einmal etwas von „Onko-Walking“ gehört? Unter anderem über diese Sportart für Krebspatienten können sich Interessierte beim Krebsaktionstag im Schongauer Krankenhaus informieren. Der findet im Rahmen des Weltkrebstages am kommenden Sonntag, 4. Februar, von 11 bis 16 Uhr statt. Zentraler Punkt wird eine Typisierungsaktion darstellen.

Über zwölf Millionen Menschen erkranken pro Jahr weltweit an Krebs. In den Krankenhäusern Weilheim und Schongau sind im vergangenen Jahr, laut dem Chefarzt der Inneren Medizin Dr. med. Jochen Dresel, über 600 Krebsfälle behandelt worden. Er verweist diesbezüglich darauf, wie wichtig die Knochenmarkspende ist: „Damit können wir die Krankheit gut behandeln“, sagt Dresel.

Die Schirmherrschaft für den ersten Krebsaktionstag im Schongauer Krankenhaus hat Landrätin Andrea Jochner-Weiß übernommen, worauf sie sehr stolz sei, wie sie betont. Das Wort Krebs betreffe schon jeden von uns, so die Landrätin. Und sie spricht aus eigener Erfahrung: „Mein Mann und meine Schwester sind an Krebs erkrankt.“ Sie betonte daher, wie wichtig Prävention und Vorsorge sei.

Die Bevölkerung sensibilisieren und auf die Möglichkeit der Stammzellspende aufmerksam machen, möchte Dr. Cornelia Kellermann von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB). „Eine Stammzellenspende kann vollständige Heilung bringen“, sagt sie. Mit einer Typisierungsaktion am Weltkrebstag im Schongauer Krankenhaus will Kellermann potentielle Spender gewinnen.

In Kooperation mit Blut e.V. führen sie die Aktion von 11 bis 16 Uhr durch. Typisieren kann sich jeder lassen, der zwischen 17 und 45 Jahre alt und gesund ist. Wer einmal typisiert ist, bleibt bis zum vollendeten 60. Lebensjahr in der Datei. Für die Typisierungsaktion im Schongauer Krankenhaus wird den potentiellen Spender Blut abgenommen. Übrigens: Auch wenn es tatsächlich zu einer Stammzellenspende kommt, werden diese heute meist ebenfalls aus dem Blut entnommen. „Die Entnahme aus dem Beckenkamm wird nicht mehr so häufig praktiziert“, sagt Kellermann.

Dresel weist beim Pressegespräch auch auf die anderen Aspekte einer Krebstherapie hin. Beispielsweise wird es am 4. Februar Vorträge zu Themen wie Ernährung oder Palliativmedizin geben. Bei allen Aspekten sieht der Chefarzt die heimatnahe Behandlung als wichtigen Faktor an. Das ist auch für Geschäftsführer Thomas Lippmann ein wichtiger Punkt: Die Spezialisierung sei hier das A und O.

Susanne Bogner vom Verein Blut e.V. klärt über das sogenannte Onko-Walking auf: eine auf Nordic Walking – allerdings ohne Stöcke – basierende Sportart für Krebspatienten. Diese soll, laut Bogner, dabei helfen, das Rückfallrisiko zu senken und die Lebensqualität zu verbessern. „Viele haben das Vertrauen in den eigenen Körper verloren“, sagt Bogner. Sport soll während und nach der Krebstherapie dabei helfen, dieses wieder zu erlangen. Auch Bogner hebt die Wichtigkeit regionaler Angebote hervor: So startet beispielsweise in Weilheim bald eine Onko-Walking-Kooperation.

Astrid Neumann

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