Schongau als Lehrkrankenhaus der TU München

Medizinstudenten arbeiten ab 1. März in Schongau mit

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Dr. Michael Platz (Ärztlicher Direktor), Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang (Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie), Landrätin Andrea Jochner-Weiß (Aufsichtsratsvorsitzende) und Thomas Lippmann (Geschäftsführer) (v. links) freuen sich über den Kooperationsfortschritt.

Schongau – Schneller als gedacht kommt ein weiterer Baustein zu der Kooperation zwischen dem Schongauer Krankenhaus mit dem Klinikum rechts der Isar hinzu. Schon ab 1. März stoßen die ersten zwei angehenden Mediziner von der Technischen Universität München (TU) zur Belegschaft. „Ein Meilenstein“, findet Geschäftsführer Thomas Lippmann.

Seit Herbst gehört Schongau zum Kreis der 20 Lehrkrankenhäuser der Technischen Universität München. Für das Schwesterhaus in Weilheim gilt dies bereits seit 2013; je zwei Studierende absolvieren dort ihr Ausbildungstertial in Chirurgie oder Innerer Medizin, das Teil des Praktischen Jahres ist. Die Möglichkeit, solch einen viermonatigen Ausbildungsblock in Chirurgie zu leisten, besteht nun auch in der Lechstadt. Die ersten beiden angehenden Ärzte werden zum 1. März erwartet.

Wissenstransfer

Für das Schongauer Krankenhaus bedeute dieser Schulterschluss mit der Uni einen Wissenstransfer. „In Forschung und Lehre vorne mit dabei bleiben“, beschreibt Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang seine Hoffnungen, die er in die enge Bindung zur TU setzt.

Dass er selbst dort einen Lehrauftrag hat und Vorlesungen hält, eröffnete Schongau die Möglichkeit, Lehrkrankenhaus zu werden. Denn eine habilitierte Kraft und eine Kooperation mit der Universität sind Grundvoraussetzung. Ebenso das Vorhalten von Infrastruktur: Im Wohnheim oder einem Haus des Landkreises werden die studierenden Gäste übernachten, Verpflegung und ein Taschengeld inklusive. Zupass kam, dass diese räumlichen Möglichkeiten schon seit fünf Jahren eingerichtet sind – seitdem kommen immer wieder Studenten der Uni im georgischen Tiflis nach Schongau.Die Kooperation mit München bringe „gigantische Vorteile für die Patienten und die Region“, ist Lang überzeugt. „Sehr sehr erfreulich“, zeigt sich auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß angetan. „Das ist was ganz besonderes.“

Neben seiner Beschaulichkeit im Vergleich zur Landeshauptstadt will das Schongauer Krankenhaus mit einem familiären Klima punkten und damit, den jungen Medizinern echte Verantwortung übertragen. „Dass sie hier eingebunden werden und auch wirklich etwas tun dürfen, ermöglicht ihnen Erfahrungen und nimmt uns Arbeit ab“, beschreibt Lang. Dass sich gleich zum erstmöglichen Termin zwei junge Mediziner für Schongau entschieden haben – die Bewerbung läuft über die Uni – erachtet er als Beleg für eine große Nachfrage. In den Bewertungen, die jene Studenten abgeben, die eine Station in Weilheim eingelegt haben, schneide man ganz hervorragend ab. Auch deshalb wisse man rechts der Isar, was man an den Partnerhäusern in Weilheim und Schongau habe.

Hoffen auf Wiedersehen

Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann hofft, dass die späteren Ärzte sich an ihre Zeit in Schongau erinnern werden und der ein oder andere zurückkehrt. In Weilheim sei das der Fall. „Ich weiß noch, wie ich durch mein Praktisches Jahr geprägt worden bin, das schweißt zusammen“, erinnert sich Ärztlicher Direktor Dr. Michael Platz an seine eigene „wichtige Station“ im Leben eines Arztes.

Rund 400.000 bis 500.000 Euro koste der Ausbau hin zum Lehrkrankenhaus, erklärt Lippmann. Perspektivisch sieht er das Bestreben, auf neueste Technik zu setzen, auch für die Kooperation mit München als richtig. Berührungspunkte mit der Robotik, auf die man verstärkt bauen will, seien für die Studenten sicher ein Argument pro Schongau. Wenngleich sich der bisher einzige entsprechende Apparat der GmbH in Weilheim findet. „In diesem Bereich ist Deutschland weit hinten dran, das gibt es noch so gut wie nirgends.“ Lang schildert es so: „Unser Ziel ist es, eine der modernsten Gesundheitsregionen zu werden.“ Das sei auch für die TU spannend. „Unser Ruf hallt bis München“, so Lang. Im Vergleich zu der Zeit vor ein paar Jahren „spielen wir jetzt in einer anderen Liga“, freut sich Lippmann. 

kb/ras

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