Statt Minikreisel eine Ampel

Wie der Peitinger Knotenpunkt an der Blauen Sparkasse entzerrt werden soll

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Ein Knotenpunkt: Die Kreuzung vor der Blauen Sparkasse. Zuletzt wurde über einen Kreisel gesprochen. Doch bald wird dort eine Ampel installiert.

Peiting – Kein Verkehrskreisel, sondern eine Fußgängerampel soll mitten in Peiting am Knotenpunkt, wo Freistraße, Bahnhofstraße, Friedhofstraße und Azamstraße zusammentreffen, die Situation an der Kreuzung vor der Blauen Sparkasse künftig entzerren. Dafür haben die Marktgemeinderäte in der letzten Sitzung per Beschluss quasi grünes Licht gegeben.

Das Gremium folgt mit dem Ampel-Votum einem Vorschlag von Marktbaumeister Fabian Kreitl. Installiert werden zwei Signalanlagen. Diese könnten ähnlich ausgeführt werden wie mehrere hundert Meter weiter westlich am Knotenpunkt Schongauer Straße/Müllerstraße. Auf der Bahnhofstraße wurden letztes Jahr bei einer Messung an einem Tag 4.100 Kraftfahrzeuge innerhalb 24 Stunden gezählt.

Kreitl zeigte die Steuerung über eine intelligente Ampelanlage als Alternative zu einem Kreisverkehr auf. Die Kosten werden von einer Fachfirma auf 77.000 Euro beziffert. Zu bedenken gab Kreitl freilich, dass es zu größeren Wartezeiten als bisher kommen könne und dass auch Wartungskosten anfallen. Diese Variante soll nur dann zum Tragen kommen, wenn man mit den beschlossenen zwei Fußgängerampeln nicht zufrieden ist.

Der Grund, warum ein kleiner Kreisverkehr, über den in den vergangenen zwei Jahren wiederholt diskutiert wurde, nun ausscheidet, ist der knappe Platz vor der Blauen Sparkasse. Ein kleiner Kreisel mit einem Durchmesser von 26 Metern - vergleichbar mit dem vor dem Weilheimer Hof – würde mit sich bringen, dass die Mittelinsel nicht überfahrbar wäre sowie Zebrastreifen und behindertengerechter Parkplatz wegfallen. Der Flächenbedarf wäre groß. Die Kosten würden 375.000 Euro betragen. Die zweite Variante wäre für 80.000 Euro ein Minikreisverkehr, wie es ihn in Peiting am nördlichen Ende des Wohngebietes Lexe oder an der Schongauer Straße in Peißenberg gibt.

Die Mittelinsel wäre überfahrbar, der Kreisel aber schlecht erkennbar, wie auch Erfahrungen aus Peißenberg bestätigen. Für Autos, Busse und Lastwagen müssten unterschiedliche Lösungen gefunden werden.

Diskutiert, aber dann wieder fallengelassen wurde ein Vorschlag von Marktgemeinderat Christian Lory (Unabhängige); er hatte eine alternative Verkehrsführung beantragt. Dabei sollten Autos, Busse und Laster künftig im Einbahnstraßen-Modus um die Blaue Sparkasse fließen. Ein Nachteil dieser Variante wäre, dass dort, wo jetzt von der Freistraße nach links in die Friedhofstraße abgebogen werden kann, 300 Meter Umweg in Kauf genommen werden müsse. Lory erklärte aber zum Schluss der Diskussion: „Wir können uns gern über die Ampellösung einigen.“

Bürgermeister Asam hielt eine Ampelschaltung für „intelligenter“. Der Vorschlag Lorys mit dem Einbahnstraßenverkehr könne dazu führen, dass es auf der Azamstraße und Raumsauer Straße zu längeren Rückstaus käme.

Peter Ostenrieder (CSU) meinte zu Lorys Idee: „Der Vorschlag hat schon Charme.“ Doch lasse sich so was eher im Zentrum einer großen Stadt verwirklichen, aber nicht in Peiting an der Blauen Sparkasse. Man müsse auch bedenken, dass der Verkehr auf den Zubringerstraßen stärker geworden sei.

Silvia Ruhfass-Bückle (Grüne)bat darum, das Thema nicht nur aus der Sicht des Autofahrers, sondern aus der des Fußgängers zu bewerten. Für den sei es bislang schwierig genug, von der Blauen Sparkasse über die Bahnhofstraße zur Marktapotheke zu gelangen.

Gemeinderat Hermann Mödl (Bürgervereinigung) wiederum vertrat die Ansicht, dass Autofahrer Zebrastreifen zu wenig beachten würden. Hebert Salzmann (SPD) befand seinerseits, ein Kreisverkehr vor der Blauen Sparkasse sei „schlichtweg nicht praktikabel“. So eine Lösung müsse man sich deswegen dort abschminken.

jj

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