Kunden zahlen für Fehler – Stadtwerke Schongau haben seit Jahren Fernwärmepreis falsch berechnet

Der Stadt Schongau ist aufgefallen, dass der Fernwärmepreis über Jahre hinweg falsch berechnet wurde. Dieser Fehler kommt nun den Kunden der Stadtwerke teuer zu stehen.

Bei der jüngsten Senkung des Fernwärmepreises im April hatte der stellvertretende kaufmännische Leiter der Schongauer Stadtwerke, Herbert Berchtold, erklärt: „Die Einkaufspreise sind stark gefallen und diese gefallenen Preise können wir an die Kunden weiter- geben.“ Das war ein Trugschluss. Denn mit Wirkung vom 1. Oktober wird der Preis je Megawattstunde von 34 Euro auf 50 Euro steigen. Wegen eines Berechungsfehlers wurde laut Stadtkämmerer Werner Hefele „weder im Jahr 2008 noch 2009 die Erdgassteuer bei der Festsetzung des Fernwärmepreises berücksichtigt“. Zugleich gab er den Räten des Schongauer Stadtrates die Empfehlung des Werkausschusses mit auf den Weg, für die Anhebung der Fernwärmegebühren zu stimmen. „Immerhin fehlen der Stadt aufgrund der falschen Berechnungen für das vergangene Jahr 296000 Euro und für dieses Jahr bislang 222000 Euro“, sagte der Kämmerer. Es habe einen Kommunikationsfehler zwischen dem Lieferanten, der UPM, und der Stadt Schongau gegeben, der zu dieser Misere führte, ergänzte Hefele. Zwar stimmte der Stadtrat dem Vorschlag des Kämmerers einstimmig zu, so dass die Kunden der Stadtwerke ab Oktober deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen, wenn sie es im Winter warm haben wollen, doch wurden auch skeptische Stimmen laut: „Als Fernwärmekunde muss ich sagen, dass ist eine Sache, die rumpelt“, kritisierte CSU-Stadtrat Helmut Schmidbauer Auch Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl (SPD) deutete an, „ein komisches Gefühl dabei zu haben“. Dennoch sprang er mit der Parole „Es ist ein Fehler passiert und der muss berichtigt werden“ für die Stadt in die Bresche. Gleichzeitig zog er einen Vergleich zu einem zinslosen Kredit, den die Stadt den Kunden aufgrund des niedrigeren Preises gewährt habe und nun zurückverlange.

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