Nach 13 Jahren an der Musikschule Pfaffenwinkel

Karl Höldrich gibt den Taktstock ab

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Die Musikschule nach außen zu öffnen und tragfähige Kooperationen einzugehen, war eines der großen Ziele des langjährigen Leiters Karl Höldrich. Ab dem 1. September widmet er sich einer neuen beruflichen Herausforderung.

Schongau – Nach 13 Jahre ist Schluss: Ab dem 1. September lenkt ein neuer Leiter die Geschicke der Musikschule Pfaffenwinkel. Karl Höldrich, seit 2004 in Schongau im Amt, wechselt an die Städtische Sing- und Musikschule der Mozartstadt Augsburg. Im Gespräch mit dem Kreisboten blickt er mit Wehmut auf eine schöne Zeit zurück, freut sich aber gleichzeitig auf neue Herausforderungen lechabwärts. Die Suche nach einem Nachfolger ist derweil in vollem Gange. Eine wichtige Rolle könnte dabei ein Thema sein, das aktuell den Schongauer Stadtrat beschäftigt.

„Das kann ich mit einem ganz klaren ‚Ja‘ beantworten“, entgegnet Höldrich auf die Frage, ob ihm der Abschied aus Schongau schwer falle. Er habe hier eine wunderbare und intensive Zeit erlebt. Doch nun reize eine neue Aufgabe. „Ich habe die Gelegenheit privat und persönlich abgewogen“, erklärt der 52-Jährige. Dabei sei die Entscheidung gereift, sich in der Fuggerstadt einer neuen Herausforderung zu widmen. Die „Freude an der Sache“ habe den Ausschlag gegeben, an der Städtischen Sing- und Musikschule der Mozartstadt Augsburg, so der etwas sperrige Name von Höldrichs neuer Wirkungsstätte, einen neuen Anlauf zu wagen.

Mit Kooperationen zur "klingenden Stadt"

Vor den Eigenheiten einer Großstadt im Vergleich zum beschaulichen Schongau ist dem Oberammergauer nicht bange: Natürlich sei die Schwaben-Metropole, in der er sich eine Zweitwohnung suchen wird, eine andere Hausnummer. Doch „die Musik und die Kinder unterscheiden sich nicht“. Überhaupt: Das gemeinsame Musizieren und die Musikschule nach außen hin zu öffnen, sei schon in Schongau sein erklärtes Ziel gewesen. Der Schlüssel auf dem Weg zur „klingenden Stadt“ sei die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern.

Das kommt gut an. „Ich habe ihn wahrlich geschätzt“, bedauert Bürgermeister Fak Sluyterman den Abgang des langjährigen Musikschul-Leiters. Die Chemie zwischen ihm, dem Rathaus-Chef, und Höldrich habe gepasst, das gemeinsame Wirken sei stets erfolgreich und angenehm verlaufen. Das sehen wohl auch die 700 Musikschüler so, die aktuell rund 950 Belegungen pro Woche können sich im Vergleich zu Höldrichs Antritt im Jahr 2004 durchaus sehen lassen. „Er hat die Musikschule sehr erfolgreich geführt“, lobt Sluyterman. „Dass er den Posten in Augsburg bekommen hat, unterstreicht, welch guten Fang wir damals gemacht haben.“ Der scheidende Musikschul-Leiter selbst spielt den Ball zurück: Die Unterstützung der Stadt sei stets groß gewesen.

Nachfolger-Suche läuft

Das muss sie auch in Zukunft sein, zumindest, wenn es nach Erwin Krauthauf, Vorsitzender des mit der Nachfolgersuche betrauten Fördervereins, geht. Er wünscht sich größere Planungssicherheit, um den Posten, der derzeit intern ausgeschrieben werde, adäquat besetzen zu können.

Aktuell schieße die Stadt jährlich 125 000 Euro zu, stehe für den Sachaufwand ein und stelle das Gebäude am Marienplatz, zählt Sluyterman auf. Doch über diese Unterstützung und ihre Ausgestaltung müsse regelmäßig beraten werden. Gelte die Förderung der Musikschule, die seit 2003 keine städtische Einrichtung mehr ist und deshalb als e.V. (eingetragener Verein) firmiert, doch nicht als Pflicht- sondern freiwillige Aufgabe. „Und als solche muss sie regelmäßig auf den Prüfstand“, erklärt das Stadt­oberhaupt.

Jüngst war es wieder soweit. Im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung ging es darum, die zuletzt 2015 für drei Jahre beschlossene Bezuschussung vorzeitig zu verlängern. Am kommenden Dienstag landen die hinter verschlossenen Türen gefassten Überlegungen nochmals zur bindenden Abstimmung im Gremium. Das aus Sluytermans Sicht große Zugeständnis: Die nun zu verabschiedende Unterstützung soll sich auf fünf Jahre belaufen, die Laufzeit also aufgestockt werden. „Damit setzen wir ein deutliches Zeichen und klares Bekenntnis.“ Er gehe davon aus, dass sich eine breite Mehrheit für diesen Entschluss, womöglich sogar einstimmig, finde. Dem neuen Musikschulen-Leiter solle damit signalisiert werden, dass sein Engagement kein „kurzes Intermezzo“ sei.

Förderverein wünscht mehr Planungssicherheit

Doch das Entgegenkommen der Stadt könne noch weiter reichen, findet Krauthauf. „Fünf Jahre sind eigentlich das Minimum.“ Er wünsche sich die Garantie auf zeitlich unbegrenzte Unterstützung. Immerhin: Mit der Festsetzung des zeitlichen Horizonts über die laufende Legislaturperiode hinaus, bliebe auch für den Fall, dass die nächste Stadtratswahl größere personelle Verwerfungen ergibt, ein Mindestmaß an Planungssicherheit gegeben.

Wie dem auch sei, sein Nachfolger, dürfe sich auf eine reizvolle Aufgabe freuen, findet Höldrich: „Ich habe es sehr gern gemacht und will meinen Platz wohlbestellt übergeben.“

ras

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