Von Orgel bis Hosenträger

Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau vergibt Fördermittel

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Sie teilten sich die diesjährigen finanziellen Fördermittel der Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau in Höhe von 6.300 Euro. Vorn von links: Kirchenpfleger Erwin Walk und Pfarrer Dr. Robert Kröpfl vom Pfarrverband Peiting-Hohenpeißenberg sowie rechts neben Landrätin Andrea Jochner-Weiß Franz Linder, 1. Vorstand des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins „D’Schwalbenstoaner“ Hohenfurch e.V., und Anton Hollerbach, 1. Vorstand des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins „D’Lechtaler“ Urspring e.V. (vorne ganz rechts). Dahinter Pfarrer Josef Fegg (ganz links) aus Rottenbuch und Marcus Graf (3. v. links) aus Schongau. Zu ihnen gesellten sich Thomas Orbig (2. von links) und Michael Lautenbacher (ganz rechts) von der Sparkasse Oberland.

Schongau – Wie schon in zahlreichen Jahren zuvor hat die 1985 gegründete Kulturstiftung der Kreissparkasse Schongau auch in diesem Jahr kulturell und sozial orientierte Einrichtungen im Altlandkreis mit finanziellen Fördermitteln in Höhe von 6.300 Euro unterstützt. Aus diesem Anlass waren am vergangenen Donnerstag Vertreter der heuer fünf begünstigten Institutionen und Verbände in die Räume des Sparkassenforums eingeladen worden. Dort wurde den Antragstellern im Beisein von Landrätin und stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden Andrea Jochner-Weiß bei einer kleinen Feierstunde nochmals symbolisch die Schecks für die bereits im Juli erfolgten Auszahlungen übergeben.

Michael Lautenbacher, der die Aushändigung in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied der Sparkasse Oberland für die Region Schongau vornahm, bat zuerst Pfarrer Josef Fegg aus Rottenbuch zu sich. Dieser hatte für den Pfarrverband der Gemeinde einen Antrag auf Fördermittel anlässlich der Restaurierung der Orgel der Pfarrkirche Maria Geburt Rottenbuch gestellt und hierfür 1.500 Euro erhalten. Pfarrer Fegg erläuterte, es sei eine Sensation, dass man aufgrund des Fundes wertvoller Orgelteile diese wieder rekonstruieren und auf deren Stand im 18. Jahrhundert habe bringen können.

Die Gesamtkosten hätten 700.000 Euro betragen, von denen von Bund und Land insgesamt 600.000 Euro bezuschusst worden seien. Für den verbleibenden Betrag sei man auf Spender zugegangen. Pfarrer Fegg hob hervor, dass die Sparkasse mit der gewährten Unterstützung signalisiere, dass sie hinter dem Projekt der Pfarrgemeinde stehe. Als kleines Zeichen des Dankes hatte er zudem eine gebräuchliche Orgelpfeife mitgebracht.

Als weiteres standen die Freunde der Musikschule Pfaffenwinkel e.V. mit einem Betrag von 2.000 Euro auf der Empfängerliste. Zur Feierstunde war stellvertretend Marcus Graf gekommen. „Mein erster Beruf war Orgelbauer“, stellte dieser aufgrund der vorangegangenen Auskünfte von Pfarrer Fegg fest.

Bei seiner weiteren Ausführung sagte er unter anderem, dass die Kultur das Einzige sei, was uns in der Gesellschaft noch zusammenhalte. Außerdem gab er einen Rückblick auf die vergangenen Monate, in denen man Corona-bedingt bei den Kindern zuhause elektronisch zugeschaltet gewesen sei und neben Unterricht auch Betreuung und damit „einfach nur Kultur“ betrieben habe.

Mit Blick auf die Zukunft mache er sich Sorgen darüber, dass bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit die Investition der Eltern für musikalische Zwecke rückläufig sein würden. Er möchte daher das Geld auch investieren, um dann aufgrund eines guten Bestands an Musikinstrumenten möglichst vielen Kindern die Möglichkeit zu geben, Musik zu erleben.

