Innerörtliches Nadelöhr wohl bald Vergangenheit

Künftig auf gerader Straße durch Schwabniederhofen

Schwabniederhofen Ortsdurchfahrt Begradigung
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Bislang gleicht die auf dem Bild nach links weiter verlaufende Kreisstraße einem kurvenreichen Nadelöhr, das bisweilen auch gefährliche Verkehrssituationen birgt. Der alte Verlauf soll nach Abschluss der Neubaumaßnahme zur Gemeindestraße umgestuft werden.

Altenstadt/Schwabniederhofen – Schon öfter stand in den vergangenen Jahren die Ortsdurchfahrt Schwabniederhofen im Fokus der Betrachtungen im Landkreis. So auch bei der Sitzung des Kreisausschusses Anfang Mai. Dieser gab dem Kreistag die Empfehlung, dem begradigten Ausbau und der damit verbundenen Verlegung der durch den Altenstadter Ortsteil führenden Kreisstraße WM 6 zuzustimmen. Investitionsvolumen: rund eine Million Euro. 

Bis zu dieser Empfehlung des Kreisausschusses waren fast fünf Jahrzehnte seit den allerersten diesbezüglichen Maßnahmen ins Land gegangen. Zur Verbesserung der Verkehrssituation wurde bereits 1972 eine erste Entwurfsplanung zur Verlegung der Straße gefertigt. 1988 erfolgte die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens durch die Regierung von Oberbayern. Nach Widerständen der Anlieger erfolgte im September 1997 die Einstellung des Planfeststellungsverfahrens und noch im gleichen Monat die Aufstellung eines Bebauungsplans, der als Planungsgrundlage unverändert gilt. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde 2009 im nördlichen Ortsbereich bereits ein 180 Meter langes Teilstück der Kreisstraße ausgebaut. Das Bauvorhaben zum Ausbau der Ortsdurchfahrt ist seit 2009 Bestandteil des Bedarfs- und Investitionsprogrammes des Landkreises.

Zu der Frage, wie die nun bereits so lange bestehende Absicht zum Bau jetzt auf die Tagesordnung des Kreisausschusses gekommen sei, hieß es aus dem Landratsamt, dass man sich kontinuierlich um die stetige Verbesserung der Infrastruktur im Landkreis bemühe. Die Ortsdurchfahrt habe bereits seit vielen Jahren auf der Liste der Maßnahmen gestanden. Nachdem sich eine Realisierung abgezeichnet hätte, habe man nun den Grundsatzbeschluss gefasst.

Auch Altenstadts Bürgermeister Andreas Kögl hatte bei einem Kreisboten-Interview im August des letzten Jahres anlässlich seiner ersten „100 Tage im Amt“ mitgeteilt, dass bei seinen ersten Gesprächen als Rathauschef auch der Ausbau bereits Thema bei den beteiligten Behörden gewesen sei.

Kurvig, ohne Gehweg

Handlungsbedarf besteht erwiesenermaßen. Der gegenwärtige Verlauf der Straße ist von engen Kurven geprägt. Dort waren aber aufgrund der vorhandenen Bebauung keinerlei Verbreiterungen möglich, obwohl die Fahrbahn teils nur knapp über fünf Meter misst. Von der Anlage eines Gehweges konnte schon gar keine Rede sein.

Mit dem geplanten Ausbau und der damit einhergehenden Verlegung der Kreisstraße wird sich deren Streckenlänge von 630 auf 480 Meter verkürzen und das jetzige Nadelöhr der Vergangenheit angehören. Die künftige Fahrbahnbreite ist mit sechs Metern vorgesehen. Und der Straßenoberbau soll frostsicher ausgebaut und mittels einer jeweils mehrere Zentimeter dicken Asphalttrag- sowie Asphaltdeckschicht der (im Jahr 2015 erhobenen) 24-stündigen Verkehrsbelastung von gut 1.200 Fahrzeugen bei einem Schwerverkehrsanteil von 44 Fahrzeugen gerecht werden.

Bei seiner Sitzung am 23. Juli liegt es nun beim Kreistag, die eigentlich schon als relativ sicher geltende abschließende Entscheidung zu treffen. Danach wäre zwischen dem Landkreis und der Gemeinde Altenstadt eine Vereinbarung zur Durchführung zu treffen. Diese umfasst die Bauplanung und Bauleitung der gesamten Maßnahme durch die Gemeinde Altenstadt und eine Kostenbeteiligung des Landkreises entsprechend seiner Zuständigkeit als Baulastträger.

Rund eine Million

Die Kosten für den Bau der Kreisstraße werden auf 800.000 Euro beziffert. Mit einem Entwässerungsbeitrag, den Grund­erwerbs- und Verwaltungskosten summiert sich das auf eine Million Euro. Die demgemäß vom Landkreis einzusetzenden Haushaltsmittel sollen auf die Haushaltsjahre 2022 (700.000 Euro) sowie 2023 (300.000 Euro) verteilt werden. Entsprechend dem Bebauungsplan sollen neben der Kreisstraße durch die Gemeinde auch ein Gehweg und weitere Erschließungseinrichtungen errichtet werden.

Die Baumaßnahme wird voraussichtlich gemäß dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zuwendungsfähig sein. Als Neubaumaßnahme ist die Verlegung der Ortsdurchfahrt jedoch nicht im Rahmen der Dorferneuerung förderfähig. Dem Landratsamt zufolge soll das Projekt in sehr sportlicher Manier bereits im kommenden Jahr realisiert werden.

Langer Anlauf

Zuvor hatte aber ein langwieriger Entwicklungsgang stattgefunden. So mussten mehrere Grundstücke teilweise von der Gemeinde und teilweise vom Landkreis erworben werden. Welche Kosten dabei entstanden, konnte Andreas Kögl auf die Schnelle schon gar nicht mehr beziffern. Dafür habe sich der Grunderwerb über viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte hingezogen.

Auch zu den zu erwartenden Kosten für die Gemeinde konnte der Rathauschef noch keinerlei Mitteilung machen. Durch den Grundsatzbeschluss des Landkreises sei es überhaupt erst möglich, einen Planer zu beauftragen. „Der muss dann einen Plan erstellen und dann Kosten kalkulieren.“ Vorher sei alles ein Blick in die Glaskugel, so Andreas Kögl.

Die bevorstehende Baumaßnahme nütze der Verkehrssicherheit, die er nicht zuletzt aufgrund des schlechten Straßenzustands, der vielen Kurven und eines fehlenden Gehsteig als beeinträchtigt sieht. „Wenn wir nun die Möglichkeit haben das zu verbessern, dann sollten wir das vorantreiben.“

Manfred Ellenberger

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