Außenbereich oder Baulücke?

Absage an Lebensmittel- und Getränkemarkt

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Es wird kein Lebensmittel- und Getränkemarkt auf dem Gelände an der Marktoberdorfer Straße 35 (im Hintergrund die Arbeitsagentur) gebaut. Vielmehr wünscht sich der Bauausschusss hier Wohnbebauung.

Schongau – Braucht Schongau in der Marktoberdorfer Straße 35 einen weiteren Lebensmittel- und Getränkemarkt? Der Bauausschuss beantwortete das mit großer Mehrheit mit „nein“. Viel wichtiger wäre auf dem Areal stattdessen Wohnbebauung, so die Ansicht des Gremiums.

Bereits 2015 wurde ein fast identischer Antrag für das Areal an der Marktoberdorfer Straße eingereicht. Auch damals wurde er abgelehnt. Vorgesehen wäre auf einer Fläche von fast 1.782 Quadratmetern der Neubau eines Lebensmittel- und Getränkemarktes gewesen. Dazu hätten außerdem 80 Stellplätze gehört.

Laut Bernd Liebermann vom städtischen Bauamt handelt es sich bei den betroffenen Grundstücken um einen Außenbereich im Innenbereich. Im Gegensatz zu 2015 liegt nun auch ein städtebauliches Einzelhandelskonzept vor, welches auf eine Auslastung von rund 99,1 Prozent mit Lebensmittelmärkten für Schongau verweist. „Damit ist kein Bedarf an Grundversorgung gegeben“, so Liebermann. Nach Meinung der Verwaltung würden sich die Grundstücke vielmehr für eine Wohnbebauung eignen.

Der Bau- und Umweltausschuss erteilte dem Neubau-Vorhaben mit 7:2 Stimmen eine Absage. Kein Bedarf an einer weiteren Nahversorgung und die Eignung der Flächen für eine Wohnbebauung führten beispielsweise Ilona Böse (SPD) und Siegfried Müller (ALS) an. Anders sah das Paul Huber (CSU): „Die, die das Geschäft betreiben, müssen es ja wissen“, so seine Devise. Auch für ihn wäre zwar eine Wohnbebauung dringender, an dieser Stelle sehe er das aber nicht. „Ich habe Angst, dass wir das bereuen“, sagte er in der Sitzung.

Für seinen Fraktionskollegen Michael Eberle stellte sich ein ganz anderes Problem: Für ihn handele es sich bei dem Areal nicht um einen Außenbereich im Innenbereich, sondern maximal um eine Baulücke. „Ich hätte das gerne rechtlich abgesichert“, so Eberle, „sonst kann‘s anders rausgehen, als die Mehrheit hier wünscht.“

Michael Wölfle vom Stadtbauamt konnte diese Bedenken nicht teilen: Es handele sich lediglich um einen Antrag auf Vorbescheid, weshalb man Zeit habe, entsprechende Maßnahmen – wie zum Beispiel eine Veränderungssperre erlassen und einen Bebauungsplan aufstellen – zu ergreifen. Eberle wollte die Qualifizierung des Gebietes trotzdem vom Landratsamt abgesichert wissen: „Das Eis ist mir zu dünn.“ Das Ergebnis der Abstimmung soll ans Landratsamt weitergeleitet werden.

Astrid Neumann

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