Von der Vitrine bis zur Tracht

Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau fördert Vereine und Projekte in der Region

Kulturstiftung Sparkasse Schongau
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Bei der Spendenübergabe der Kulturstiftung kamen in Schongau Vertreter der Vereine sowie der Stiftungsrat im Sparkassenforum zusammen.
  • Astrid Neumann
    VonAstrid Neumann
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Schongau – Mit insgesamt 5.200 Euro fördert die Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau Vereine und Projekte im Schongauer Land. Die Vertreter der heuer bedachten fünf Organisationen nahmen die Schecks in der vergangenen Woche in Empfang.

Jahr für Jahr fördert die Kulturstiftung zahlreiche Projekte im Altlandkreis – und das bereits seit über 35 Jahren. Daran werde sich auch nach der Fusion mit der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen (wir berichteten) nichts ändern, wie Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland Thomas Orbig versicherte.

Den Namen einer Stiftung zu ändern sei zum einen nicht einfach. Was aber noch viel wichtiger ist: Der Wirkungskreis der Stiftung bleibe nach wie vor das Geschäftsgebiet der ehemaligen Kreissparkasse Schongau und werde nicht auf das Gesamtgebiet der Sparkasse Oberland ausgedehnt. „Das Geld bleibt in der Region“, so Orbig. In der Stiftungsurkunde aus dem Jahr 1985 sei der Zweck „Förderung von Kunst und Kultur im Schongauer Land, Pflege von Natur- und Heimatschutz und Förderung der Erwachsenenbildung“ fest verankert.

Seit 2013 spüre man jedoch auch bei Stiftungserlösen dramatisch die Auswirkungen der Niedrigzinsphase, so Orbig weiter. „Die Zinserträge aus unserem Stiftungskapital sprudeln in den vergangenen Jahren leider nicht mehr so üppig wie einst.“ Trotzdem freue er sich, in diesem Jahr fünf Projekte mit einer Gesamtsumme von immerhin 5.200 Euro unterstützen zu können, so der Vorstandsvorsitzende.

Die Auswahl der Projekte übernimmt der Stiftungsrat. Neben der Vorsitzenden Landrätin Andrea Jochner-Weiß gehören diesem die Bürgermeister Falk Sluyterman aus Schongau, Peter Ostenrieder aus Peiting und Thomas Dorsch aus Hohenpeißenberg sowie Kreisrat Franz Reßle aus Schongau an. „In der Regel sind wir immer einer Meinung bei der Auswahl“, so Orbig, der das Wort an Landrätin Andrea Jochner-Weiß weitergab.

„Die Sparkasse vergisst ihre Leute nicht“, war deren Fazit. Sie verwies auch darauf, wie die Bank auch deutschlandweit die Flutopfer der vergangenen Wochen unterstütze. Regional freue sie sich besonders, dass hier geholfen werden kann, so Jochner-Weiß. „Wir wissen, dass das Geld gut angelegt ist“, auch wenn es dieses Jahr weniger sei.

Fünf Projekte

Für die Freunde der Musikschule Pfaffenwinkel e.V. konnten Vorstand Erwin Krauthauf und Schulleiter Markus Graf, der mit seinem Sohn die Veranstaltung musikalisch umrahmte, 2.000 Euro entgegennehmen. Das Geld soll vor allem der Frühförderung dienen. Im speziellen sollen Glockenspiele für die Kindergärten angeschafft werden, die mit der Musikschule kooperieren. Kunst und Kultur sei oft ein ziemlich langer Weg, verwies Graf auf die Arbeit, die in einem Konzert steckt. Bei der Frühförderung sei es extrem wichtig, dass die Kinder „ein Instrument in der Hand haben“.

Für die Restaurierung der Lourdes-Grotte nahm Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer einen Scheck über 1.000 entgegen. Seit 2002 sei der Zutritt zu dem Gebilde aus Tuffstein verboten, so der Bürgermeister der Gemeinde. Nun ist es endlich so weit, dass die Grotte statisch ertüchtigt werden kann. Für September nächsten Jahres ist die Einweihung geplant, so Taffertshofer, der sich für die „großzügige Zuwendung“ bedankte.

Ebenfalls mit 1.000 Euro wird der Gebirgstrachtenerhaltungsverein „d‘Schnalzbergler“ Böbing e.V. unterstützt. Trachtenwartin Michaela Wörmann erläuterte, dass das Geld in die Anschaffung von Kirchentrachten fließen soll. Diese sei immer mehr von der Bildfläche verschwunden, so Wörmann. Der Grund: Die Damen, die sie sonst tragen, werden immer älter. Nun habe man rund 15 Frauen gefunden, die sich eine Kirchentracht – pro Tracht muss mit 1.300 bis 1.500 Euro gerechnet werden – anschaffen wollen. Das will der Verein bezuschussen.

Der Historische Kreis Schwabsoien-Sachsenried ist dabei ein historischen Archiv aufzubauen und damit die Ortsgeschichte aufzuarbeiten. Dieses Vorhaben wird mit 700 Euro gefördert. Zweiter Bürgermeister Schwabsoiens Michael Kögl nahm den Scheck gemeinsam mit Juditha Wolf vom Historischen Kreis entgegen. Aufgearbeitet und dokumentiert werden soll beispielsweise die letzte Wirtschaft in Sachsenried sowie die Hexenprozesse. Benötigt werden unter anderem säurefreie Kartons für die Dokumente. Kögl erhofft sich auch, dass Nachwuchs gewonnen werden kann. „Junge Leute sind da leider nicht so leicht zu begeistern“, so das stellvertretende Gemeindeoberhaupt.

„Ich muss gestehen, wir haben das Geld schon ausgegeben“, sagte Klaus Hilgner vom Peitinger Kultur- und Naturmuseum Klösterle e.V. Für die Museumsausstattung erhält die Einrichtung 500 Euro. In den letzten Jahren seien immer wieder Veränderungen im Museum durchgeführt worden, so Hilgner. Auch in der Corona-Zeit habe man ständig erneuert, ergänzt und umgebaut. Unter anderem gibt es viele neue Vitrinen.

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