Studienreise zur Weiterbildung

Afrika-Vorbild Urspring

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Am Kirchplatz, wo traditionell der Christbaum aufgestellt wird, begann die Tour der afrikanischen Forscher, die sich Antworten auf Probleme in ihren Heimatländern erhoffen.

Steingaden – Dorferneuerung und ländliche Entwicklung sind in Bayern Projekte, um vor Ort mit finanzieller Unterstützung von Land, Bund und EU Prozesse anzustoßen. Die Initiative „land and policy management“ orientiert sich daran. Mit ihrer Hilfe will mehr als ein Dutzend afrikanischer Staaten Reformen durchführen. Zur Anschauung hat jüngst eine Delegation von Universitätsmitarbeitern aus ganz Afrika Urspring besucht.

Im Grunde genommen ähneln sich die Entwicklungen auf dem Land in Bayern und Afrika: Vor allem die Jugend wandert ab in die Städte, um dort ihr Glück zu suchen. Was aber kann man tun, um die Menschen zu halten? Akademiker aus Ägypten, Marokko, Namibia, Mosambik, Ghana, dem Sudan und Tansania waren auf Einladung der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Deutschland, um sich ein Bild zu machen, mit welchen Maßnahmen der ländliche Raum hier gefördert wird.

Vor Ort, die Teilnehmer hatten noch weitere Projekte im städtischen wie ländlichen Raum besucht, ging es einerseits um die Landverwaltung, andrerseits aber vor allem um die inhaltliche Umsetzung bestimmter Maßnahmen zur Entwicklung und deren Ziele. Am Beispiel Urspring, wo zwischen 2003 und 2011 mit Mitteln des Amtes für Ländliche Entwicklung gearbeitet wurde, zeigten dessen Mitarbeiter die Ergebnisse auf.

Etwa im Bachtal, das damals von zentraler Bedeutung war: Dort sollte das Tal selbst erhalten und die beiden parallel verlaufenden Straßen entsprechend genutzt werden. Alle Maßnahmen, etwa der Wegebau, die Erhaltung der alten Wasserpumpe oder auch das Regenrückhaltebecken, das außerhalb Steingadens ebenfalls noch Ziel der Study-Tour war, waren nur im Konsens aller Beteiligten umzusetzen.

So gingen die Fragen der afrikanischen Fachleute, die selbst aus den Bereichen Landmanagement, Landwirtschaft und Forsten oder Ländliche Entwicklung kommen, in die entsprechende Richtung. Sogar einer der verantwortlichen Koordinatoren des Projektes NELGA (Network of Excellence on Land Governance in Africa – Netzwerk für die Landverwaltung in Afrika), im Auftrage der Afrikanischen Union, begleitete die Gruppe. Man wollte die Strukturen verstehen, derer es in Bayern für die Umsetzung der ländlichen Entwicklung bedarf, und von im Freistaat gesammelten Erfahrungen profitieren.

Eingang finden sollen die Erkenntnisse der Studientour einerseits in die Forschung in Afrika. Insbesondere, da bestimmte Strukturen, etwa in der Verwaltung, fehlen. Die Teilnehmer verstehen sich als Multiplikatoren, die das Wissen an ihre Studenten weitergeben und damit künftigen Generationen den Weg ebnen, den ländlichen Raum so zu entwickeln, dass die Jugend eben nicht mehr in die Ballungsräume abwandern muss.

In Afrika, so einer der Gäste, sei wenig geregelt. Es gebe zwar Gesetze, dafür aber fehle der Unterbau, der deren Ausführung überwacht beziehungsweise anzuwenden weiß.

Im Konkreten ging es bei den 18 Besuchern auch um Methoden, wie man die Landverwaltung einsetzen und in die Abläufe implementieren kann. Auch eine vertiefende Zusammenarbeit und Verlinkung der Behörden und Institutionen ist geplant.

gau

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