Neuer Schulleiter am Welfen-Gymnasium:

Zurück zu den Wurzeln

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Als Schüler hat er hier sein Abitur erworben, nun leitet Bernhard O‘Connor das Schongauer Gymnasium.

Schongau – Seit wenigen Tagen erst ist Bernhard O‘Connor neuer Leiter des Schongauer Welfen-Gymnasiums. Sein Wechsel aus Landshut in die Lechstadt ist auch eine Rückkehr zu den Wurzeln. Der heute 55-Jährige ist in Altenstadt aufgewachsen, hat in seiner neuen Schule das Abitur erworben. Die Eindrücke, die er bisher gesammelt hat, sind überwiegend positiv. „Es läuft hier sehr gut.“ Damit das so bleibt, wird O‘Connor die Schule in den kommenden Jahren durch einige wegweisende Episoden schiffen müssen.

Neonorange hängen die Plakate noch an der Haupteingangstüre des Welfengymnasiums: Mitte Februar hatte die Verabschiedung des scheidenden Direktors Wolfgang Gebler stattgefunden, angelehnt an die Oscar-Verleihung. Einen Award für „die beste Regie“ hatte der 66-Jährige erhalten, ehe er sich in den Ruhestand verabschiedete. Mittlerweile sitzt ein anderer auf dem Stuhl des Spielleiters.

„Ich weiß noch gar nicht, wer die Plakate hier abhängt“, sagt Bernhard O‘Connor. Er ist seit Beginn der Schuljahreshälfte neuer Leiter des Gymnasiums. „Die jetzige Phase ist sehr intensiv“, berichtet er, lang seien die Arbeitstage. Ab 6.45 Uhr sitzt er täglich im Büro, um sich den Geschicken seiner neuen Wirkungsstätte zu widmen. „Es ist schon anstrengend, sich reinzufinden, Personen und Abläufe kennen zu lernen.“ Hilfreich sei, dass er die Aufgaben von seiner Schulleitertätigkeit am Landshuter Carossa-Gymnasium, wo er dreizehneinhalb Jahre verbracht hat, schon kenne. Doch sei jede Schule unterschiedlich. Routinen zu entwickeln, könne noch weite Teile des restlichen Schuljahrs in Beschlag nehmen.

Rückkehr nach Schongau

Generell sei das Welfen-Gymnasium aber eine Schule, die man schnell liebgewinnen könne: Mit seinem Vorgänger habe er sich rege ausgetauscht: „Er hat mir sehr geholfen.“ Von der Schulfamilie sei O‘Connor „ganz lieb“ empfangen worden. Auch, weil der 55-Jährige, der in Altenstadt aufgewachsen ist und am Welfen-Gymnasium sein Abitur bestanden hat, stets betont, welche Herzensangelegenheit die Rückkehr in die alte Heimat sei.

„Ich habe immer gesagt: ‚Wenn ich nochmal wechsle, dann nur nach Schongau‘, das war mir wichtig.“ Hier lernte er als Schüler seine Frau, eine gebürtige Schongauerin, kennen, die drei Jahrgangsstufen unter ihm das Welfen-Gymnasium besuchte und deren Namen er mit der Heirat annahm. Nach dem Umzug aus Landshut wohnen beide mittlerweile in Peiting. „Schon als ich noch beim ISB (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung, d. Red.) gearbeitet und Referendare begleitet habe, habe ich immer gehofft, dass es mich mal wieder, zumindest besuchsweise, hierher verschlägt.“ Doch erfüllt hat sich dieser Wunsch nie.

Dass es nun mit einer Rückkehr geklappt hat, freut O‘Connor sehr. „Ich fühle mich wohl.“ Was sich in den vergangenen Jahrzehnten am Welfen-Gymnasium alles getan habe, sei wegen seiner mittlerweile anderen Perspektive nicht leicht zu beurteilen. „Es gibt Gebäudeteile wie den Eingangsbereich oder den Übergang vom Parkplatz, die noch genau dieselben sind.“ Doch auch Änderungen seien sichtbar, wie der Neubau, die Container oder der aufgesetzte dritte Stock.

Zurück zum G9

Weitere nahende Erweiterungen wird O‘Connor prägend begleiten. Abstriche am Bau, die zuletzt kolportiert worden waren, seien vom Tisch. Auch, weil die verbindende Rückkehr zum G9 auf landespolitischer Ebene wohl beschlossene Sache sei. „Wir warten jeden Tag auf die entsprechende Mitteilung.“ Schon die jetzigen fünften Klassen könnten dann von dieser Rolle rückwärts des Kultusministeriums berührt sein.

Daneben nennt O‘Connor, der in seiner Freizeit vor allem radelt, läuft, liest und reist, die Umsetzung des sogenannten LehrplanPlus im kommenden Schuljahr als wichtige Aufgabe. Er selbst, der sich als „leidenschaftlichen Lehrer“ bezeichnet und eine Klasse in Latein unterrichtet, sehe der Zukunft gelassen entgegen. „Ich habe gelernt, Neuerungen nicht übers Knie brechen zu wollen. Welche Akzente ich setzen kann, zeigt sich mit der Zeit. Insgesamt läuft das Welfen-Gymnasium ja sehr gut.“ 

Rasso Schorer

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