"Dringender Handlungsbedarf"

Landkreis baut 80 Wohnungen am Schongauer Krankenhaus

+
Zwei Appartementhäuser mit insgesamt 80 Wohneinheiten will der Landkreis beim Schongauer Krankenhaus errichten.

Schongau – Direkt neben dem alten Schwesternwohnheim am Schongauer Krankenhaus sollen zwei weitere Appartementhäuser mit insgesamt 80 Wohneinheiten für die Auszubildenden entstehen. Die Kosten dafür liegen bei 12,6 Millionen Euro, welche vom Landkreis getragen werden.

Dringenden Handlungsbedarf sieht hier Landrätin Andrea Jochner-Weiß, wie sie in der jüngsten Kreistagssitzung am vergangenen Freitag erklärte. Zum einen sei das Schwesternwohnheim am Krankenhaus in keinem guten Zustand, zum anderen sei die dortige Ausstattung mit Etagen-Duschen und -WCs einfach nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt außerdem noch, dass der Bedarf an Zimmern in Zukunft noch steigen wird.

Der Landkreis möchte direkt neben dem alten Schwesterwohnheim gerne zwei Neubauten errichten, wie Florian Steinbach – im Landratsamt zuständig für den Hochbau sowie die Liegenschaftsverwaltung – in der Sitzung erläuterte. Derzeit stehen der am Schongauer Krankenhaus angesiedelten Berufsfachschule für Krankenpflege in dem bestehenden Wohnheim etwa 30 Zimmer zur Verfügung. Derzeit befinden sich 100 Schüler in der dreijährigen Ausbildung und 20 Schüler in der einjährigen Ausbildung. Der Bedarf an günstigem Wohnraum ist also dementsprechend groß.

Und er wird in Zukunft vermutlich noch steigen. Im kommenden Jahr sollen die Ausbildungsplätze auf 130 erhöht werden. So geht die Krankenhaus GmbH derzeit davon aus, dass die vorhandenen Zimmer bereits im September 2020 nicht mehr ausreichen werden. Bis zum September 2022 sollen die Ausbildungsplätze auf 270 erhöht werden. Der Zimmerbedarf wird entsprechend steigen – vorsichtig geschätzt auf 80 bis 100 Zimmer. Hinzu kommen eventuell noch Pflegekräfte aus dem Ausland. „Bezahlbarer Wohnraum wird ein Wettbewerbsfaktor werden“, ist sich Steinbach bezüglich der Gewinnung von Fachkräften sicher.

Neben dem alten Schwesternwohnheim aus dem Jahr 1964 befinden sich derzeit Parkflächen. Dort könnten die beiden neuen Appartementhäuser errichtet werden. Angedacht sind neben schlichten Ein-Zimmer-Appartements mit rund 27 Quadratmetern auch wenige, etwas geräumigere Wohnungen mit etwa 60 Quadratmetern. Der Wegfall der Parkflächen müsse natürlich dabei irgendwie kompensiert werden, beispielsweise mit einer Tiefgarage.

Wie Kreiskämmerer Norbert Merk erklärte, könne weder die Krankenhaus GmbH selbst noch die Wohnbau GmbH das Projekt durchführen, denn Fördermittel habe diesbezüglich nur der Landkreis zu erwarten. Eine Förderung des Freistaates in Höhe von 30 Prozent sie zu erwarten, wenn der Landkreis den Bau in die Hand nehme, so Merk.

Der Großteil der Kreisräte äußerte sich durchaus positiv über das Vorhaben. Angeregt wurde allerdings, die Wohnungen möglichst flexibel zu gestalten, um sie bei Bedarf auch anderweitig nutzen zu können.

Planung beginnt

Ob das wirklich Aufgabe des Landkreises sei, wollten jedoch die stellvertretende Landrätin Regina Bartusch und Penzbergs Bürgermeisterin Elke Zehetner (beide SPD) wissen. „Das ist Aufgabe der Stadt Schongau“, war hier Zehetners Meinung.

Dem widersprach der Kreiskämmerer vehement. „Wir sind zuständig für die Krankenpflegeschule“, so Merk. Die Krankenhaus GmbH sei eine hundertprozentige Tochter des Landkreises. Auf das Penzberger Krankenhaus treffe das nun einmal nicht mehr zu.

Am Ende stimmte der Kreistag einstimmig für den Bau der beiden Appartementhäuser. Somit könne die Planung nun beginnen, wie Bauamtschef Steinbach erklärte. Die konkreten Rahmenbedingungen wie z.B. die Höhenentwicklung etc. seien nun im Rahmen der Bauleitplanung festzulegen. Eine Fertigstellung könnte dann 2024 erfolgen. 

Astrid Neumann

Auch interessant

Meistgelesen

Landratsamt befürchtet "Stigmatisierung"
Landratsamt befürchtet "Stigmatisierung"
Corona-Update für den Landkreis Weilheim-Schongau vom Montag
Corona-Update für den Landkreis Weilheim-Schongau vom Montag
Schongau setzt weiter auf Falk Sluyterman
Schongau setzt weiter auf Falk Sluyterman
Ohne Papa und Besuch auf der Wochenstation
Ohne Papa und Besuch auf der Wochenstation

Kommentare