Krippenausstellung im Schongauer Stadtmuseum

Mit Liebe zum Detail

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Eine der größten Krippen hat Helmut Schmid gebaut. Mehr als 70 Figuren stellen die Geschichte dar. Die eigentliche Krippe mit dem Jesuskind, das hier von den Hirten angebetet wird, ist dabei nur ein Ausschnitt.

Schongau – Es gibt sie in mannigfaltigen Ausführungen, aus Papier, Ton, oder Holz, geschnitzt, gezeichnet oder gebrannt: Krippen. Immer haben sie fast nur ein Motiv, die Geburt des Heilands. Im Schongauer Stadtmuseum haben die Krippen-freunde, mittlerweile unter dem Dach des historischen Vereins, um die 40 der schönsten Exponate aufgebaut, historische und aktuelle, im alpenländischen und orientalischen Stil.

Krippenbauen ist eine Kunst für sich, es gibt viele Details zu beachten. Das beginnt schon mit der Auswahl der Figuren. Aus Holz geschnitzt und bemalt oder mit Stoff kaschiert, wenige Millimeter bis zu stattlichen Dezimeter groß. Man kann sie in einem eher orientalisches Diorama setzen und so die Geschichte der Geburt nachvollziehen oder man verlegt den Schauplatz ins Voralpenland, wo Maria und Josef durch den Schnee ziehen auf der Suche nach einer Herberge. 

Apropos, man muss nicht immer nur das Jesuskind in der Krippe liegend darstellen. Natürlich sind Maria und Josef erst einmal nach Bethlehem gezogen, wo sie dann noch eine Herberge finden mussten. Und ganz große Krippenfreunde lassen im Laufe der Zeit auch noch neue Figuren dazu kommen. Denn offiziell kommen die drei Könige erst am Dreikönigstag selbst dazu. Vorher sind es nur die Engel und Hirten, die sich die Geburtsstätte versammeln. Da können leicht einmal einige Dutzend Figuren auf einem Diorama versammelt sein. 

Das alles und noch viel mehr bekamen die Besucher der Ausstellungseröffnung von Max Wagner zu sehen und zu hören. Gemeinsam mit seinen Krippenfreunden – früher Pfaf-fenwinkel, heute Teil des historischen Vereins – hatte Wagner die vergangenen Wochen damit verbracht, das Schongauer Stadtmuseum etwas umzugestalten.

Bis aus dem tirolerischen Vils und Schwangau hat der Verein Exponate geholt und aufgebaut, zuallererst aber natürlich Krippen aus dem heimischen Pfaffenwinkel. Eines der größten Exponate, so erfuhren die Besucher – unter ihnen auch Bürgermeister Falk Sluyterman – steht im Obergeschoss. 

Um die 70 Figuren haben sich dort versammelt, erzählt ihr Erbauer. Neben der heiligen Familie gibt es einen Basar zu sehen und den Einzug der Könige. Drei Wochen brauchte Schmid, um die Figuren in Position zu bringen, seine Kollegen sei nie sicher gewesen, ob die Krippe überhaupt rechtzeitig fertig werden würde, so Wagner. 

Er selbst hat auch einige Exponate beigesteuert, unter anderem Künstlerfiguren, aber auch kleine Dioramen, deren Hintergründe der Schwangauer Krippenmaler Alfred Fleckenstein entworfen hat. Sehenswert sind auch die Künstlerhintergründe der Rottenbucher Malerin Renate Zwerger. In einem eigenen Schaukasten sind einige der ältesten Krippen zu sehen, damals aus Papier und Pappe gestaltet. Wie etwa die der Familien Schiing aus Böbing, die in das Jahr 1900 datiert. 

Zu sehen sind die Werke bis zum 18. Januar zu den besonderen Öffnungszeiten des Stadtmuseums täglich zwischen 16 und 20.30 Uhr, an den Wochenenden schon ab 12 Uhr mittags.

Oliver Sommer

Krippenausstellung im Stadtmuseum

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