Landschaftspflegeverband im Gemeinderat

Lebensräume für Peitings Pflanzen- und Tierwelt

+
Streuwiesenmahd mit einer Spezialmaschine, die besonders bodenschonend ist, und mit einem Streuhaufen (Streu-Trischen) im Hintergrund.

Peiting – Im Wiederherstellen von Streuwiesen, die zu einer Vielfalt von Pflanzen und damit auch von Insekten und Vögeln führen, sieht der Landschaftspflegeverband Weilheim-Schongau seine wesentliche Aufgabe. Aktuell stehen vier Maßnahmen im Landkreis auf der Agenda. Eine davon betrifft das FFH-Gebiet „Moorkette von Peiting bis Wessobrunn“.

Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes, Christian Haupt, stellte die erst 2019 gegründete Organisation neulich im Peitinger Gemeinderat vor. „Der Markt Peiting war beim Landschaftspflegeverband von Anfang an dabei,“ führte Bürgermeister Peter Ostenrieder in das Thema ein.

Inzwischen gehören 21 Städte und Gemeinden sowie der Landkreis dem Verband an, der 90.000 Euro an Mitgliedsbeiträgen einnimmt und durch die Regierung von Oberbayern mit einer Kostenpauschale von 40.000 Euro im Jahr gefördert wird. Haupt berichtete, dass der Verband bei Einsätzen und Beratungen (z.B. zum Thema Ökokonto) eine Aufwandsentschädigung von 75 Euro je Stunde berechne.

Der Markt Peiting ist mit 7.500 Hektar die flächengrößte Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau. Die langgezogene Moorkette vom Osten Peitings über die Gemarkung Birkland bis hinunter nach Wessobrunn ist eines von vier abgegrenzten Gebieten, wo Maßnahmen zur Landschaftspflege erfolgen. Des Weiteren sind das „BayernNetzNatur“-Projektgebiet zwischen Peißenberg und Zellsee sowie die FFH-Gebiete „Moor- und Drumlinlandschaft zwischen Hohenkasten und Antdorf“ und „Eberfinger Drum­linfeld mit Magnetsrieder Hardt und Bernrieder Filz“ mit aufgenommen worden.

Nach den Worten von Christian Haupt sind zurzeit 50.000 Euro „beplant“. Mittelfristig sei es das Ziel, 200.000 bis 300.000 Euro in die Wiederherstellung von Streuwiesen im Landkreis zu investieren. Es gelte, die Flächen zu entbuschen, damit sie mähbar gemacht werden. Für diese Arbeit werden auch Bauern aus Peiting und Birkland beauftragt, fügte der Geschäftsführer hinzu. Zu den Tätigkeiten gehören mit dem Aufstauen alter Gräben auch die Moorrenaturierung, ein Beweiden der Flächen, aber auch die Umweltbildung an Schulen.

„Es passiert nix ohne das Einverständnis des Eigentümers“, verdeutlichte Haupt bei seinem Vortrag. Doch mit dem Wiederherstellen ökologischer Lebensräume erreiche man eine außergewöhnliche Vielfalt. Auf einer Streuwiese, die einmal im Jahr – meist nach dem 1. September – gemäht werde, seien auf 20 Quadratmetern bis zu 70 verschiedene Pflanzenarten festzustellen. Die Mahd erfolge im Herbst, wenn die Vogelbrutzeit vorbei ist.

"Schleichender Prozess"

Gemeinderat Andreas Barnsteiner (BVP), selbst Landwirt, sagte zu dem Thema, dass die Verbuschung „ein schleichender Prozess“ sei. Die Problematik sei mitunter der richtige Zeitpunkt und die Abhängigkeit von der Witterung, damit man zum Mähen auf die Streuwiesen fahren könne.

Mit welcher Maschinentechnik da gearbeitet werde, habe der Landkreis Weilheim-Schongau beim Nachbarn im Ostallgäu gut veranschaulicht bekommen, sagte Norbert Merk (CSU). Oft müsse man da kleineres Gerät einsetzen. Barnsteiner erklärte dazu, Maschinen und Gerät seien mitunter seit Jahrzehnten vorhanden. Da heiße es, mit der Hand hinzulangen, wenn man mit Rechen, Gabel und Motormäher im Einsatz sei.

Mit Geschäftsführer Haupt war sich Barnsteiner einig, dass der Boden und die Pflanzen keinen Schaden nehmen dürfen. Bei extremer Nässe würden Streu und Schnittgut sogar mit Seilwinde und Plane herausgezogen, schilderte Haupt. Solche außergewöhnlichen Aktionen würden durchaus gefördert. Wenn’s kompliziert werde, gebe es 3.000 bis 5.000 Euro pro Hektar, wusste der Geschäftsführer zu berichten. Bürgermeister Ostenrieder bezeichnete Haupt als „Fachmann an zentraler Stelle“. Der Experte für die Landschaftspflege verfüge über „ein Knowhow, das wir nicht haben“. 

jj

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stadtradeln: Ab 3. Oktober wird fleißig in die Pedale getreten
Stadtradeln: Ab 3. Oktober wird fleißig in die Pedale getreten
In Peiting eröffnet der Unverpackt-Laden "Liaba ohne" am Hauptplatz 
In Peiting eröffnet der Unverpackt-Laden "Liaba ohne" am Hauptplatz 
27-Jähriger aus dem Raum Schongau bestellte Drogen im Darknet
27-Jähriger aus dem Raum Schongau bestellte Drogen im Darknet
Messerattacke auf Security-Mitarbeiter in Altenstadt
Messerattacke auf Security-Mitarbeiter in Altenstadt

Kommentare