Kultur- und Kreativschaffende als Wachstumsbranche etablieren

Künstler sind auch Unternehmer

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Richten für die „Kultur- und Kreativwirtschaft“ im Landkreis ein erstes Treffen aus. V.li.: Wolfgang Wittmann, Geschäftsführer EMM; Jürgen Enninger, Stadt München; Justina Eibl, Wirtschaftsförderung Landratsamt und Anja Birkle, EMM.

Weilheim/Landkreis – Musik, Theater, Film, Design: Vielfältig sind die Branchen, in denen freischaffende Künstler und Selbständige im Landkreis mit kreativer und kultureller Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. All diese Akteure ins Boot zu holen, sie untereinander und mit Vertretern anderer Wirtschaftszweige zu vernetzen, hat sich die Wirtschaftsförderung vorgenommen.

Unterstützt von der Europäischen Metropolregion München e.V. (EMM) wird für Donnerstag, 23. Oktober, zur Auftaktveranstaltung in das Schongauer Brauhaus eingeladen. Eine Grundlagenstudie zur Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion München hat zutage gebracht, dass diese Branche als Wirtschaftsfaktor eine weit größere Rolle spielt als angenommen, berichtete Justina Eibl von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung: „Sie ist ein wichtiger Standortfaktor, gibt unserer Region Identität nach innen, ein Gesicht nach außen und beeinflusst Entscheidungen, wenn es um das Ansiedeln neuer Unternehmen und Personalakquise geht“, erklärte sie. Im Landkreis, führte Eibl bei einem Pressegespräch mit Vertretern der Metropolregion und der Stadt München aus, waren 2010 knapp 400 Selbständige und Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft aktiv. Vor allem in den Bereichen Architektur, Designwirtschaft und Pressemarkt. Das macht 6,5 Prozent der Gesamtwirtschaft aus. Gemessen an der absoluten Zahl der Selbständigen und Unternehmen rangiert der Landkreis in der Metropolregion München unter 32 Positionen auf Platz 14. Diese Auswertung war erst ein Anfang, sagte Eibl und dass die Wirtschaftsförderung nun „das Potenzial erschließen“ will. 

Warum wird dieser nach der Automobilwirtschaft und Chemieindustrie drittgrößte Wirtschaftszweig häufig unterschätzt? „Er ist meist kleinteilig organisiert und mit sehr unterschiedlichen Branchenfeldern nicht einfach zu fassen“, fand EMM-Geschäftsführer Wolfgang Wittmann in Weilheim eine Antwort darauf. Die Leistungsfähigkeit dieser Sparte in der Region zu beleuchten, ist das Ziel einer „Roadshow“, mit der der EMM e.V. seit 2013 durch die Region tourt. Nächste Station ist am 23. Oktober in Schongau. „Hinter dem abstrakten Begriff stehen viele Berufe. Sie brauchen ein Netzwerk. Kultur- und Kreativschaffende dürfen und sollen sich als Unternehmer sehen“, begründete Jürgen Enninger, Kultur- und Kreativbeauftragter der Stadt München, das Engagement. 

Was erwartet die Besucher am Donnerstag im Brauhaus? Eibl und ihr Team haben im Vorfeld 700 Einladungen verschickt und etliche positive Rückmeldungen erhalten mit Kommentaren wie: „Toll, dass es es so was gibt. Da mache ich mit.“

Programm 

Nach der Begrüßung durch Landrätin, Bürgermeister und EMM-Geschäftsführer wird Kulturexperte Enninger von der Stadt München das Thema „Kreativ arbeiten. Mit Erfolg!“ beleuchten. In einer Podiumsdiskussion stellen sich anschließend fünf Akteure aus dem Landkreis vor, darunter die Schriftstellerin Nicola Förg, Marion Albrecht („Kultur für 4“) und Franzl Strobl („Stroblbühne“). Nach einer Fragerunde ist „Networking am Buffet“ angesagt. Nach dieser Veranstaltung sollen im Landratsamt kostenlos Beratungstermine und bei Bedarf weitere Informationstage angeboten werden.

Von Maria Hofstetter

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