Viel Fachwissen bei der Jungfernfahrt

Leinen los für das neue Lechfloß

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Wissenswertes über die Natur am Lech spannend vorgetragen von Lech-Rangerin Patrizia Majowski. Die Besucher verfolgen die Erklärungen im entsprechendem Abstand.

Schongau – „Leinen los“ schallt es vergangenen Samstagvormittag am Schongauer Lido, als das neue Lechfloß zu seiner Jungfernfahrt ablegt. Viel Fachwissen an Bord, dazu Prosecco und geladene Gäste.

Alois Sporrer geht auf Nummer sicher. Bevor die Gäste das neue Lechfloß betreten, prüft er ein letztes Mal die Abstände der Bänke mit seinem Meterstab. Ein Kopfnicken, Brummeln, die Kiste darf jetzt geentert werden. Jeder bekommt seinen Platz zugewiesen, natürlich mit Mundschutz.

Leinen los, Masken ab! Die Gesichter werden jetzt erkennbar. „Ich kann mich einfach von Schongau nicht trennen“, ist der erste Kommentar. Ausgesprochen von Ulla Heitmeier. Die Grundschulrektorin a.D. ist extra von Thiersee angereist. Sie wird in zwei Wochen als Floßbegleiterin wieder mit an Bord sein. Neben ihr Gisela Sporer, ebenfalls Floßbegleiterin. Heute in einer besonderen Funktion: Sie lässt die Prosecco-Korken knallen. Die Gäste greifen gerne zu, um vor allem dem federführenden Erbauer des Floßes, Simpert Christa, zu danken.

Der hat sich neben Kornelia Funke platziert. Auf genau 1,50 Meter Distanz. Funke vertritt das Stadtoberhaupt Falk Sluyterman, der bei der Weihe des neuen Fahrzeugs der Feuerwehr ist. Altenstadt hat die 2. Bürgermeisterin Katrin Högg geschickt, Peiting ist durch einen stillen 2. Bürgermeister Gunnar Prielmeier vertreten. Noch nicht so richtig seetüchtig, ist in seinem Gesichtsausdruck zu lesen. Obwohl Hans Hartung eine ruhige Fahrt hinlegt.

Den ersten Abschnitt bis Rossau ist Hartung noch der Kapitän. So will es das Protokoll. Dann, am Wendepunkt, ist Generationenwechsel. Ganz offiziel und unter Beifall. Hartung übergibt das Steuer an Alois Sporrer. Er ist ab jetzt der offizielle Ansprechpartner in Sachen Schongauer Lechfloß.

"Juwelen am Lech"

Sporrer schaltet den Motor aus. Traumhafte Stille. „Es lohnt sich immer, hier die Natur aufzusaugen“. Jetzt kommt Patrizia Majowski zu Zug. Die Lech-Rangerin ist an diesem Tag die offizielle Begleiterin. Sie beschreibt die vielen Insekten und Pflanzen, die entlang des Flusses zu entdecken sind, als Juwelen am Lech. „Unfassbar lebendig das Getümmel auf den Magerwiesen, man fühlt sich in alte Zeiten versetzt.“ Ihr spannendes Fachwissen reicht von Sumpfgladiolen über Bläulinge bis hin zu Orchideenblüten. Natürlich erinnert sie auch an die Vergangenheit, als der Lech noch wild und ursprünglich war.

Motor an, Sporrer schippert flussabwärts. Die große Stunde von Werner Schmitt. Im Dickicht der Bäume die Alm, sein Geburtshaus. Dort verbrachte er die Kindheit. Im Sommer abenteuerliches Baden, im Winter der Ritt auf den Eisschollen. Er muss da jeden Stein kennen. Schmitt weiß alles. Wo alte Stege waren, Köhlers Hütte, die Gaulagerwiese. Dann noch sein wilder Jodler, der eher einem Schmerzensschrei gleicht. Aber mit Erfolg, das Schongauer Echo kommt postwendend.

Die zwei Stunden vergehen wie im Flug. Aus die Maus. Anlegen am Bootshaus. Jetzt hat auch Gunnar Prielmeier wieder seine Stimme zurück. „Wir bauen jetzt auch ein Floß, aber zwölf Meter breit.“ 

Hans-Helmut Herold

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