Senioren-Amt geplant

Endlich ein Mieter fürs Münzgebäude

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Neue Pläne für historisches Kleinod: Die Stadt hat endlich einen Mieter für das Münzgebäude gefunden.

Schongau – Seit dem Auszug der Polizei 2008 steht das Münzgebäude in der Schongauer Altstadt leer. Alle Anläufe, das historische Gebäude mit neuem Leben zu erfüllen, sind bislang über das Stadium einer Idee nicht hinausgekommen. Doch nun hat die Stadt eine Lösung für ihr Sorgenkind gefunden.

„Es ist uns gelungen, das Landratsamt als neuen Mieter zu gewinnen“, ließ Bürgermeister Falk Sluyterman am Dienstag in der Stadtratssitzung die Katze aus dem Sack. Die Behörde plane, das Münzgebäude als Standort für ein Seniorenamt zu nutzen. Angedacht seien acht bis zehn Mitarbeiter, die sich speziell um die Belange der älteren Bevölkerung kümmern.

Es sei ein „gutes Stück Arbeit“ gewesen, die Landrätin vom Münzgebäude als geeigneten Ort für das neue Amt zu überzeugen, sagte Sluyterman mit Blick auf die vorangegangenen Verhandlungen. Die gefundene Lösung sei „gut für die Stadt“, unterstrich der Bürgermeister. „Mit dem Landratsamt haben wir einen verlässlichen Ankermieter.“ So soll der Mietvertrag über zehn Jahre laufen, was insofern wichtig ist, als die Stadt dadurch Planungssicherheit bekommt. Weil das Landratsamt voraussichtlich nicht das komplette Gebäude in Beschlag nimmt, könnte auch die Tourist Info dort ein neues Heim finden.

Die Idee ist nicht neu, schon 2015 hatte Stadtbaumeister Ulrich Knecht entsprechende Überlegungen vorgestellt. Ein Umzug würde nicht nur die Platznot im Rathaus lindern, sondern wäre auch aus touristischer Sicht reizvoll. Über das Münzgebäude ließe sich die Stadtmauer für Führungen erschließen.

Doch bevor das neue Amt und die Tourist Info einziehen können, muss die Stadt ihre Immobilie komplett sanieren. Und das möglichst bald, denn spätestens in eineinhalb Jahren will das Landratsamt die Räume nutzen. Die Kosten dafür belaufen sich laut Sluyterman auf rund 1,7 Millionen Euro. Um das umfangreiche Vorhaben zu stemmen, müssen allerdings andere Projekte geschoben werden –was besonders der CSU sauer aufstieß und zu einer langen Debatte im Stadtrat führte. Letztlich jedoch gab das Gremium einstimmig grünes Licht für das Münzgebäude-Projekt.

Christoph Peters

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