Statt Schlössern und Burgen

Jährlich 30.000 Euro für die Peitnach

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Wird heuer saniert: die Ufermauer an der Bachstraße. Doch nun gibt es einen Beschluss, der für die nächsten Jahre jeweils weitere Maßnahmen an der Peitnach vorsieht.

Peiting – „Wir haben keine Schlösser und Burgen. Wir müssen damit werben.“ Mit diesen Sätzen warb Michael Deibler (CSU) bei den anderen Gemeinderäten um Unterstützung für den Antrag der CSU, zur Bachsanierung im Dorf ab 2019 jährlich einen festen Geldbetrag von 30.000 Euro in den Haushalt einzustellen. Eine Mehrheit im Gremium stimmte nach einer Debatte mit Pro und Kontra letztlich dafür.

Weniger strittig und noch eindeutiger war die Mehrheit beim Beschluss dazu, dass auch für die Aufwertung des Friedhofs ab dem nächsten Jahr 20.000 in den Etat aufgenommen werden. Damit sollen Verbesserungen für Angehörige und Besucher finanziert werden, die nicht im typischen Pflichtbereich des Friedhofsbetriebes liegen.

Peiting sei einer der wenigen großen Orte im Landkreis Weilheim-Schongau und darüber hinaus, der im Ortskern ein offenes Gewässer hat. Die Peitnach biete nicht nur mit dem Bachlauf, sondern auch mit dem Gumpen als Dorfweiher ein „wertvolles Element“ für Peiting, heißt es in dem Antrag.

Die Räte der CSU besichtigten im Sommer 2017 den innerörtlichen Verlauf der Peitnach. Dabei stellten sie fest, dass in großen Bereichen der Bachlauf selbst in Mitleidenschaft gezogen sei. Veralgung, Verrottung und Verschmutzung seien die Stichwörter. „Im Sommer stinkt’s“, gab Michael Deibler zu verstehen. Die Peitnach sei teils verlandet, die Wände seien marode. Handlungsbedarf sei im Abschnitt von der Kirche bis zum Gumpenweg klar gegeben.

Das Holzgeländer erscheine in diesem Bereich aufgrund des morschen Materials als riskant. Zudem sei auch das alte Stahlrohrgeländer bachaufwärts (Richtung Dragoner) keine Visitenkarte, was die Peitnach aber sein sollte. Mauern, Stufen im Bachlauf und Uferbereiche könnten mit dem Geld verbessert werden.

Im Haushalt für 2018 ist ein Betrag von 40.000 Euro für die Sanierung der Ufermauer an der Bachstraße eingestellt. Darüber freuen sich auch die CSU-Räte, die aber noch weitergehen möchten und die folgenden Jahre wieder einen festen Ansatz im Etat haben möchte. Fraktionssprecher Peter Ostenrieder sprach „vom Signal, an der Sache dranzubleiben“. Es gehe darum, den Bach im Ortskern erlebbar zu machen. Dies könne sehr wohl in Abstimmung mit dem Hochwasserschutz geschehen, wo die Planungen noch laufen.

Pro und Kontra

Die Stimmen zu dem Antrag waren durchaus konträr, wie die Diskussion zeigte. Bürgermeister Michael Asam war dagegen, ab 2019 jährlich einen festen Betrag für die Bachsanierung in den Haushalt aufzunehmen. Denn nächstes Jahr werde das Konzept zum Hochwasserschutz an der Peitnach vorgestellt; dieses solle auf jeden Fall abgewartet werden. Unterstützung erhielt er von Herbert Salzmann.

Alfred Jocher und Andreas Barnsteiner war der Hinweis wichtig, dass es auch am oberen Lauf der Peitnach und nicht nur beim Bachlauf ab der Kirche Potenzial für Verbesserungen gebe. „Da liegt einiges im Argen“, bekundete Jocher seine Meinung. Zweiter Bürgermeister Franz Seidel stellte sich hinter Rathauschef Asam und war dafür, von einem festen Betrag für die Peitnachsanierung ab 2019 noch abzusehen.

Letztlich war bei sieben Gegenstimmen eine Mehrheit dafür, Mittel für die Bachsanierung ab 2019 fix im Haushalt zu verankern – mit jährlich 30.000 Euro. Ziemlich eindeutig war hingegen die Unterstützung für den zweiten Bestandteil des CSU-Antrags, nämlich für die Aufwertung des Friedhofs, wofür jährlich 20.000 Euro berücksichtigt werden. Da gab es lediglich zwei Gegenstimmen.

Johannes Jais

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