Den Lech erlebbar machen – Sanierung des Lederbaches geht nur langsam voran

Mit nur zwei Gegenstimmen von den Stadträten der UWV hat sich das Gremium dem Vorschlag von Stadtbaumeister Ulrich Knecht angeschlossen, der – auch aufgrund der klammen Haushaltskasse – vorerst einen spartanischen Ausbau des Lederbaches vorgeschlagen hat.

Die städtebauliche Sanierung der Lechvorstadt schreitet voran, in deren Zuge auch der nördlich des Sanierungsgebietes gelegene Kuislweiher und der aus diesem abfließende Lederbach, der nach rund 200 Metern schließlich in den Lech mündet, saniert werden soll. Bisher fertig gestellt und abgerechnet ist Bauabschnitt I am Papiermacherweg neben dem sogenannten Holzhey-Anwesen. „Das Ganze ist hier schon real“, sagte Knecht, der das Gesamtprojekt darlegte. Für Bauabschnitt II, der den Bereich von der Lechvorstadt bis zum Lech beinhaltet, sieht die Planung einen Fußweg vor, der schließlich an einer Aussichtsplattform direkt am Lech endet. 183000 Euro sind für die Gesamtmaßnahme vorgesehen. Probleme bereitet indes der Ablauf des Kuislweihers in ein betoniertes Trapezgerinne. Hier ist aus Kostengründen zunächst keine Renaturierung des nur bei Starkregen als Rinnsal fließenden Lederbaches vorgesehen. „Ich schlage vor, den alten Überlauf des Kuislweihers zu sanieren und das Wasser bei Überlauf in das Trapezgerinne Richtung Lech zu entlassen“, argumentierte der Stadtbaumeister. Das Trapezgerinne soll indes erst einmal bleiben, wie es ist. Ein Umbau inklusive Renaturierung sowie einen Fußweg, der entlang des Baches verlaufen sollte, lehnte Stadtbaumeister Knecht aus Kostengründen vorerst ab. „Ich erachte das Projekt als sinnvoll“, meinte Stadtrat Peter Blüml (CSU). Nicht einverstanden zeigte sich Sigi Müller (UWV). „Da kann man nicht von Sanierung sprechen und es sieht grausam aus“, bekräftigte Müller. Stadtrat Michael Eberle (CSU) konterte, dass die Anwohner am Liebsten eine Verrohrung des Rinnsals hätten, dies aber aus Kostengründen – hierzu wäre eine teure statistische Niederschlagsberechnung für den gesamten Faulen Graben nötig – , nicht zu machen sei. „Das können wir uns nicht leisten“, unterstrich Eberle. Stadtrat Sigi Müller allerdings, der zudem wiederholt bedauerte, dass den Stadträten keine Vorlage zur Sichtung des Gesamtprojektes vorgelegt wurde, zeigte sich weiter ablehnend: „Das ist Politik von vor 30 bis 40 Jahren“.

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