Interne Wunschlösung

Doppelspitze für die Musikschule Pfaffenwinkel

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Kennen und schätzen sich: Leiter Karl Höldrich (li.) verlässt zum 1. September die Musikschule Pfaffenwinkel, auf ihn folgen Kristina Kuzminskaite (Mitte) und Marcus Graf (re.).

Schongau – Die Suche nach einem Nachfolger für Karl Höldrich, der – wie Mitte Juli bekannt wurde – eine neue berufliche Herausforderung in Augsburg annimmt, ist abgeschlossen. Eine Doppelspitze, bestehend aus zwei in Schongau bestens bekannten Gesichtern, beerbt den scheidenden Leiter der Musikschule Pfaffenwinkel. Kristina Kuzminskaite und Marcus Graf nehmen gemeinsam den vakant gewordenen Platz ein.

„Ich bin sehr froh, dass wir die Stelle hausintern besetzen können“, schnauft Erwin Krauthauf durch. Er ist der Vorsitzende des Trägervereins Musikschule Pfaffenwinkel, dessen Vorstand für die erfolgreiche Nachfolgersuche verantwortlich zeichnete. Fünf Kandidaten, die bereits mit der Einrichtung verbandelt waren, hätten ihr Interesse signalisiert, in Höldrichs Fußstapfen zu treten. Auch zwei Bewerber von außerhalb hatten sich gemeldet, obwohl die Stelle gar nicht extern ausgeschrieben war – Beleg für den guten Ruf, den die Musikschule genießt.

In die engere Auswahl kamen beide aber nicht, zwei Kandidaten mit Stallgeruch machten das Rennen. „Ich glaube, dass wir damit eine ganz tolle Lösung gefunden haben“, ist Krauthauf überzeugt.

Neue starke Frau am Ruder ist Kristina Kuzminskaite. „Sie verfügt über eine hervorragende Ausbildung“, lobt der Vereinsvorstand die 39-Jährige, die seit rund einem Jahr an der Musikschule Pfaffenwinkel unterrichtet und das Stadtorchester leitet. Für den neuen Posten gibt die Bad Bayersoierin ihre Stelle bei Regens Wagner in Rottenbuch auf, bleibt dem Klosterdorf aber als Kirchenmusikerin erhalten. Die Musikschule als Ort der Offenheit und Fröhlichkeit zu führen nennt Kuzminskaite – ganz im Sinne ihres Vorgängers Höldrich – als wichtiges Leitbild.

Unterstützung bekommt sie dabei von jemandem, der in Schongau ebenfalls als musikalisches Schwergewicht bezeichnet werden kann: Marcus Graf, unter anderem Leiter der Stadtkapelle, fungiert als neuer Stellvertreter. „Ich bin froh, dass er mit seiner großen Erfahrung an meiner Seite ist“, freut sich Kuzminskaite. Auch der 49-Jährige selbst ist von der Doppellösung überzeugt. Man kenne und schätze sich, „das Miteinander war bisher sehr harmonisch“.

Zielgerichtete Ausbildung

Große Stärke des Duos sei, so Krauthauf, die große Expertise, die beide in ihren jeweiligen Bereichen einbrächten. Grafs Schwerpunkt liegt auf den Bläsern, der von Kuzminskaite auf dem Orchester – davon profitiere die zielgerichtete Heranführung der Nachwuchs-Musiker an die verschiedenen Ensembles.

Und noch eine weitere Fähigkeit erleichtere der neuen Doppelspitze die Arbeit, hofft Krauthauf. „Finanziell stehen wir nicht so doll da.“ Beide seien in der Spendenakquise sehr erprobt.

„Wir spüren die Verantwortung für die Ausbildung und das kulturelle Erbe“, sagt Kuzminskaite. „Das können wir doch nicht einfach so liegen lassen.“ Dennoch wünsche sie sich ganz allgemein teils einen höheren Stellenwert der Musik bei manchen Eltern und der Politik.

„Irgendwie muss es immer weitergehen“, findet auch der scheidende Höldrich, der trotz seines nahenden Engagements an der Städtischen Sing- und Musikschule der Mozartstadt Augsburg nicht aus der Welt ist. Einen Tag pro Woche begleite er die Neuen in der Übergangszeit, der Vorstandschaft bleibt er erhalten: „Aus Verbundenheit.“ 

ras

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