Für den Pfarrverband Peiting-Hohenpeißenberg waren Pfarrer Dr. Robert Kröpfl und Kirchenpfleger Erwin Walk geladen. Den von Seiten des Pfarrers gestellten Förderantrag für die Restaurierung von Votivtafeln der Wallfahrtskirche Maria unter der Egg Peiting hatte die Sparkasse mit 1.000 Euro honoriert. Gemeinsam mit Erwin Walk zeigte er Bilder von inzwischen wieder gefundenen Votivtafeln. Dabei erläuterte er, dass die Menschen diese Tafeln ehemals mit der Bitte um göttliche Hilfe aufhängten, weil sie selbst nicht mehr weiterkamen oder auch als Dank für etwas.

Bald wieder Proben?

Hernach wurde Franz Linder, 1. Vorstand des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins „D’Schwalbenstoaner“ Hohenfurch e.V., ein Zuschuss zur Beschaffung von Jugendtrachten in Höhe von 1.000 Euro zuteil. Das Geld habe man zwar schon für die Beschaffung neuer einheitlicher Hosenträger ausgegeben, diese aufgrund der Corona-bedingten Beschränkungen aber noch nicht zum Einsatz bringen können. Er zeigte sich optimistisch, dass die Proben des Vereins schon sehr bald wieder losgehen werden. „Sonst laufen uns die Jungen weg“, fügte er hinzu.

Den Abschluss machte Anton Hollerbach, 1. Vorstand des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins „D’Lechtaler“ Urspring e.V., der den noch verbliebenen Scheck für die Renovierung des Würzlekreuzes auf der Egg zwischen Steingaden und Urspring in Höhe von 800 Euro entgegennahm. Bei seinem Rückblick erläuterte er, dass der Verein die Patenschaft für das Kreuz und damit auch dessen Pflege und Erhaltung schon im Jahr 1925 übernommen habe.

Wirkungskreis bleibt erhalten

Bereits bei seiner anfänglichen Begrüßung war der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Thomas Orbig kurz auf die Gründung der Kulturstiftung mit seinerzeit 200.000 DM Gründungskapital eingegangen. Dieses betrage inzwischen nach entsprechenden Aufstockungen 650.000 Euro. Gründungszweck sei seinerzeit wie auch heute „die Förderung von Kunst und Kultur im Schongauer Land, Pflege von Natur und Heimatschutz und Förderung der Erwachsenenbildung“. Weiter sagte er, dass neben dem Namen der Kulturstiftung auch dessen bisheriger Wirkungskreis künftig erhalten bleibe.

Mit dem Hinweis, dass man sich derzeit „mit kleineren Brötchen zufriedengeben“ müsse, ging Orbig aber auch auf die negativen Auswirkungen der aktuellen Niedrigzinsphase ein. Und auch darauf, dass man trotz all den großen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft einen Sozialstaat habe, in dem gesellschaftliches Engagement auch weiterhin honoriert werden müsse.

Fünfköpfige Jury

Zum Prozedere der Mittelvergabe erläuterte er, dass er und Michael Lautenbacher als Stiftungsvorstand eine Vorauswahl treffen und anschließend die Festlegung gemeinsam mit dem fünfköpfigen Stiftungsrat erfolge. Zu diesen gehören neben Landrätin Andrea Jochner-Weiß auch der bei der Feierstunde anwesende Bürgermeister von Schongau Falk Sluyterman sowie Franz Reßle. Hinzu kommen die Bürgermeister von Peiting und Hohenpeißenberg, Peter Ostenrieder und Thomas Dorsch.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß bedankte sich ihrerseits bei der Sparkasse, dass diese für Vereine und Verbände da sei. Denn gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen würden diese das gesellschaftliche Leben aufrechterhalten. „Der Trend, dass man einfach im Internet schnell eine Bank sucht und mit denen Geschäfte macht“, bringe es mit sich, dass man niemals den gleichen Ansprechpartner vorfinde. Unter anderem auch deswegen erachte sie es als so wichtig, in der Fläche vor Ort verlässliche Partner – unter anderem für Geldgeschäfte – zu haben.

mel

So lief die Fördermittelvergabe der Kulturstiftung im vergangenen Jahr.

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