Lebensraum "Ammer" – Erfolgreiches Renaturierungsprojekt am Schnalzwehr bei Peiting

Besichtigung der Auengewässer-Anbindung: (v.l.) Adolf Fastner (Wasserwirtschaftsamt), Bernhard Laggerbauer (Fischergilde), Peter Schöler (Forstbetrieb Oberammergau), Bernhard Küstner (Ammer-Allianz), Dr. Sebastian Hanfland (Fischereiverband Oberbayern), Armin Rempe (Sprecher der Ammerfischer)e und im Vordergrund Claire Tranter (WWF). Foto: Jepsen

Im Gegensatz zu ihrem Unterlauf vermittelt die Ammer im Bereich der Schnalz noch einen unberührten, naturnahen Eindruck. Allerdings mangelt es nach Ansicht von Naturschü­tzern auch dort an intakten Auengewässern und geeigneten Anbindungen zum Flusslauf. Auf Initiative der Fischergilde, der Pächterin in der Schnalz, wurde deshalb ein rund 13000 Euro teures Renaturierungsprojekt ins Leben gerufen, das zusammen mit dem World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland, dem Forstbetrieb Oberammergau und dem Fischereiverband Oberbayern nach kurzer Planungszeit finanziert und umgesetzt wurde.

Auf Höhe des Schnalzwehrs bei Peiting hat man im Juni damit begonnen, einen stark verlandeten Seitenarm der Ammer mit zwei Baggerweihern zu vernetzen und den Wasserspiegel des Altwassers durch einen Dammbau anzuheben. Bei der späteren Teilentlandung wurden unterschiedliche Tiefenverteilungen in den Grund eingearbeitet und vier Amphibienlaichplätze geschaffen. Wie es bei einem kürzlichen Pressetermin der beteiligten „Ammer-Allianz“ hieß, sei dadurch ein naturnaher Lebensraum entstanden, der Flora und Fauna an der Ammer gleichermaßen zu Gute komme. Die Wasserfläche in der Aue sei jedenfalls „erheblich erweitert und strukturell wesentlich verbessert“ worden. Vor allem an der Ammer ausgestorbene Fischarten wie Nase, Nerfling, Schneider oder Hasel, die zum Schutz vor zu starker Strömung auf erreichbare Stillgewässer angewiesen sind, könnten dort wieder angesiedelt werden. Das Projekt, so betonte Bernhard Küstner, sei „ein kleiner Schritt“ zum großen Ziel der vollständigen Ammerrenaturierung: „Es gibt noch viel zu tun. Man braucht sich nur den Unterlauf anzuschauen, dort ist die Ammer ein Kanal“, erklärte der Ammer-Allianz-Koordinator. Laut WWF-Referentin Claire Tranter arbeite man derzeit daran, einen langfristigen „Fahrplan“ für entsprechende Maßnahmen zu entwickeln. Als nächstes Projekt strebe man die Renaturierung der Auengewässer bei Pischlach an. Die Ammer sei „einer der letzten nordalpinen Wildflüsse“ und besitze „großes Potenzial als „Referenzfluss“. Dass sich der WWF seit einem Jahr im Rahmen der Ammer-Allianz engagiere und Finanzmittel akquiriere, sei deshalb nur folgerichtig: „Ich bin begeistert, wie sich die Leute hier mit ihrer Ammer identifizieren“, so Tranter.

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