Zum künftigen Vorgehen in Neubaugebieten:

Wärmeversorgung lässt Peitings Räte nicht kalt

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Der Markt Peiting hat im Jahr 2013 ein Blockheizkraftwerk im Eisstadion installiert, das mit Bioerdgas betrieben wird.

Peiting – Eine zentrale Wärmeversorgung in einem der Neubaugebiete: Das ist ein Thema, das die Gemeinderäte nicht kalt lässt. Nach langer Diskussion waren sie sich darin einig, einen Fachmann der Energiewende Oberland nach Peiting zu holen, der den Räten die Varianten und die Rentabilität aufzeigen soll.

Bürgermeister Peter Ostenrieder rief in Erinnerung, dass dieses Thema meist zu Beginn einer neuen Amtsperiode des Gemeinderates behandelt worden sei. Die Festlegung auf eine bestimmte Energieart in einem Neubaugebiet sei eher „als Gängelung“ aufgefasst worden, beschrieb er den bislang vorherrschenden Tenor.

Wenn es zu einem Anschlusszwang an ein Wärmenetz komme, heiße das andererseits, dass keine Kachelöfen oder Schwedenöfen eingebaut werden. Gemeinderat Norbert Merk (CSU) sagte dazu, er sei für eine „möglichst freie Entfaltung der Bauwerber“ auch beim Energieträger. Holz aus Wäldern der Umgebung sei „nicht das schlechteste“.

Kämmerer Christian Hollrieder bezeichnete die Auslastung für ein Wärmenetz in einem Neubaugebiet als schwierig. Zu bedenken sei, dass ein Neubau erst sechs Jahre nach dem Grundstückskauf bezogen werden müsse. Das mache den gleichzeitigen Anschluss mehrerer Häuser kompliziert. Andererseits sei es aber möglich, Feuerstätten wie Kachelöfen auszuschließen.

Lorys Vorstoß

Den Vorschlag, einen Referenten der Energiewende Oberland (EWO) zu hören, brachte Christian Lory (Unabhängige); er ist von Beruf Kaminkehrer. Man solle deren Kompetenz nutzen. Bürgermeister Ostenrieder reagierte zunächst verhalten. Die klassische Energieberatung gebe es jeden Monat. Im Gremium diskutiere man jedoch darüber, was die Gemeinde im Bebauungsplan mache und was sie darin vorschreibe. Ostenrieder: „Wir brauchen was Handfestes.“

Ebenso wie Lory hielt es Tobias Eding (SPD) „als neuer Gemeinderat“ für richtig, eine Information zu bekommen. Auch Marion Gillinger (ÖDP) nannte so was „wünschenswert“.

Rathauschef Ostenrieder verdeutlichte seinerseits, dass die aktuell laufende Planung beziehungsweise laufende Arbeiten zu den Baugebieten am Hochweg, an der Drosselstraße und im Bachfeld nicht mehr in punkto Wärmenetz untersucht werden. Dort müsse man beachten, dass es zu keinen Verzögerungen komme. Der Antrag, einen Fachmann der Energiewende Oberland nach Peiting in den Gemeinderat zu holen, wurde mit 14 zu zehn Stimmen angenommen.

BHKW im Eisstadion

Wärmenetze sind durchaus als Chance zu sehen, die Versorgung mit Heizenergie zu optimieren. Besonders gut eignen sich größere kommunale Liegenschaften. Der Markt Peiting hat im Jahr 2013 ein Blockheizkraftwerk im Eisstadion installiert, das mit Bioerdgas betrieben wird. Der Strom wird eingespeist. Die produzierte Wärme versorgt neben dem Eisstadion die Mehrzweckhalle in Birkenried, das Therese-Peter-Haus für Kinder, die Alfons-Peter-Grundschule, zwei Mehrfamilienhäuser und einen Fünfspänner mit Reihenhäusern. 

jj

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