Ein letzter Versuch

Die Bücherei am Münztor soll wie bisher einmal im Monat die Seniorensprechstunde in ihren Räumen beherbergen. Foto: Peters

Als „Sprachrohr für ältere Menschen“ sieht sich der Seniorenbeirat der Stadt Schongau laut dem eigenen Auftritt auf der Internetseite der Lechstadt. Der persönliche Rat des Gremiums scheint bei den Senioren dagegen weniger gefragt: Zur Diskussion in der jüngsten Sitzung, ob man die Ende vergangenen Jahres eingestellte Seniorensprechstunde wieder einführen sollte, waren gerade einmal zwei Zuhörer erschienen – einer davon war der frühere Vorsitzende Arthur Simnacher. Und der hielt mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg: „Ich denke, Sie können sich das sparen.“

Simnacher zeigte sich genauso enttäuscht wie die frischgebackene Vorsitzende Elisabeth Wagner über das geringe Interesse der Schongauer Senioren an der Sitzung. „Eine Teilnahme wäre auch eine Anerkennung für die Arbeit, die das Gremium leistet“, ärgerte sich der ehemalige Vorsitzende. Wagner ließ sich vom Fernbleiben größeren Publikums dennoch nicht davon abhalten, ihre Idee einer Neuauflage der Seniorensprechstunde weiter zu verfolgen. „Es ist eine Serviceleistung für alle Mitbürger“, warb sie. Man könne so Hilfe anbieten bei Problemen, denen Senioren aber auch deren Angehörige gegenüberstehen. Als Beispiele führt Wagner die Unterstützung beim Antrag auf Pflegestufe oder bei der Auswahl von Wohnmöglichkeit im Alter an. Es ist ein letzter Versuch, das Beratungsangebot am Leben zu erhalten, nachdem es bereits Ende vergangenen Jahres wegen zu geringer Nachfrage eingestellt worden war. Bis dahin hatte Wagners Amtsvorgängerin und Stadträtin Kornelia Funke die Sprechstunde in den Räumen der Stadtbücherei, die sie leitet, angeboten. Sie unterstütze einen neuen Versuch, erklärte Funke, auch wenn die letzten Jahre eher „enttäuschend“ verlaufen seien. Dass es grundsätzlich genug Themen für eine derartige Einrichtung gäbe, davon ist die Stadträtin allerdings überzeugt: „Ich werde oft genug von älteren Menschen auf der Straße angesprochen und um Rat gefragt.“ Warum diese bislang den Weg nicht in die Sprechstunde fanden, versuchte Helmut Vollmann zu ergründen. Vielleicht, so seine Vermutung, sei die Schwellenangst einfach zu groß. Er schlug daher vor, bestimmte Themen in den Vordergrund zu stellen, um den Leuten „einen Anreiz zu geben“. Außerdem regte Vollmann an, mit einem Flyer in den Arztpraxen auf die Sprechstunde aufmerksam zu machen – ein Vorschlag, der bei den Mitgliedern des Gremiums auf breite Zustimmung stieß. Am Ende einigten sich die Seniorenbeiräte einstimmig darauf, die Seniorensprechstunde für ein weiteres halbes Jahr anzubieten. Wie bisher soll die Beratung einmal im Monat in der Stadtbücherei stattfinden. Die Leitung wird Wagner mit einem weiteren Gremiumsmitglied übernehmen. Der erste Termin ist für Montag, 7. November, von 15 bis 16 Uhr geplant. Wie es nach dem Probelauf weitergeht, hängt nun von der Nachfrage in den kommenden Monaten ab.

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