Letzte Bilanz der Kreissparkasse Schongau vor der Fusion

Zufriedenstellendes Ergebnis

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Blicken optimistisch in die gemeinsame Zukunft: Die Vorstandsmitglieder Josef Koch, Richard Arnold, Michael Lautenbacher, Alexander Schmitz und Herwig Skalitza (v. li.).

Schongau – Am kommenden Samstag, 1. April, endet nach 165 Jahren das Kapitel Kreissparkasse Schongau: Die Fusion mit den Vereinigten Sparkassen Weilheim zur Sparkasse Oberland ist dann offiziell. Zuvor präsentierte die Bank am Montag noch ihre Bilanz für das abgelaufene Jahr. Zwar sank der Gewinn erneut, doch angesichts der weiter schwierigen Rahmenbedingungen zeigte sich der Vorstand mit dem Ergebnis zufrieden.

Dass für die Schongauer Sparkasse ab dem 1. April neue Zeiten anbrechen, ließ sich bei der Bilanzpressekonferenz am Montag schon an den Namensschildern der Protagonisten ablesen. Bis auf Michael Lautenbacher hatten sich die Vorstandsmitglieder bereits die neuen Schilder mit der Aufschrift „Sparkasse Oberland“ ans Revers geheftet. Gleiches galt für Josef Koch. Der Chef der Vereinigten Sparkassen Weilheim und künftiger Vorsitzender des fusionierten Kreditinstituts saß erstmals als Gast mit am Tisch. Lautenbacher hatte selbige Rolle wenige Wochen zuvor bei der Bilanzpräsentation der Weilheimer Sparkasse eingenommen.

Bevor Koch auf Details des Fusionsprozesses einging, richtete sich der Blick seiner Schongauer Kollegen auf die Zahlen des vergangenen Jahres. Positiv: Das Geschäftsvolumen ist 2016 erneut gewachsen, wenngleich nicht mehr so stark wie im Jahr zuvor. Die Bilanzsumme stieg um zwei Prozent von 800 auf rund 817 Millionen Euro.

Dazu trug das Kreditgeschäft bei, das im Volumen um knapp drei Prozent auf 550 Millionen Euro zulegte. Auch hier fiel allerdings das Wachstum trotz günstiger Zinsen geringer aus als im Vorjahr, was daran liegt, dass weniger neue Kredite vermittelt wurden. Statt 160 in 2015 waren es 2016 nur 138 Millionen Euro, die je zur Hälfte an gewerbliche und private Kunden flossen. Die Zahl dürfte jedoch schon bald wieder ansteigen, schätzte Vorstandsmitglied Herwig Skalitza, der auf Gespräche mit den heimischen Firmen verwies. Viele würden im nächsten Jahr große Investitionen planen.

Was private Kredite betreffe, sei das Angebot an Immobilien der limitierende Faktor, erklärte Lautenbacher. Der Trend zum eigenen Haus oder der eigenen Wohnung sei nach wie vor ungebrochen. 41 Objekte habe man 2016 vermitteln können, die Nachfrage jedoch sei deutlich höher. Dass viele nur auf die passende Gelegenheit warten, um zu investieren, zeige sich bei den Kundeneinlagen. Die sind trotz der geringen Zinsen um rund 5,5 Prozent auf 616 Millionen Euro gestiegen (Bayern-Schnitt 3,2 Prozent). Besonders beliebt seien Tagesgeldkonten, so Lautenbacher. „Die schnelle Verfügbarkeit ist den Leuten wichtig.“ 

Daran ändere meist auch der Hinweis nichts, dass mit Aktien im gleichen Anlagezeitraum deutlich mehr Ertrag zu erwirtschaften wäre, berichtete Vorstandsvorsitzender Alexander Schmitz. Dabei sei eine Investition in Wertpapiere die richtige Antwort auf die Niedrigzinsphase. Immerhin: Nicht alle Rufe verhallen ungehört. 2016 belief sich der Umsatz mit Fonds, Aktion und festverzinslichen Wertpapieren auf über 43 Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von 128 Millionen Euro.

Mit der guten Entwicklung im Kundengeschäft nicht mithalten konnte der Ertrag. Der Bilanzgewinn nach Steuern sank um vier Prozent auf 838 000 Euro. Für Schmitz dennoch ein „mehr als zufriedenstellendes Ergebnis“ angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen, zu denen er neben den niedrigen Zinsen auch die zunehmenden regulatorischen Anforderungen zählte. Vor diesem Hintergrund, machte er noch einmal deutlich, sei die Fusion die „richtige Konsequenz“.

110 Arbeitsplätze in Schongau bleiben erhalten

Seitdem im Dezember der Kreistag grünes Licht für die Banken-Fusion gegeben hat, wird hinter den Kulissen an der Umsetzung gearbeitet. Das Projekt laufe erfreulich gut, sagte Koch am Montag, der deshalb mit einem unproblematischen Start am 1. April rechnet. Geklärt ist mittlerweile auch, welche Mitarbeiter wo arbeiten werden. 

Während die gesamte Schongauer Führungsspitze nach Weilheim umzieht, werden andere Abteilungen wie die Revision, die Produktion und die Kreditanalysten von der Kreis- in die Lechstadt wechseln. Die Bedingung, dass alle 110 Arbeitsplätze in Schongau erhalten bleiben, sei damit erfüllt, betonte Koch. 

Auf 20 Prozent der Mitarbeiter kommt dadurch allerdings ein weiterer Arbeitsweg zu. Gerade für Teilzeitkräfte eine Belastung, das weiß auch Koch, weshalb man Betroffenen so weit wie möglich entgegenkomme und gegebenenfalls eine alternative Beschäftigung anbiete.

Christoph Peters

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