Leonhardiritt in Schongau

Hoch zu Ross durch die Altstadt

+
Führten den Zug an: Stefan Kassebaum, Kreuzträger Franz Reßle junior und Titikorn Pramchuen.

Schongau – Es war ein prächtiger Zug, der am Samstagvormittag zu Ehren des Heiligen Leonhard durch die Schongauer Altstadt zog. Ein beeindruckender Beweis dafür, dass auch in Schongau Tradition und Brauchtum gepflegt wird.

62 Reiter auf ihren liebevoll herausgeputzten Kaltblütern, Norikern und Haflingern, zwei geschmückte Kutschen und zwei Festwagen sowie die Schongauer Stadtkapelle waren es diesmal beim Schongauer Leonhardiritt, dem Josef Reßle 1979 wieder Leben eingehaucht hatte. „Mein Vater hat damals mit vier Rössern wieder angefangen“, erinnerte Franz Reßle an seinen heuer völlig überraschend verstorbenen Vater. Zielstrebig, wie der Edle vom Dornauerfeld zeitlebens war, hatte er stets den Erhalt dieses Brauchtums fest im Blick. 

Die Tradition fortführend, organisiert Sohn Franz Reßle schon seit Jahren diesen Brauchtumsritt, zu dem sich Ross und Reiter zuerst auf seinem Hof im Dornauerfeld und danach vor dem Sparkassenforum unter der „Festtagshymne“ , ein Choral von Georg Stich, versammelt hatten. 

Nach dem Gottesdienst in der Friedhofskirche St. Sebastian machte sich der Zug auf zum Umzug durch die Stadt. Vorneweg die drei Vorreiter mit Stefan Kassebaum, Kreuzträger Franz Reßle junior und Titikorn Pramchuen. Heuer wegen der Bautätigkeiten auf dem Marienplatz eine etwas abgeänderte Route. Münz-, Wein-, Christoph-, Karmeliter- und Lechtorstraße hin zum Schaeggerplatz. Bestaunt von den Zuschauern rechts und links der Straßen. 

Leonhardiritt durch die Schongauer Altstadt

Zwischen Rathaus und Uhren Anderl segnete Pfarrer Norbert Marxer inmitten der Zuschauer stehend Ross und Reiter. In dem noblen Landauer hatten es sich Bürgermeister Falk Sluyterman, Pfarrer Norbert Marxer und Sparkassenchef Fritz Lutzenberger bequem gemacht. 

In den beiden Festwagen saßen die feschen Trachtlerinnen des Schongauer Trachten Vereins und eine Abordnung der Peitinger Knappschafts- und Trachtenkapelle. Gefolgt von den Reitern aus dem Altlandkreis Schongau. Ziel des Zuges war der Schaeggerplatz, wo die Reiter mit schneidigen Märschen von der Musikkapelle begrüßt wurden.

Im Gottesdienst erinnerte Diakon Hans Steinhilber an den Heiligen Leonhard, der im sechsten Jahrhundert im französischen Kloster Noblac bei Limoges gewirkt hat. Leonhard ist der Schutzpatron der Pferde und des Viehs. Er wird aber auch von Menschen angerufen, die in Not geraten sind. Die Eucharistie sei es gewesen, die dem Schutzpatron Kraft zum Leben gegeben habe. „Die Fürbitte an den Heiligen Leonhard, er war auch ein Freund der Armen, wird uns bereichern“, sagte Hans Steinhilber am Ende seiner Predigt.

wk

Auch interessant

Meistgelesen

Messerstecherei in Schongau
Messerstecherei in Schongau
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
7. Tag der Helfer in Peiting - die Bilder
 Gourmet-Essen auf Rädern
 Gourmet-Essen auf Rädern
Nur die Automaten bleiben
Nur die Automaten bleiben

Kommentare