Lydie Nicoly Menezes gibt Stelle aus familiären Gründen auf

Kurzes Gastspiel als Schongauer Pfarrerin

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„Manchmal gibt es Situationen, die von uns eine schwierige Entscheidung verlangen“: Pfarrerin Lydie Nicoly Menezes.

Schongau – Sie hat zum September 2016 in Schongau als Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde Schongau angefangen. Nun wartet sie mit der Nachricht auf, dass sie – noch kein Jahr im Amt – wieder aufhört: Lydie Nicoly Menezes gibt die Pfarrstelle zum Herbst 2017 schon wieder auf.

Sie nennt dafür einen familiären Grund. Es handle sich um eine „nicht vorhersehbare familiäre Wendung“, die eine intensivere Begleitung des jüngsten Kindes erforderlich mache, schildert die evangelische Seelsorgerin im Gespräch mit dem Kreisboten. Ihre Familie und sie hätten sich in Schongau wohlgefühlt, wo sie 2016 „gut gelandet“ seien. In dem knappen Jahr, seit sie hier sei, habe sie viele „liebenswerte Menschen“ kennengelernt. Ihr komme es so vor, dass sie eigentlich schon länger da wäre.

Sie betont, dass es keinerlei Differenzen mit dem Kirchenvorstand oder mit ihrer neuen Kollegin Julia Steller gegeben habe, die im März als Pfarrerin im Probedienst angefangen hat. Im Gegenteil: „Die Gemeinde wächst und blüht“, freut sich die 44-jährige Pfarrerin, die eigentlich davon ausgegangen war, dass sie zwischen zehn und 15 Jahre in Schongau bleibt.

Lydie Nicoly Menezes hat mit ihrem Mann, der in Kempten arbeitet, drei Kinder. Wenn sie demnächst zwei Jahre in Elternzeit geht und die Pfarrstelle aufgibt, muss die Familie auch das Pfarrhaus an der Blumenstraße aufgeben. Der Gottesdienst zur Verabschiedung ist am Sonntag, 1. Oktober, um 10 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche.

„Ich bin sehr traurig, dass sie geht. Sie hat wunderbar nach Schongau gepasst, und unserer Schongauer Gemeinde hätte ich so dringend nun Ruhe und Kontinuität gewünscht“, bedauert Axel Piper vom evangelisch-lutherischen Dekanat Weilheim den Abschied. Andererseits sei er der Pfarrerin dankbar, was sie „in dieser kurzen Zeit alles geleistet hat und aufgebaut hat“. Dabei seien die Bedingungen erschwert gewesen durch den plötzlichen Tod von Pfarrer Hartmuth Stamm im August 2016 und durch die Vakanz auf der zweiten Pfarrstelle. Dekan Piper hat aber volles Verständnis für diesen rein familiär bedingten Schritt. „Ich weiß, dass der Weggang auch für sie eine schwere Entscheidung ist.“

Wie geht es weiter? Laut Piper wird Pfarrerin Julia Steller die Führung des Pfarramts vertretungsweise übernehmen und eine für die Vakanzzeit stark reduzierte Gemeindearbeit stemmen. Der Dekan hofft auf eine möglichst schnelle Wiederbesetzung.

Johannes Jais

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