Vorsichtig optimistisch

Lechgau zwischen Absagen und Vorbereitungen fürs nächste Jahr

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Die Ausschussmitglieder des Lechgaus trafen sich in Schongau. Sie blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Schongau – Lange haben sich die Ausschussmitglieder des Lechgaus nicht getroffen. Einerseits, weil man nicht durfte, und andererseits, weil mit dem Lockdown auch wenig zu besprechen war, da alle Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Mit den neuen Lockerungen war nun nicht nur eine Ausschusssitzung möglich, man sah auch vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

„Eigentlich würden wir uns jetzt auf was anderes freuen und das planen“, bedauerte Gauvorstand Franz Multerer im Hinblick auf das abgesagte 97. Lechgau-Trachtenfest in Hohenfurch. Deshalb bat er auch zu Beginn der Sitzung vor dem Trachtenheim in Schongau alle Anwesenden zu berichten, wie es ihnen seit März in den Familien und den Vereinen ergangen war. Nur vereinzelt waren demnach Vereinsmitglieder erkrankt, die alle mittlerweile genesen sind. Die Vereinsarbeit läuft bei den meisten langsam an, vor allem die Chöre treffen sich fast alle wieder. Langweilig sei es aber niemandem gewesen, und ist es noch nicht. Auch wenn das Hauptaugenmerk und die dazugehörige Arbeit derzeit nicht auf der Trachtensache, sondern eher im Familienkreis liegt. „Meine Frau ist jetzt mein Arbeitgeber“, meinte Beisitzer Franz Linder schmunzelnd. Gerade ihn hatte die Corona-Krise besonders hart getroffen, da er „sein“ Gaufest quasi rückabwickeln musste.

Neben dem Gaufest sind auch sämtliche Treffen der verschiedenen Fachgebiete des Gaus ins Wasser gefallen, sowie das Preis­platteln der Aktiven, die Frühjahrsversammlung und die geplante Trachtenausstellung. Und was ist mit den noch anstehenden Terminen? „Mit der neuen Vorgabe von 200 Menschen, die sich draußen treffen dürfen, könnten wir eventuell eine Gauwallfahrt durchführen“, war Multerer vorsichtig optimistisch. Dann natürlich mit begrenzter Teilnehmerzahl, einem Feldgottesdienst und nur bei schönem Wetter. Bis Anfang August lassen sich die Verantwortlichen noch Zeit, um zu entscheiden. „Bis dahin passiert vielleicht noch was“, hofft Multerer auf weitere Lockerungen.

Definitiv nicht stattfinden kann das Jugend-Preisplatteln im Oktober dieses Jahres in Schongau. Und auch die festliche Messe mit anschließendem Frühschoppen in Rottenbuch Ende September, und das Treffen der Vorplattler sei unter der geltenden Regelung nicht vorstellbar. Unsicher ist zudem das Adventssingen in Epfach im Dezember.

Die Vereine und der Lechgau selbst planen also derzeit keine konkrete Veranstaltung. Alle Vereine? Nein. In Seestall wird nach wie vor das große Lechgau-Trachtenfest im nächsten Jahr vorbereitet. „Wir fahren zweigleisig und haben verschiedene Gedankenspiele durch­exerziert“, verriet „D‘Lechtaler“-Vorstand Sebastian Welz. Demnach könnte sich der Verein vorstellen, den Festsonntag mit kleinerer Teilnehmerzahl durchzuführen. Zudem habe man auch die eventuell zu dieser Zeit stattfindende, verschobene Europameisterschaft im Blick. Doch das ist alles Zukunftsmusik.

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