Weiter westwärts

ÖDP gründet Ortsgruppe in Peiting

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Das neue Führungstrio der Ortsgruppe Marion Gillinger, Diana Nocker und Benjamin Henschel sowie Beisitzer Leonhard Wolf (2. bis 5. v. rechts) mit der Kreisvorsitzenden Agnes Edenhofer (links) und dem Landratskandidat Markus Kunzendorf (rechts).

Peiting – Mehr Bekanntheit erlangt hat sie durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Dabei gibt es die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) im Landkreis schon seit einigen Jahrzehnten. Die Keimzelle liege im östlichen Teil, so Agnes Edenhofer. Daher freue es sie jetzt umso mehr, dass man nun im Westen so gut Fuß fasse, sagte die Kreisvorsitzende: „Aktive wie die Diana, die schieben das jetzt richtig an in Peiting“. In der Folge wurde Diana Nocker dann auch als neue Ortsvorsitzende gewählt, ihre Stellvertreterin ist Marion Gillinger.

Auch wenn eine andere grüne Partei gern die Erfolge einheimse, den Anstoß für erfolgreiche Bürgerbegehren habe zumeist die ÖDP in Bayern gelegt, erinnerte Edenhofer. Sei es das gentechnikfreie Bayern, der Kampf gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen und für rauchfreie Wirtshäuser, die Abkehr von der Käfighaltung bei Hühnern oder jüngst erst das Volksbegehren „Rettet die Bienen“: Immer waren es die Gruppierungen der ÖDP „vor Ort“, so Edenhofer, die wertvolle Arbeit leisteten.

„Der Kampf, das Engagement lohnt sich“, stellte Edenhofer fest, die selbst seit vielen Jahren Bio-Bäuerin ist. Derzeit ist die ÖDP beim „5G“-Mobilfunkstandard am Weg, auch Nocker hat sich positioniert.

„Macht doch was“, bekomme man zu hören“, so Markus Kunzendorf, der als Landratskandidat nominiert ist. Deshalb habe man auch solch einen Zulauf, denn die etablierten Parteien seien zu sehr mit der Industrie verbandelt, so Edenhofer und immer mehr „Grundrechte“ wie etwa das auf körperliche Unversehrtheit würden durch die Politik beschnitten.

Eigentlich sollten sich die Politiker einsetzen für die Bürger. „Aber es passiert nichts“, oder wie der Dieselskandal zeige, viel zu spät. Deshalb auch nehme die ÖDP keine Spenden von Firmen an, betonten Edenhofer und Kunzendorf.

Nichtsdestotrotz engagiere sie, Edenhofer, sich in Aufsichtsräten wie etwa der Krankenhaus-GmbH. Obwohl man immer mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen bekomme, sei es das wert, wenn man eine moderne medizinische Versorgung vor Ort habe oder wie aktuell durch die Kooperation des Schongauer Krankenhauses mit dem Klinikum „Rechts der Isar“ in München Zugang zu modernsten Operationsmethoden erhalte.

Dass die ÖDP dabei eine Rolle spiele – und das auch in zunehmendem Maße im Landkreis – belegte Kunzendorf. Konnte sie doch über sechs Prozent der Stimmen bei den Europa-Wahlen für sich verbuchen und auch in Peiting gibt es eifrige ÖDP-Wähler. Klar sei aber, da waren sich die designierte Ortsvorsitzende Nocker, Medizinisch-technische Labor­assistentin und Heilpraktikerin, und der nominierte Landratskandidat einig, dass die Partei ihre Kernthemen „noch zu wenig rüberbringe“. Immerhin stellt die ÖDP in Murnau aber bereits die Rathauschefin.

Auf eine politische Tradition kann Stellvertreterin Marion Gillinger zurückblicken; sie ist Urenkelin des 1925 gewählten und 1933 aus dem Amt gedrängten bayerischen Innenministers Karl Stützel. Die gebürtige Argentinierin arbeitet als Hotelkauffrau und Sprachtrainerin.

Als Schriftführer wurde Benjamin Henschel ebenso einstimmig gewählt, als Beisitzer Leonhard Wolf. Henschel war kurz zuvor als 100. Mitglied im Kreisverband von Edenhofer geehrt worden, noch in der Gründungsversammlung trat eine weitere Peitingerin bei.

gau

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